So lief der 8. Spieltag in der Fußball-Bundesliga

Schon nach dem 8. Spieltag droht die Fußball-Bundesliga 2012/13 langweilig zu werden. Zumindest zeichnet sich an der Spitze ein Durchmarsch ab. Der FC Bayern brennt nach zwei titellosen Jahren auf den Meistertitel und scheint sich vom geraden Weg dorthin von nichts und niemandem abbringen zu lassen. Noch immer ohne Punktverlust ziehen die Münchener somit einsam ihre Kreise. Am vergangenen Samstag war Aufsteiger Fortuna Düsseldorf auch im eigenen Stadion hoffnungslos unterlegen. Während die Fortunen bislang in sieben Spielen nur drei Gegentreffer hatten hinnehmen müssen, durfte Keeper Fabian Giefer gegen die Bayern nicht weniger als fünfmal hinter sich greifen. Die Düsseldorfer waren also hoffnungslos überfordert und müssen nun zusehen, dass sie nach einem guten Saisonstart, doch zuletzt drei sieglosen Partien, nicht in einen gefährlichen Abwärtsstrudel geraten. Den Bayern dagegen scheint nach dem überzeugenden 5:0 im Moment keine echte Gefahr zu drohen. Schaut man auf die Bundesligatabelle, gibt es nur noch zwei Vereine, die einigermaßen mithalten können, während ab Platz 4 ein breites Mittelfeld ohne sich klar abzeichnende Trends folgt.

Zusammenfassung des 8. Spieltag: Frankfurt und Schalke als einzige Bayern-Verfolger

Begünstigend kam für die Bayern noch hinzu, dass sich die Verfolger in zwei Spitzenspielen gegenseitig die Punkte wegnahmen. Und die Ausgänge dieser Partien waren durchaus überraschend. Eintracht Frankfurt hat nach dem kurzen Durchhänger in Mönchengladbach schnell wieder in die Erfolgsspur gefunden. Auch gegen die chronisch auswärtsschwachen Hannoveraner gab es einen Sieg, der mit 3:1 überzeugend ausfiel. Matmour und Jung hatten die 2:0-Führung besorgt, ehe Abdellaoue den Anschluss erzielte. Doch Alexander Meier sicherte den Hessen acht Minuten vor Schluss den Sieg. Frankfurt bleibt damit auf Rang 2, 5 Punkte hinter den Bayern. Bei Hannover wird ein starker Saisonstart dagegen etwas relativiert, da die Mannschaft auf fremden Plätzen oft nicht die Leistung bringen kann wie zu Hause oder in der Europa League.

Alles überstrahlend war an diesem 8. Spieltag freilich wieder das Revierderby zwischen Borussia Dortmund und dem FC Schalke 04. Die Königsblauen hatten dabei etwas gut zu machen, da sie in großen Spielen gegen Bayern oder den Erzrivalen aus Westfalen immer den Kürzeren gezogen hatten. An diesem Nachmittag sollte sich das jedoch ändern. Die Dortmunder, die trotz ansprechenden Fußballs in dieser Saison noch nicht mit ihren Ergebnissen zufrieden sein konnten, wirkten nervös und wenig durchschlagskräftig. Schalke war dagegen von Trainer Stevens perfekt eingestellt und profitierte vom frühen Führungstreffer durch Neuzugang Affellay, dem nach der Pause das 2:0 durch Höger folgte. Lewandowski sorgte mit dem 1:2 noch einmal für Spannung, doch die Schalker erwiesen sich an diesem Nachmittag einfach zu stark. Mit 17 Punkten sind sie damit voll im Soll der selbstgesteckten Ziele, während Dortmund den eigenen Ansprüchen mit nur 12 Zählern deutlich hinterher hinkt.

Tristesse bei Wolfsburg, Gladbach und Hamburg

Gegen die Situation beim VfL Wolfsburg sind die Dortmunder Sorgen Luxusprobleme. Die hochambitionierte Startruppe aus der Volkswagenstadt bekommt in der laufenden Spielzeit einfach kein Bein auf den Boden. Niederschmetternde 5 Punkte und ernüchternde zwei Törchen haben die Kicker von Felix Magath gerade einmal zustande gebracht. Auch der SC Freiburg erwies sich durch ein 2:0 in der VW Arena als zu stark für die Wölfe. Caligiuri und Schuster waren die Torschützen für die Badener, die ihrerseits einen Sprung auf Platz 7 machten.

In Bereich der Freiburger halten sich punktemäßig eine ganze Menge Teams auf. So liegen zwischen Dortmund auf Platz 4 und Nürnberg auf Platz 15 gerade einmal 4 Punkte. Mittendrin dabei sind auch Bayer Leverkusen und der FSV Mainz 05, die den Zuschauern in der BayArena am Samstag ein furioses und spannendes Spiel boten. Die nach 45 Minuten durch Kießling in Führung liegenden Leverkusener mussten am Ende mit dem 2:2-Unentschieden zufrieden sein, denn Castro schaffte den späten Ausgleich als Antwort auf das zwischenzeitliche Mainzer Doppelpack durch Szalai und Risse.

Im Bremer Weserstadion gab es nur eine zufriedene Mannschaft nach Ende der Partie Werde Bremen gegen Borussia Mönchengladbach. Beinahe ohne Gegenwehr ergaben sich die Gäste, unterlagen mit 0:4 und sind damit seit 25 Jahren ohne Erfolg in der Hansestadt – eine in der Bundesliga beispiellose Negativserie. Am Sieg der Bremer gab es an diesem Abend auch kaum einen Zweifel. Petersen und Arnautovic mit einem Doppelschlag vor der Pause stellte die Weichen auch vom Ergebnis her auf Sieg. Später trafen auch noch Füllkrug und Junuzovic. Werder kann nun aufatmen, da die Resultate in der bisherigen Spielzeit oft nicht den ansich meist guten Leistungen entsprachen. Während die Norddeutschen auf Platz 9 vorpreschten, fiel Gladbach mit einer erneut uninspirierten Vorstellung auf den 13. Rang zurück und kommt allmählich in ungemütliche Gefilde. Jetzt gilt es, dringend den Negativtrend zu stoppen, um nicht in einen Abstiegskampf zu rutschen.

Dem VfB Stuttgart ist dieses Vorhaben in Hamburg eindrucksvoll gelungen. Das 1:0 war bereits der zweite Auswärtsdreier in Folge und spült die Schwaben aus der Abstiegsregion auf Platz 12 nach vorn. Hamburgs Aufwärtstrend wurde verdientermaßen gestoppt. Teilweise sah es so aus, als glaubten die Hanseaten, dass nach den letzten Punktgewinnen alles von selbst funktionieren würde. Doch am Ende konnte der HSV noch froh sein, dass die Niederlage nicht noch höher ausfiel.

Kein Fortschritt im Tabellenkeller

Mit nur kleinen Schritten ging es unter den jetzt auf den Plätzen 14-17 liegenden Teams voran. Ein bescheidenes Spiel erlebten die Fans des 1. FC Nürnberg und des FC Augsburg. Das 0:0 war schließlich nur ein folgerichtiges Resultat. Nürnberg stoppt damit immerhin den Trend von vier Niederlagen in vier Spielen, muss aber dennoch erst wieder die Kurve kriegen. Für Augsburg war der Punktgewinn sicherlich nützlicher.

Eine Punkteteilung der ansprechenden Art erlebten die Zuschauer in der SAP-Arena zu Hoffenheim. Eine dreimalige Führung konnten die Gastgeber gegen die SpVgg Greuther Fürth nicht über die Zeit bringen. Während Firmino und zweimal Joselu für Hoffenheim erfolgreich waren, trafen Stieber, Prib und in letzter Sekunde Sobiech für die Franken. Letztere zeigten damit ihre diesjährige Auswärtsstärke ein weiteres Mal und gingen mit einem deutlich besseren Gefühl aus der Freitagabendpartie als die ernüchterten Kraichgauer.

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