Noch weiß man zwar nicht, was er gesagt hat, allerdings macht sich SPON schon mal Gedanken was passiert, wenn man weiß was er gesagt hat. Schlimmstenfalls wird Italien die Weltmeisterschaft aberkannt. Denn: „Verhalten
sich Spieler, Offizielle von Verbänden oder Clubs sowie Zuschauer in
irgendeiner Form diskriminierend oder menschenverachtend gemäss Abs. 1
und/oder 2 dieses Artikels, so werden der betreffenden Mannschaft,
sofern zuordbar, bei einem ersten Vergehen automatisch drei Punkte
abgezogen. (…) In Spielen ohne Punktevergabe wird die entsprechende
Mannschaft, sofern zuordenbar, disqualifiziert.“
Und hier nun also die bisherigen Erkenntnisse:
Variante I – „Sohn einer Terroristen-Hure“
Dies zumindest will die britische Lippenleserin Jessica Reese
für die Times herausgefunden haben. Reese ist immerhin seit 36 Jahren im Lippenlesen-Business
und als Gutachterin in Kriminalverfahren in Großbritannien zugelassen.
Materazzi, der sich selbst als ignorant bezeichnet,
bestreitet diese Worte vehement. Er selbst hatte seine Mutter mit 14 Jahren
verloren und wird deshalb wohl kaum Zidanes Mama beleidigt haben. Ausserdem sei
die Mutter ihm „heilig“.
Der Terrorismusvorwurf gegen Zizou? Hanebüchen. Wenn dann
höchstens auf einem gaaanz niedrigen Niveau „zu erklären“ und so abstrus, dass wahrscheinlich die Grnezen der Ignoranz gesprengt werden würden. Aber einige denken halt so: Zidanes Eltern stammen aus Algerien (= islamischer Kulturkreis) und die
Schlussfolgerungen daraus zu ziehen dürfte nicht schwer fallen…Ich mache mir
diese Sichtweise übrigens nicht zu eigen. Allerdings gibt es, leider, nicht
wenige, die so denken.
Variante II –
„Hure“
Und wieder das H-Wort. Diesmal aber nicht auf seine Mutter,
sondern seine Schwester gemünzt. Das will ein Lippenleser des TV Senders Globo
aus dem Land des fünffachen Weltmeisters herausgefunden haben. Das könnte schon
eher zutreffen
Variante III – ???
Bisher noch nicht konkret im Umlauf – aber ich bleib dran.
Zidane will sich übrigens in den nächsten Tagen zum Thema
äußern.
Materazzi sagt, es war eine ganz alltägliche Beleidigung, wie
beim Fußball halt üblich.
Der Fantasie der Lippenleser (und aller anderen Interessierten) sind bislang also noch keine Grenzen gesetzt.