Pans Labyrinth – Phantasien neu entdeckt im spanischen Bürgerkrieg

Heute riss mich ein Anruf auf meinem Handy aus einer Art e-mail-Trance. Ich war so vertieft darin, mir mit Freunden zu schreiben, dass ich glatt die Verabredung für „Pans Labyrinth“ vergessen hatte. Der Freund, mit dem ich verabredet war, rief mich schon vom Kino aus an, wo ich in diesem Moment eigentlich auch hätte sein sollen. Statt dessen saß ich noch zu Hause vor dem Computer. Also, schnell aufs Fahrrad und ab zu den „Leopold Kinos“. Die „Leopold Kinos“ sind in unmittelbarer Nähe zur Münchner Freiheit, so dass heißhungrige Kinobesucher vor und nach dem Kinobesuch die Wahl zwischen Mc Donalds und verschiedenen türkischen oder indischen Snacks in direkter Umgebung haben. Die Kinosäle der „Leopold Kinos“ sind nicht riesig, aber alle auf dem neuesten technischen Stand. Da ist nichts auszusetzen. Mir geht es so, je intimer der Kinosaal, desto angenehmer finde ich den Kinobesuch. Hier gefällt es mir.

Durch meine Verspätung habe ich die ersten 10 Minuten des Films verpaßt, doch ich finde mich schnell in die Geschichte hinein. Ein junges Mädchen und seine hochschwangere Mutter. Stiefvater des Mädchens und Vater des noch ungeborenen Lebens ein äußerst brutaler spanischer Armeeoffizier, der eine Strafexpedition gegen linke Partisanen leitet, die sich im umgebenden Wald verstecken. Der Film ist phantastisch im besten Sinne und unglaublich brutal. Es ist schwer zu ertragen mit anzusehen, wie einem jungen Mann in Nahaufnahme erst das Gesicht und dann der ganze Schädel zertrümmert wird. Aufgelockert werden derartige Szenen mit Märchenepisoden, die der Vorstellungskraft des jungen Mädchens zu entspringen scheinen. Aber so eindeutig ist es nicht. Die Thematik des Films ist zu vielschichtig, als dass sie genau einzuordnen wäre. Die Märchenwelt des kleinen Mädchens könnte tatsächlich existieren. Sie ist genauso real, wie die reale Welt des spanischen Bürgerkriegs. Pans Labyrinth kennt kein „Entweder – oder“, sondern „Sowohl als auch“. Phantasie und Realität verschmelzen. Jeder Kinobesucher muss für sich selber festlegen, wie weit er sich darauf einlassen und ins Reich der Phantasie vordringen will. Ich persönlich gehe oft und gerne nach Phantasien – dreams are my reality. Also, genau mein Film!

Fazit: Von mir bekommt „Pans Labyrinth“ eine klare Empfehlung, weil der Film sehr phantasievoll gemacht ist und nicht mit Eindeutigkeit langweilt. Jeder Zuschauer wird letztlich seinen ganz eigenen Weg aus Pans Labyrinth finden. Allerdings sei ausdrücklich vor der drastischen Brutalität gewarnt, die in diesem Film mehrmals im Detail gezeigt wird.

A bientôt,

Jean Gérard

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