James Bond : Casino Royale

Zurück zu den Wurzeln. So lautete das Motto der Bond-Macher, als es an die Produktion von Casino Royale ging. Aber schon bevor auch nur eine Szene gedreht worden war, fiel die Boulevardpresse wie ein Schwarm wild gewordener Heuschrecken auf Speed über Daniel Craig her. Zu blond sei er, zu weich, er könne nur mit Automatik fahren und nicht schwimmen. Nun, da die 150 Millionen Dollar-Produktion seit gestern in bundesdeutschen Kinos zu begutachten ist, dürften die meisten Kritiker und Craig-Hasser verstummt sein und müssen zudem kleinlaut eingestehen, dass Casino Royale einer der besten Bond-Filme seit Ewigkeiten ist. Nur eines noch vorweg: je weniger man über die Geschichte weiß, desto mehr Spaß wird man später im Kino haben. Nur allzu Neugierige sollten weiterlesen, alle anderen dürfen zum übernächsten Absatz springen!

Der Film beginnt tatsächlich ganz am Anfang, so als hätte es all die Vorgängerfilme gar nicht gegeben, mit Bonds ersten Tötungsaufträgen, die ihm die Doppelnull-Lizenz ermöglichen. Gleich der erste Kampf macht klar, dass es hier wirklich zurück zu den Wurzeln geht: Bond geht ganz schön rabiat zur Sache, die visuelle Gewalt ist fast körperlich spürbar. Erst danach kommt der am Anfang vermisste Blick durch den Pistolenlauf und der Titelsong setzt ein. Die Anfangscredits sind gewohnt schick, auffällig höchstens das Fehlen leicht bekleideter Damen. Die nun folgende Eröffnungssequenz in Madagaskar ist wahrlich spektakulär geraten ohne überdreht zu sein und nur notorische Nörgler verweisen auf eine ähnliche Sequenz in James Camerons True Lies (1994), die hier jedoch um einiges getoppt wird. Bonds Einsatz geht zwar gehörig daneben, doch kommt er auf die Spur des Bankiers Le Chiffre, gut gespielt vom eher unbekannten Mads Mikkelsen (Adams Äpfel), der Verbindungen zur weltweiten Terroristen-Elite unterhält. Und natürlich taucht auch noch ein waschechtes aber untypisches Bond-Girl (Eva Green) auf, um James zur Hand zu gehen.

© Sony Pictures

Schon nach den ersten atemlosen Minuten ist klar, dass die Neuausrichtung der Bond-Franchise vollauf geglückt ist. Regisseur Martin Campbell, der auch schon Pierce Brosnans ersten Einsatz in Goldeneye verfilmte, beweist sein gutes Händchen für krachige Action, ohne sich in überflüssigen CGI-Firlefanz zu verlieren. Unterstützt wird dies durch eine zügige aber niemals hektische Schnitt-Technik – endlich mal wieder ein Actionfilm, bei dem man die Action auf der Leinwand auch erkennen kann. Die Dialoge wirken ebenfalls deutlich geschliffener als in den vorangegangenen Bond-Filmen und später, im titelgebenden Casino Royale, zeigt der Regisseur, dass er nicht nur einen Sinn für Dynamik sondern auch für ein bisschen Suspense hat. Campbell nutzt jede Location voll aus, das klassisch-schicke Produktionsdesign trägt eine Menge zur gelungenen Atmosphäre bei und Eva Green als obligatorisches Bond-Girl beweist, dass man schlau, scharfsinnig und zugleich hübsch sein kann.

Und was ist nun mit Bond selbst? Craig kommt zwar nicht an Connerys Präsenz heran, ist ihr aber doch viel näher, als viele vermutet hätten. Der Mann kann wirklich schauspielern! Sein Bond ist (noch) nicht Gentlemen-Agent, sondern ein brachialer Fighter, der nach jedem Kampf und jeder Verfolgungsjagd schwitzt wie ein Bär in der Wüste und blutet wie Willis in Stirb Langsam. Schon lange hat man nicht mehr so mit James mitgelitten – und mitgelacht, wenn er einen lockeren Spruch raushaut.

James Bond hat die Frischzellenkur also perfekt überstanden und sowohl Craigs darstellerischer als auch Martin Campbells inszenatorischer Leistung ist es zu verdanken, dass man nach dem Abspann den Film am liebsten gleich noch einmal anschauen möchte.

4 Meinungen

  1. Ja, du hast den Nagel auf den Kopf getroffen!Ich glaube, ich werde mir den Film wirklich schon sehr bald noch einmal ansehen!Der Film ist echt ein Kracher und der neue James ist der Hammer!Super Film, lohnt sich!!

  2. Sehr guter Beitrag! Hab überlegt, ob man den Film wirklich unbedingt sehen muss und habe nach dem Lesen des Artikels beschlossen, dass ich heute gleich ins Kino gehe 🙂

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    Ja, der erste Bond! Mir hat Daniel Craig sehr gut gefallen und fand seinen „Einstiegsfilm“ ausgesprochen überzeugend. [b]Auch wer nur mittelmäßiger Bond-Fan ist, sollte den Film unbedingt sehen, um die Anfänge zu verstehen![/b] Zwar fand ich die Pokerszene etwas langwierig, doch kamen die Sprüche gut und sehr amüsant. Es gab auch wieder nette und unerwartetet Wendungen während des Films!

  4. DER NEUE BOND IST EINFACH DER HAMMER!!!egal was die kritiker sagen…..und der film ist auch einer der besten seit 89…

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