Nichts ist auswegslos: Hilfe bei Selbstmordgedanken

Ein suizidgefährdeter Mensch bringt nicht nur sich, sondern auch meist sein direktes Umfeld in eine äußerst schwierige Situation. Selbst wenn dieser Zustand vom Betroffenen und seinen Angehörigen erkannt wird, ist es nicht einfach, damit umzugehen und zu helfen. Meist ist eine Depression im Spiel, die weiteres logisches Handeln erschwert oder sogar verhindert. Vielfältige Hilfsangebote von Selbsthilfegruppen, Beratungsstellen, Neurologen und sogar Internet Foren sind vorhanden, die Hilfesuchenden sogar rund um die Uhr zur Verfügung stehen. Selbst ein ärztlicher Notdienst kann im aktuellen Depressionsfall eine Hilfe darstellen.

Hilfe bei Selbstmordgedanken

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Den Zustand erkennen und akzeptieren

Hilfe bei Selbstmordgedanken ist nicht einfach zu erhalten. Denn der Betroffene muß zuerst seinen Zustand erkennen und die aktuelle Situation akzeptieren. Die Depression als Auslöser wird oft abgestritten oder verharmlost, die Gesamtsituation nicht erkannt. Bei Teenagern sind es oft Eltern, die die ersten Symptome nicht wahrnehmen; bei Senioren reagiert das Umfeld auch oft verharmlosend. Dabei ist eine Depression eine ernstzunehmende Erkrankung, die behandlungsbedürftig ist und nicht mit Floskeln oder simplen Verhaltensvorträgen gelöst werden kann.

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Der Umgang mit Depression

In der Depression ist es geradezu typisch, daß die Realität vom Betroffenen selbst nur noch verzerrt wahrgenommen wird. Außenstehende haben es sehr schwer, in diesem Kontext zu agieren und zu argumentieren, da selbst einfache, logische Zusammenhänge vom Patienten anders betrachtet werden. Übertreibung, Verzerrung, vielfach ausgelöst durch Lebensumstände, die den Betroffenen aus der gewohnten Bahn werfen und ihn überfordert mit sich alleine lassen. Eine Depression ist daher für Betroffene und Angehörige eine besondere Herausforderung.

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Das Umfeld erhalten und verstärken

Der Depressive neigt dazu, sich mit seinem scheinbar unlösbaren Problem zurückzuziehen und familiäre und soziale Netze abzubrechen. Erster Schritt aus dieser Gefahrensituation ist daher der Rückhalt im Umfeld.  Anzeichen für einen kompletten Rückzug sollten als konkretes Alarmsignal gedeutet werden. Hilfe bei Selbstmordgedanken kann schon der regelmäßige Kontakt sein, der Anruf oder formlose Besuch, das Gesprächsangebot.

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Hilfe zur Selbsthilfe

Konkrete Hilfe bei Selbstmordgedanken können Gespräche in Selbsthilfegruppen sein, eine medikamentöse Behandlung durch den Neurologen, genauso wie ein bewußtes Umgehen des Betroffenen mit seiner Krankheit. Denn ernstzunehmende Suizidabsichten sind kein normaler Lebenszustand, sondern eine Notfallsituation. Die „Stiftung Deutsche Depressionshilfe“ bietet Krisentelefone, Selbsthilfegruppen und weitere Kontakte zu Krisendiensten. Weitere Institutionen bieten ebenfalls eine Nothotline und Gesprächskreise sowie die Vermittlung zu Psychologischen Beratungsstellen an. Wichtig: Der Betroffene kann ohne Hilfe von außen nicht handeln. Nur wenige sind in der Lage, von sich aus zu reagieren. Angehörige sollten diese Schritte begleiten und immer das Gefühl dieser Begleitung vermitteln.

Schwierigkeitsgrad:  

2 Meinungen

  1. Bei Selbstmordgedanken ist es wichtig ob man denk: ich will SO nicht mehr Leben oder ich will nicht mehr Leben. Bei ersterem gibt es noch eine Möglichkeit zur Veränderung.

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