Ríu Romantica: Anreise

Eine Dreiviertelstunde später geht es dann doch endlich los. In gewohnter Professionalität werden die Passagiere in die Boeing 737-800 bugsiert. Es gibt nichts zu beanstanden. Bis zur Essensausgabe fällt mir nichts bemerkenswertes auf. Dann jedoch erweckt eine Durchsage meine Aufmerksamkeit. "Wir arbeiten mit der Sansibar, Sylt zusammen. Unser Bordpersonal wird Ihre Essensbestellungen persönlich aufnehmen. Preise und Speisekarte finden Sie vor sich." Nanu? Bordverpflegung plötzlich kostenpflichtig? Wir bestellen und zahlen insgesamt 20 Euro für ein paar Mikrowellencheeseburger. Hoffentlich ist das Essen in der echten Sansibar besser!!

Erst im Verlaufe der Essensausgabe stelle ich fest, dass es die kostenlose Verpflegung doch noch gibt. Schinken- oder Käsesandwich? Sehen gar nicht mal schlecht aus, die Dinger. Rein zur Qualitätskontrolle lasse ich mir je ein Sandwich aushändigen und verköstige es an Ort und Stelle. Fazit: Schlechter als das kostenpflichtige Angebot der Sansibar ist das kostenlose Sandwich nicht. Tipp für zukünftige Air-Berlin-Passagere: Portemonnaie zutackern und auf trockenes, aber teures Mikrowellenessen verzichten! Auch wenn´s der Sansibar, Sylt und dem Chef von Air Berlin, Joachim Hunold schadet…

Der Flug verläuft ansonsten planmäßig. Der Service an Bord lässt allerdings stark zu wünschen übrig. Getränke werden mit erheblicher Verzögerung und erst nach mehrmaliger Erinnerung serviert, die Freundlichkeit des Personals ist durch die Bank eingeschränkt. Man braucht also nicht von schlechter Laune einzelner auszugehen. Da der Flug nur etwas wenig mehr als 2 Stunden dauert, nimmt man diese Einschränkung zähneknirschend, aber ungern in Kauf. Ist das die Folge der Billigfliegerei? Obwohl: Wir fliegen ja gar nicht billig! Jedenfalls nicht wissentlich. Wir haben immerhin knappe 4 Mille für das Gesamtarrangement gezahlt…

Landung auf Mallorca. Professionell, dieser Flughafen. Und groß! Wir folgen der Beschilderung "Gepäckausgabe". Nach einer Weile stellt sich heraus, dass offenbar alle Gänge zur Gepäckausgabe führen. Jedenfalls gibt es Unmengen an Richtungsschildern zu diesem speziellen Ort der Begierde eines jeden Neuankömmlings. Kaum eine Viertelstunde später sind wir ebenfalls angekommen. Auf dem Weg dorthin haben wir viele Mitreisende verloren. Am Ende waren wir sicher, auf dem Holzweg zu sein, Dann die Überraschung: Doch richtig!

Das Gepäck gelangt zügig in unsere Hände und die Wegweisung zu den TUI-Transferbussen ist unmissverständlich. Der Bus ist großzügig dimensioniert, der Fahrer offenbar ausgeschlafen, jedenfalls mit einem sehr angenehmen Fahrstil versehen. Etwas über eine Stunde später befahren wir den Ort S’Estany d’en Mas und sind zunächst etwas erstaunt. Massive Baumaßnahmen verschandeln den Ortseingang. Sollte das Ríu Romantica nicht mehr oder weniger das einzige Gebäude an der gleichnamigen Cala sein? So suggeriert es jedenfalls der Katalog. Natürlich nicht explizit…

Schnell stellt sich heraus, dass rund um die Cala Romantica ein durchaus ansehnliches Örtchen existiert. Das Drei-Sterne-Haus Ríu Romantica liegt jedenfalls, wie im Katalog beschrieben, direkt am Strand und stellt sich als langgezogene Bungalowanlage mit einem gepflegten Garten und einer sehr ansprechenden Gesamtoptik dar. Die Begrüßung an der Rezeption fällt schon fast herzlich aus. Schnell, angenehm viel schneller im Vergleich zu anderen Häusern sind die Zimmer verteilt. Die Gäste machen sich auf den bis zu 40 (!!) Minuten langen Weg zur Heimat auf Zeit, den man sich allerdings durch die Inanspruchnahme des kleinen treckergetriebenen Zuges, der im Viertelstundentakt durch die Anlage fährt, angenehmer gestalten kann.

Unser Familienzimmer befindet sich etwa fünf Fußminuten von der Rezeption und zwei Minuten vom Poolbereich entfernt. Ein kleiner Bungalow beherbergt zwei Familieneinheiten, von denen wir eine gebucht haben. Ein Familienzimmer besteht aus zwei Doppelzimmern mit Badezimmern, die mittels einer Verbindungstür zu einer Einheit werden. Bereits auf den ersten Blick stelle ich fest, dass das "strittige" Babybett schon steht. Zudem befinden sich die Zimmer in einem Top-Zustand. In Bewertungen habe ich zuvor gelesen, dass die Anlage über 40 Jahre alt ist und entsprechend aussieht. Ich kann nur jedem empfehlen, mal einen mindestens doppelt so teuren Robinson-Club aufzusuchen, um die persönlichen Dimensionen wieder gerade zu rücken. Denn hinter einem RC braucht sich diese Anlage hinsichtlich der Unterbringung sicherlich nicht zu verstecken. Und das obwohl sie "nur" über drei Sterne verfügt.

Zehn/Fünfzehn Minuten nach Bezug des Zimmers ereilt uns ein Anruf der Direktion. Man möchte wissen, ob alles zur Zufriedenheit ist, ob alle Unterkunftswünsche erfüllt sind, ob man Kritik anzubringen hat. Wir entgegnen größtes Lob. In der Tat haben wir nichts zu bemängeln. Alles bestens!

In allen Ríu-Hotels gibt es zum Abend zwei Essenszeiten. Zur Ankunft wurde uns beschieden, dass wir am ersten Tag an sich nur die zweite Phase von 20.30 bis 21.30 Uhr nutzen können. Sollten wir dies nicht wünschen, sollten wir uns direkt an den Oberkellner wenden, der entsprechende Entscheidungen treffen könne. Da wir mit einem knapp 18 Monate alten Kleinkind unterwegs sind, kommt natürlich die zweite Essenszeit ab 20.30 Uhr nicht in Frage. Da schläft die Kleine längst. Also machen wir uns um 18.30 Uhr, zum Beginn der ersten Essenszeit auf, den Oberkellner aufzusuchen.

Dieser ist sehr zuvorkommend und bietet uns mehrere Tische an, bis wir uns als Familie letztlich für einen entscheiden können. Diese Entscheidung ist einigermaßen bedeutsam, denn diesen Tisch werden wir bis zum Urlaubsende behalten. Worin auch der Vorteil der Regelung liegt. Gehst Du abends zum Essen, musst Du nicht hoffen, dass möglichst nicht alle anderen Gäste momentan auch da sind und ansonsten befürchten, keinen Platz zu erhaschen. Nein. Vielmehr setzt Du Dich an den Dir zugewiesenen Platz und speist in Ruhe vor Dich hin!

Eine Kleinigkeit am Rande. Ich stelle mir an diesem Abend einen Salat zusammen. Aufgrund der Vielzahl verfügbarer Dressings, frage ich den Kellner am Salatbuffet, welches davon das Joghurtdressing ist. Dieser berät sich mit seinem Chef und bescheidet mir, dass es an diesem Abend kein Joghurtdressing gebe. Ich bedanke mich und will etwas anderes auswählen, als mich der Oberkellner bittet, ihm meine Tischnummer zu nennen. Er werde mir unverzüglich ein Joghurtdressing bringen lassen. Was auch geschieht! Wenn das kein Service ist…

An diesem Abend suchen wir rundum zufrieden unsere Unterkunft auf!

(Fotos: dpetereit / Logo: Riu-Hoteles)

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