New Kids Nitro: zweiter Teil der Proll-Komödie zum Fremdschämen?

Es wird wieder derb im Kino: „New Kids Nitro“ präsentiert die weiteren Abenteuer von Richard, Gerrie, Rikkert, Robbie und Barrie, inklusive Manta, Vokuhila, Pluderhose und Schultenbräu. Dieses Mal legen sich die fünf Proleten aus Maaskantje mit ihren Hooligan-Kollegen aus Schijndel an, dem Nachbarstädtchen, das bereits in Teil 1 „New Kids Turbo“ den Kopf für die Chaoten hinhalten musste.

New Kids Nitro: schneller, derber, prolliger

Auch „New Kids Nitro“ schließt nahtlos dort an, wo die holländische Fernsehserie und der letzte Kinofilm aufgehört haben: im vollständigen Nonsense-Nirwana, im absoluten Logik-Limbo, dort, wo sich hauchdünne Geschichten mit brachialen Szenen zu einer Proll-Komödie verbinden, die sich ausschließlich mit stark herabgesetztem Pietätsbewusstsein und abgeschaltetem Verstand ansehen lässt, dann allerdings eine Menge Spaß machen kann. Und Zombies sind wohl auch im neuen Teil mit von der Partie.

Das mit dem abgeschalteten Verstand ist jedoch so nicht ganz richtig: Während die von den New Kids (Tim Haars, Huub Smit, Wesley van Gaalen, Steffen Haars und Flip Van der Kuil) dargestellte Proleten-Kultur eigentlich so alt ist, wie ihr grüner Opel Manta (und die dazugehörigen Witze), und mehr oder minder nur noch im RTL-Prekariatsprogramm am Nachmittag zu sehen ist, sind die Folgen der Serie und ihre Filme nicht nur die Glorifizierung von Hirnlosigkeit und Späßen auf Kosten von Frauen, Behinderten und Minderheiten (gerne auch unter Zuhilfenahme beinahe comichafter Gewalt), sondern auch die satirische Überspitzung und das Zerr- und Spiegelbild eben jener Gestalten, die besonders in den 90ern nicht zuletzt auch in Deutschland zum alltäglichen Straßenbild gehörten (erinnert sich noch jemand an Til Schweigers Kostprobe seiner Schauspielkunst in „Manta, Manta“?).

Die neue Proll-Komödie mit den Krawall-Holländern

Was wird man also vom zweiten Kinofilm erwarten können? Zunächst einmal den zarten Anflug einer Story, die schmetterlingsgleich über der Proll-Komödie flattern wird, um Raum für die derbsten Späße diesseits des Trash-Äquators zu lassen. Des Weiteren liefert uns der Trailer die Gewissheit, dass die Grenzen des guten Geschmacks, noch immer ein wenig lädiert von „New Kids Turbo“, vollends dem Erdboden gleich gemacht werden, und die Vorfreude auf ein Autorennen, gegen das „The Fast and the Furious“ aussieht wie eine Carrera-Bahn, auf wandelnde Untote und Actionsequenzen, bei denen sich die „Expendables“ warm anziehen müssen.

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Die New Kids verschließen sich konsequent allem, was dem Bildungsbürger lieb und teuer ist. Und diesen Ansatz kann man mögen, muss man aber nicht und tatsächlich lassen die Holländer zwischen Begeisterung und Abscheu des Publikums auch keinerlei Zwischenräume. Am 05. Januar 2012 wird nun mit Teil 2 der Proll-Saga eine weitere Möglichkeit geboten, die Zuschauergunst zu spalten, wenn „New Kids Nitro“ in die deutschen Kinos kommt.

New Kids Nitro
Buch und Regie: Steffen Haars, Flip Van der Kuil
Mit: Tim Haars, Huub Smit, Wesley van Gaalen, Steffen Haars, Flip Van der Kuil
Verleih: Constantin
Kinostart: 05.01.2012

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