Gräfin gesucht – Adelcasting

Man muss fast schon gezwungen zugeben, dass sich „Gräfin gesucht – Adel auf Brautschau“ auf einem höheren Niveau ansiedelt wie der letzte Klassiker „Schwiegertochter gesucht“, was vermutlich an den Protagonisten liegt. Jedoch kann man als Fernseh-Junkie noch immer genug Material finden, um sich die Seele aus dem Leib zu meckern.

Zunächst einmal sind die Kandidatinnen, die sich um den Titel „Gräfin“, eine Mischung aus Selbstdarstellerinnen und neue Existenz suchend. Warum sollte es sonst eine Person wie die 25jährige Anna versuchen, gleich bei allen vier Kandidaten mit fliehenden Haaransätzen und einem Alter zwischen 37 und 47 als Gräfin zu landen. Selbst Frauen, wie die blonde Anke, die einen Hauch von Klasse versprühen, scheinen angesichts der Chancen auf einen Titel ihre Scham vor solch einer Form der Partnerfindung verloren zu haben.

Erschreckend ist das Beispiel Benedikt. Ein eigentlich sehr sympathischer Kerl, zwar etwas kauzig, aber in der Summe eine gute Partie macht sich im Beisein von Gabriela zum Trottel. Bei sechs Blumensträußen erfahren zu müssen, dass ihre Lieblingsblumen (Schneeglöckchen) leider nicht dabei waren, ist schon ein herber Rückschlag. Schneeglöckchen!?! Zudem konnte die junge Frau auch nicht den Garten besichtigen, weil ihr Schuhwerk, übrigens hohe Sandalen, dafür gänzlich ungeeignet waren. Benedikt eilte, fand Gummistiefel und Socken, holte ein Sitzkissen und konnte endlich den geplanten Spaziergang in Angriff nehmen.

Letztendlich haben die Grafen allesamt ein Problem. Einerseits suchen sie, dass versichern sie zumindest, die Frau fürs Leben, wählen aber konsequent nur dem Aussehen nach, womit man wieder bei Anna wäre. Diese Frau hat keine ernsthaften Ambitionen, möchte sich aber am liebsten mit allen Grafen zeigen.

Zumindest bleibt ein angenehmer Unterhaltungswert, wenn auch nicht so bizarr wie bei anderen Sendungen.  

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