Roadkill essen ist Trend: Aber sind Eulen wirklich lecker?

Menschen machen manchmal komische Sachen. Die Regel gilt allgegenwärtig. Ob es nun um Sportarten wie das Käserollen in England geht, religiöse Angelegenheiten wie ein Baby in Wasser tauchen oder stundenlang zuschauen wie Menschen im Fernsehen im Big Brother Haus nichts tun. Meist haben solche Riten ihre Wurzeln in der Geschichte und hatten zu einem Zeitpunkt starke soziale und/oder biologische Relevanz. Die Taufe ist eine rituelle Säuberung, welche aus einer Zeit stammt an dem die Hygiene in Europa stark unterbewertet wurde. Womöglich hat dies etwas mit den gemeinsamen Wurzeln zum Islam zu tun, wo Hygiene und die regelmäßige rituelle Säuberung eine wichtige Stellung einnehmen. Das mit dem Käserollen hat einen weniger logische Hintergrund, der mit der Zeit verloren ging. Wir wissen nur, dass es schon seit mindestens 200 Jahren stattfindet.

Ist Roadkill essen angesagt oder ekelig?

Jedenfalls geht es hier um die Frage des Essens. Selbst in Europa haben wir mehrere etwas fragwürdige Essgewohnheiten und -trends, wie rohes Fleisch auf dem Mettbrötchen, Froschschenkel und Escargot, sowie den Stierhoden nach dem Stierkampf. Wobei letzteres weniger und weniger vorzufinden ist. Jedenfalls stellt sich nun die Frage: Was kann man essen? Oder besser gesagt: Was kann man nicht essen? Und da trennen sich die Meinungen.

Roadkill ist ein bedauerliches Nebenprodukt des Autofahrens. Meist lässt man das Kleintier einfach dort liegen wo man es vorfand. Andere Tiere werden sich garantiert daran erfreuen. Außerdem bleibt oft auch einfach nicht genug übrig, um etwas daraus zu machen. Man muss allerdings zugeben, das Essen ist relativ günstig!

Jonathan McGowan – Spezialkoch für überfahrene Tiere

Aber ein Koch macht es zu seiner Mission jene Kleintiere zu finden aus denen man noch etwas machen kann. Gerichte wie Eulen-Bolognese bereitet Jonathan McGowan gerne zu. Er bezeichnet sich selbst auch als Tierschützer, und meint er würde kein Fleisch essen, wenn es nicht auf eine solche „natürliche“ Weise ums Leben kam.

Seiner Meinung nach sei Fuchs eins der besten Wildsorten, welche man als Roadkill essen kann. Ratte soll auch sehr gut schmecken; ähnlich wie Schwein. Igel und Dachs sollen aber ungenießbar sein, also besser die Finger davon lassen! Die Reaktionen zu seiner Küche waren gemischt: Die meisten, die sein Essen auch probiert haben, fühlten sich zwar etwas unwohl mit dem Konzept aber beteuern trotzdem das Essen sei sehr gut. Andere hingegen sind angewidert davon Essen von der Straße zu sammeln, wo hingegen weitere sich tierisch darüber aufregen. Es sei ja Tierquälerei tote Tiere zu essen…

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Dabei ist er nicht der einziger der das Roadkill essen als Nahrungsquelle sieht. Viele Jäger innerhalb Deutschlands denken auch nicht zweimal darüber nach, ob sie ein angefahrenes Reh in den Kofferraum werfen. Kleintiere sind da eine Grauzone, da meist nicht sehr viel davon übrig bleibt. Selbst Fernsehköche wie Hugh Fearnley-Whittingstall haben sich schon intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt. Generell bekommt die Alternative Küche mittlerweile mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Zudem muss man auch beteuern, dass überfahrene Tiere als Roadkill zu essen weitaus weniger ekelhaft ist, als manches was auf dem Discovery Channel verspeist wird!

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