Rote Teppiche und andere Bananenschalen

Rupert Everett ist auch Sänger, zumindest mal gewesen, Sprecher und Autor. Wobei seine Biographie den Herald Tribune dazu hinreißen ließ, das Buch als das ‚brillanteste Buch des Jahres‘ zu bezeichnen. Und zwar vor allem deshalb, weil man es dort so ‚köstlich indiskret‘ findet. Aber auch eine angesehene deutsche Zeitung  wie die FAZ fand lobende Worte. Als Großneffe eines Doppelagenten und Nachfahre von Baronen und Freiherren ist der Brite für seine Verhältnisse relativ gut am Boden geblieben. Wobei man sagen muss, dass er mit seinem Humor, der teilweise extrem britisch ist, bisweilen schon dem einen oder anderen auf die Füße tritt. Und darauf gleich wieder mit Sarkasmus reagiert. „Vernon Dobtcheff, Schutzheiliger der Schauspieler, teilte mir brieflich mit, am Abend unseres Kennenlernens keinen Amethystring getragen und auch nie seine Finger mit Speichel befeuchtet zu haben, um in einem Buch zu blättern, wie ich es ihm unterstellte. Manchmal ist es eben schwer, sich genau zu erinnern, wer was wann geleckt hat.“

Das glaubt man ihm nach der Lektüre seines Buches gern, denn erstens war er wohl eine gute Zeit seines bisherigen Lebens reichlich banane und zweitens hat er auch kaum etwas ausgelassen. Wobei Everett, ein Befürworter der gleichgeschlechtlichen Ehe, seinen Spaß definitiv auf allen Ebenen suchte und fand.

Fans werden das Buch verschlingen, Leser, die der Sache neutral gegenüberstehen, werden sich so manches Mal wundern.

Rupert Everett: „Rote Teppiche und andere Bananenschalen“, erschienen im Oktober 2009, fast 500 Seiten Lästerei und Co für knapp 20 Euro.

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