Passfoto selber machen: Worauf Sie achten sollten!

Alle Jahre wieder wird er fällig: der nervende Gang zum Fotografen, um mal wieder aktuelle Passfotos machen zu lassen. Wirklich zufrieden, im Sinne von überwältigt, ist man angesichts der herkömmlichen Ästhetik von Passbildern ja dann leider nur äußerst selten. Stattdessen lassen einen gerade professionelle Passfotos mitunter wie auf Fahndungsfotos von Ulrike Meinhof aussehen. Die gute Nachricht: Mit ein wenig Aufwand können anspruchsvolle Laien auch zuhause normgerechte Passfotos selber machen. Das ist nicht nur ziemlich praktisch, sondern verleiht Ihrem Passbild vielleicht sogar eine individuelle und hübsche Note. Wir verraten Ihnen, wie's funktioniert – und auf welche Vorgaben Sie beim Fotografieren von Passbildern zuhause achten sollten.

Passfoto selber machen: Was wird benötigt?

  • neutraler Hintergrund
  • Kamera
  • Stativ (oder zweite Person)
  • Blitze bzw. Lampen zum Ausleuchten
  • Tageslicht

 

Passfoto selber machen: So wird's gemacht!

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Hintergrund für Passfotos zuhause

Um ein Passfoto selber machen zu können, ist zunächst ein entsprechend neutraler Hintergrund wichtig. Optimal für den Hintergrund von Passbildern ist übrigens die Farbe Hellblau. Um einen guten Kontrast zum Gesicht und zum Haar zu erzeugen, sollte der Hintergrund aber zumindest gleichmäßig, einfarbig und möglichst hell gestaltet sein. (Am unkompliziertesten funktionieren natürlich professionelle Fotohintergründe.)

Foto-Amateur-Tipp: Den Hintergrund von Passbildern kann man natürlich auch improvisieren. Dafür eignet sich beispielsweise eine hellgraue (notfalls: weiße) Zimmerwand oder eine helle Fläche wie z.B. ein Karton oder die Rückwand eines größeren Bildes. Achtung: Da Stoff dazu neigt, ungünstige Falten zu werfen (die sich später im Schritt der Nachbearbeitung nur mühsam retuschieren lassen), eignen sich als improvisierte Fotohintergründe für Passbilder am besten Falt-  oder Kartonhintergründe. Auch störende Schatten sind eine typische Fehlerquelle beim Selbermachen von Passfotos zuhause. Solche unschönen Schatten vermeiden Sie, indem Sie den Abstand zwischen Fotografiertem und Hintergrund maximieren.

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Ausleuchten von Passfotos zuhause: Tageslicht

Für die Ausleuchtung des Gesichts auf Passfotos gibt es einige Vorgaben der Bundesdruckerei. Diese sehen vor, dass Gesichter prinziell ohne Schatten und ohne Reflexionen – also gleichmäßig ausgeleuchtet – werden sollen. Wie jedoch lässt sich das zuhause umsetzen? Eine Möglichkeit wäre, dass der Hintergrund gegenüber eines größeren Fensters positioniert wird. In puncto Lichtverhältnisse gilt es dabei folgendes zu beachten: Normales Tageslicht ist gut, zu grell blendende Sonne schlecht (da sie wiederum Schatten provozieren kann und die Meinhof sonst blitzelt). Tipp: Die perfekte Ausleuchtung erreichen Sie durch eine Position, in der die Sonne nicht direkt hineinscheit, aber ausreichend Tageslicht von draußen hineinkommt.

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Ausleuchten von Passfotos zuhause: Blitze

Wenn Sie mit Blitzen fotografieren, so sollten diese optimalerweise entfesselt verwendet. Profis haben dafür eine Softbox zur Verfügung. Für Amateure hat sich der folgende improvisierte Lichtaufbau als günstig erwiesen: Dafür positioniert man ein Hauptlicht relativ nah an der Kamera. Empfehlenswert ist dafür zum Beispiel ein Speedlite-Blitz, den man entfesselt über Funk auslöst. Hilfreich ist auch der Einsatz einer Gegenlichtblende. Zur Reduktion von Schatten sollte nun auch ein Durchlichtschirm vor den Blitz gestellt werden. Dieser lässt sich aber auch Durchlichtschirm – etwa mit einer lichtdurchlässigen und neutralen spanischen Wand. Um weicheres Licht zu gewinnen, kann man alternativ aber auch einfach den Blitz herumdrehen und gegen ein weißes Objekt blitzen lassen.
Im nächsten Schritt sollte nun auch der Hintergrund noch weiter aufgehellt werden. Dafür kann ein zweiter Blitz hinter der zu fotografierenden Person positioniert werden. Achtung: Wieder sollte ein Durchlichtschirm oder Äquivalent verwendet werden. Als Notlösung können Sie Passfotos ohne entfesselte Blitze machen, wenn Sie den Blitz statt auf die zu fotografierende Person etwa auf die weiße Zimmerdecke richten.

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Offizielle Vorschriften zu Passbildern

Wie muss ich auf dem Passfoto gucken? Bierernst, hochseriös, oder darf man auf dem Passfoto lächeln? Gibt es bei der Kopfhaltung irgendetwas zu beachten? Darf man auf Passbildern Schmuck tragen? Und wie seriös ist eigentlich ein Passfoto mit Hut? Antworten auf diese und andere Fragen finden Sie auf den Seiten der Bundesdruckerei.
Laut Vorgaben der Bundesdruckerei hat ein Passfoto übrigens ein Format von 35 x 44mm.

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Nachbearbeitung von den Fotos am PC

Natürlich läuft es auch bei Hobbyfotografen nicht immer nach Plan. Einige typische Fehler beim Selbermachen von Passfotos lassen sich zum Glück im Schritt der Nachbearbeitung am PC leicht korrigieren. Empfehlenswert ist dafür wie immer Photoshop oder eine vergleichbare Software zur Bildbearbeitung. Zu dunkler oder unregelmäßiger Hintergrund lässt sich dort schnell mit dem Abwedler-Tool retuschieren. Bei zu unnatürlicher Einfärbung hilft ein manueller Weißabgleich. Achtung: Beachten Sie im Schritt der Nachbearbeitung bitte, dass die fotografierte Person nicht verfremdet wird. Stattdessen sollte ein Passfoto immer ein (natürliches) Abbild der Person darstellen. Dies gilt im Grunde auch für Falten und Hautunregelmäßigkeiten.

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Passfotos zuhause drucken

Selbstverständlich können Sie mit entsprechender Ausstattung (Fotodrucker, Fotopapier) auch Passfotos zuhause drucken. Beachten Sie dabei bitte die standardisierte Größe von 35 x 45 mm. Außerdem sollten Sie Passbilder zuhause mit mindestens 300 dpi drucken. Wenn Sie zuhause ein Passfoto selber machen, ist es natürlich immer auch eine Option, dieses professionell drucken zu lassen. Dafür können Sie einen ganz normalen Anbieter nutzen. Aber Achtung! Passfotos drucken ist manchmal etwas trickreich: Denken Sie deshalb daran, die Bilder so anzuordnen, dass die Passfotos in den jeweiligen Standard-Formaten auch die entsprechend richtigen Größen ergeben. Für diesen Arbeitsschritt können Sie Photoshop nutzen.

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