Rezension: Die Drei Musketiere – Ein Comic von Nicolas Juncker

Bei Carlsen Comics ist ein Comic, von dem französischen Zeichner und Autor Nicolas Juncker erschienen, der sich ebenfalls der Geschichte um d'Artagnan und seinen drei Freunden Athos, Porthos und Aramis widmet.

Worum geht's?

Der junge d'Artagnan träumt davon ein Musketier zu werden und macht sich auf den Weg nach Paris. Schon auf dem Weg dorthin gibt es erste Schwierigkeiten und er wird aus einem Wirtshaus geworfen. Auch in der Kaserne der Musketiere, läuft es alles andere als vorteilhaft für d'Artagnan. So ergibt es sich, dass er innerhalb kürzester Zeit zu drei Duellen antreten muss, die auch noch fast zur gleichen Zeit stattfinden. Er hofft dadurch Anerkennung zu bekommen und stellt sich seinen Duellanten mutig gegenüber. Als diese alle gleichzeitig auftauchen, kommt es schnell zur Verwirrung, denn die drei Gegner scheinen sich untereinander zu kennen: Athos, Porthos und Aramis. Bevor sich d'Artagnan seiner Pflicht stellen kann, wird die Gruppe von anderen Musketieren aufgemischt, was die vier zusammen kämpfen lässt. Die aus dem gemeinsamen Kampf resultierende Sympathie zueinander, sollte d'Artagnan und die drei Musketiere viele Jahre begleiten.

Bekanntes neu verpackt

Sicherlich kennt jeder von uns irgendeinen Film oder einen Comic, in dem „Die Drei Musketiere“ eine Rolle spielen. Nicolas Junckers Story beinhaltet im Prinzip nichts neues, doch erzählt er Bekanntes auf eine ansprechende Weise. Als Leser begleiten wir den jungen und doch recht unbeholfenen d'Artagnan auf dem Weg zur Erfüllung seines Traums – ein Musketier zu werden. In der ersten Hälfte der Geschichte scheint alles noch sehr spielerisch für alle Beteiligten zu sein. Doch als so langsam die eine oder andere Intrige aufgedeckt wird und schließlich der Krieg gegen England beginnt, ändert sich Ton im Comic und es geht deutlich mehr zur Sache. Juncker baut dabei seinen Spannungsbogen sehr langsam auf und zieht ihn über den kompletten Band, ohne kleinere Highlights zu setzen.

Die etwas andere Darstellung

Im Gegensatz zu anderen historischen Comics, legt Junckers „Die Drei Musketiere“ keinen Wert auf ausufernde Details oder realistische Darstellungen. Er setzt in seinem Werk auf einen extrem reduzierten Stil, der auf den ersten Blick nicht wirklich passen will und etwas konfus wirkt. So wird die Mimik der Charaktere mit minimalistischsten Mittel dargestellt und Augen und Mund sind manchmal nicht mehr als ein Punkt. Sicherlich schafft es Nicolas Juncker die Gefühlsregungen seiner Protagonisten an den Leser zu bringen, dennoch ist sein Stil Geschmackssache. Dafür beweist der Zeichner sein können bei Verwenden der Panels, Sequenzen und Montagen. In relativ kurzen Abständen wechselt die Perspektive immer wieder in die Sicht von d'Artagnan und Junckers zeigt mit tollen Montagen was der junge Mann denkt. Die Gedanken sind meistens genau das Gegenteil, wie was er sagt, wodurch es eine tolle Wirkung beim Leser hat.

Fazit

Was mir wirklich sehr gut gefallen hat, ist, dass es sich bei Junckers Geschichte um keine romantisierte und heroische Darstellung der Musketiere handelt und er sogar auf Stereotypen fast komplett verzichtet hat. Auch die Zeichnungen und seine Art der Montagen einzubauen und wie er Panels verwendet sind wirklich beeindruckend. Leider war mir die Story zu langatmig und gewann zu langsam an Fahrt. Sicherlich war es für die Charakterentwicklung dienlich, doch konnte mich die Geschichte erst gegen Ende des Bandes richtig fesseln. Davor musste ich mich teilweise durch die Seiten kämpfen.

Die Drei Musketiere – Aus dem Tagebuch des jungen D'Artagnan von Nicolas Juncker im Hardcover mit 264 Seiten erscheint bei Carlsen Comics. Preis 24,90 Euro. ISBN 978-3-551-78696-8

Eine Meinung

  1. Also ich muss sagen,dass ich die drei Musketiere so oft gelesen hab und es gab ja auch schon unzählige Verfilmungen oder? Aber als Comic hab ich es mir noch nie angeschaut. Ich werde mal schauen ob ich es irgendwo günstig gebraucht ersteiegrn kann:-) Aber toller Tipp! Danke dir!LGLeseratte

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