So war 2006

März/April

„Lotta in Love“, ProSiebens neue Hoffnung am Soap- bzw. Telenovela-Himmel, startet im März, stürzt im wieder April ab und hinterlässt neben Hohn und Spott drei traurige Fans und bewirkt (mit Verzögerung) die Wiederbelebung der „Simpsons“-Doppelfolge. Janin Reinhardt verschwindet vom Bildschirm.

Mai

Heide Simonis hat auch nicht gerade mehr Glück und wird krank, bevor sie bei „Let’s Dance“ eine erneute Wahlschlappe einstecken muss. Macht nichts, als UNICEF-Botschafterin darf sie weiter ran, denn da muss sie selten tanzen und bei UNICEF schaut man auch kein RTL.

Die Entweihung des „Eurovision Song Contest“ geht weiter. Finnland beweist Humor, kreuzt Guildo Horn mit den Scorpions und lässt seine Kreatur „Lordi“ auf Europa los. Und in China fällt ein Sack Reis um.

Juni

Was für eine Weltmeisterschaft! Alles in allem ein tolles Fußballfest mit dem richtigen Sieger, das auch im Fernsehen schön anzuschauen war. Mein persönliches Highlight: Steffen Simon fragt, ob unsere hochgeschätzte (Medien-)Kanzlerin Merkel ohne ihren Mann überhaupt ins Stadion gehen darf. Lowlight: Die Coca-Cola-WM-WG, die außer mir wohl niemand gesehen hat. Gut so.

Juli

Elisabeth Volkmanns Ableben reißt ein Loch in die laufende „Simpsons“-Staffel. Das ist sehr tragisch, noch viel tragischer ist aber, dass Anke Engelke als Nachfolgerin benannt wird, was für einigen Unmut unter den Fans sorgt.

August

Eva Herman schreibt sich das Motto „Lieber polarisieren als gar nicht auffallen“ auf die Fahnen, wird von der Tagesschau in den Urlaub geschickt und geht auf Promo-Tour für ihre Anti-Emanzipationsfibel „Das Eva Prinzip“.

September

RTL2 setzt den Vertrauensbonus, den es sich durch die Ausstrahlung von „24“ verdient hat, eiskalt in den Sand. Das Programm wird immer reißerischer und unerträglicher. Trauriger Tiefpunkt: Das Menschen verachtende „Liebling, wir bringen die Kinder um!“, das hoffentlich nicht fortgesetzt wird.

Da ich RTL2 aus meiner Liste der „gar nicht so schlechten kleineren Privatsender“ verbannt habe, kann ein anderer Sender nachrücken. Dank dem „Perfekten Dinner“ und vieler guter Reportagen nehme ich VOX wieder ernst und traue mich regelmäßig einzuschalten.

Oktober

Am 9. Oktober beginnt auf RTL die deutsche Ausgabe der englischen Show „Dancing on Ice“, ProSieben legt ab 18. Oktober mit „Stars auf Eis“, einer lizenzierten Version des US-Formats „Skating with Celebrities“ nach. Es bestehen allerhöchstens geringfügige Unterschiede hinsichtlich der Kandidaten, der Moderatoren und des Bewertungssystems. Wir lernen daraus: Im Prinzip ist es egal, welchen Sender wir gucken, denn auf gute Ideen baut kaum noch ein Programmplaner. Außer vielleicht bei VOX.

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