Manchester United: Geschichte des Traditionsklubs

Seit diesem Jahr ist Manchester United alleiniger Rekordmeister auf der Insel. 19 Vereinstitel haben sie inzwischen gewonnen, hinzu kommen 11 FA-Cup-Siege, 18 Titel im Supercup, drei Titel im Europapokal der Landesmeister, und und und… ManU ist eine der ganz großen Adressen im europäischen Fußball.

Spätestens seit Alex Ferguson 1986 (!) den Posten des Teammanagers (in England hat das „Magath-Modell“ als Manager und Trainer in Personalunion längst Tradition) antrat. Die Jahrzehnte zuvor waren aber auch erfolgreich, abwechslungsreich und 1958 vor allem überaus tragisch…

Manchester United: Von den Anfängen bis in die Achtziger

1878 gründete sich Man United unter dem damaligen Namen Newton Heath. Es war ein Arbeiterverein und als 1888 die Football League gegründet wurde, da erachtete man sich als zu schlecht, um daran teilzunehmen. Erst 1892 wurde der Schritt vollzogen. Weitere zehn Jahre später kam es zum Namenswechseln und zu den klassischen Vereinfarben rot und weiß. Der Brauereibesitzer Henry Davis war maßgeblich an der Rettung des finanziell angeschlagenen Clubs beteiligt, ebenso wie an der Umbenennung.

1908 und 1911 wurden die ersten beiden Meisterschaften gefeiert, anschließend aber gab es eine Ära der Erfolglosigkeit, das Team steig ab und wurde 1938 wieder erstklassig. Unter der Ägide von Trainer Matt Busby (1945-69) stellten sich nicht nur Erfolge wieder ein, 1958 ereignete sich die größte Tragödie der Vereinsgeschichte und womöglich eine der größten im europäischen Fußball überhaupt. Auf dem Weg zu einem Auswärtsspiel im Europapokal wollte das Team in München zwischenlanden, nur geriet das Flugzeug in einen Schneesturm. Acht Spieler starben, die Legende Bobby Charlton beispielsweise überlebte nur mit schweren Verletzungen. United lag in Scherben, der Wiederaufbau des Teams wurde in den Folgejahren vorgenommen.

Zehn Jahre später bereits – in der Zwischenzeit gewannen die Rot-weißen den FU-Cup und zwei Meistertitel – feierte Manchester den bis dato größten Erfolg des Vereins und wurde Europapokalsieger der Landesmeister.

Erst Krise, dann Ferguson: Der Dauerbrenner im europäischen Fußball

Nach dem freiwilligen Rücktritt Busbys geriet Man United in unruhige Fahrwasser, stieg in den 70er Jahren sogar für ein Jahr in die zweite Liga ab. Mit der Verpflichtung von Sir Alex Ferguson (er wurde 1999 nach dem CL-Sieg gegen Bayern München von der Queen zum Ritter geschlagen) aber, stellte sich auch der Erfolg wieder ein. Und was für einer! Bei der Amtsübernahme sagte Ferguson, er wollte „The red devils“ zur erfolgreichsten englischen Mannschaft machen. Damals standen sieben Titel zu buche und insbesondere in den 80er Jahren war der FC Liverpool das Maß aller Dinge. 25 Jahre später hat er dies geschafft: Manchester United hat seither 12 nationale Titel gewonnen und seit der Saison 2010/2011 führen sie mit 19 Triumphen die englandinterne Erfolgsliste an. Ohne alle Triumphe einzeln aufzuzählen, nur einige wenige Eckdaten aus den 90er Jahren: 1993 gelang der erste Double der Vereinsgeschichte aus Meisterschaft und Pokal, 1999 folgte dann das Triple. Im legendären Champions League Finale von Barcelona besiegte man den FC Bayern München mit 2:1, wobei beide Tore für United erst nach der 90. Minute, also in der Nachspielzeit erzielt wurden.

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Und dennoch ist nicht alles rosig beim Traditionsverein. Seit 2003 hat der amerikanische Geschäftsmann Malcolm Glazer sukzessive den börsennotierten Verein übernommen, 2005 gehörten ihm bereits 98% von Manchester United. Wie bereits einige jahre zuvor in London bei Chelsea, sahen die Fans des Clubs den Verrat an der Geschichte, an der Tradition des Vereins. Inzwischen haben sich die Proteste aber wieder gelegt. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass die sportliche Leitung des Vereins um Ferguson weiterhin nahezu autonom weiterarbeiten konnte und kann.

Die Größten der Großen – Die wichtigsten Spieler in der Geschichte von Man United

2011 hat Inside United, das Klubmagazin, die Fans dazu aufgerufen, die besten Spieler aller Zeiten zu wählen, die jemals im Shirt von „The red devils“ aufgelaufen sind. Wir schließen uns dieser Liste an, ergänzen sie aber um ein paar Informationen

  1. Ryan Giggs: Der inzwischen 38-jährige spielt immer noch (grandios) für Manchester und gehört im Normalfall zur Startformation. Mit 577 Liga-Einsätzen und 822 insgesamt für ManU ist der Mittelfeldakteur die Nummer Eins der am häufigsten für Manchester gespielten Spieler. Seit 1987 ist der Waliser für Fergusons Team aktiv, hat als Profi nie unter einem anderen Trainer gespielt.
  2. Éric Cantona: Der exzentrische Franzose spielte fünf Jahre bei United. Während seiner Zeit dort gewannen er und das Team vier Meisterschaften, 1996 wurde er Fußballer des Jahres. 2005 wurde „The King“ gar zum besten Spieler in der Premiere League aller Zeiten gewählt. Das „enfant terible“ stand sich dennoch ab und an selber im Weg, wenn er beispielsweise eine achtmonatige Sperre verkraften musste, da er einen Fan mit einem Tritt attackierte…
  3. George Best: Der Nordire spiele elf Jahre in Manchester (63-74) und erzielte 179 Tore in 470 Spielen. Er war der vielleicht wichtigste Bestandteil des Teams beim ersten Europapokalgewinn 1968. Das Los der großen Spieler aus fußballerisch unbedeutenden Ländern: Er war, ebenso wie Giggs, nie bei einer Fußball-Weltmeisterschaft. 2005 verstarb die Legende.
  4. Sir Bobby Charlton: Bleibt noch DIE Legende schlechthin. Charlton war der entscheidende Mann beim bisher einzigen Weltmeistertitel der Engländer 1966, er wurde in diesem Jahr Europas Fußballer des Jahres. Für ManU stand er 758 Spiele auf dem Platz, nur Giggs war häufiger im rot-weißen Leibchen zu sehen. Auch er ist inzwischen zum Ritter geschlagen. Bobby Charlton führt mit seinen 249 Toren in den verschiedenen Wettbewerben die Liste der Rekordtorschützen Manchesters an.
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Bleibt noch zuletzt kurz das grandiose Stadion der Red Devils zu erwähnen – das Old Trafford! Über 75.000 Zuschauer finden hier Platz und es gilt als eine der ganz großen Fußballbühnen dieser Welt. Nicht umsonst wird es auch das „Theatre of Dreams“ genannt.

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