Freaks of the Heartland von Steve Niles und Greg Ruth – Rezension

Freaks of the Heartland: Im Herzen Amerikas

Der junge Trevor lebt mit seiner Familie auf einer Farm im Herzen der USA. Sein Vater ist schwerer Alkoholiker, worunter nicht nur seine Mutter zu leiden hat sondern auch er selbst.

Als wäre das nicht schon schlimm genug, so wird ein weiteres Familienmitglied in der Scheune versteckt – Trevors kleiner Bruder Will. Der Grund dafür, dass er in der Scheune leben und sich von Essensabfällen ernähren muss, sind seine massive Missbildungen, die ihn zusammen mit seiner Größe recht monströs aussehen lassen. Trevor gibt sein bestes, um seinem Bruder das Leben so angenehm wie möglich zu machen: Er bringt im in kalten Nächten ein zusätzliche Decke oder geht unbemerkt mit ihm spazieren. Der Vater der beiden Jungs spricht zwar um Rausch des öfteren darüber Will zu „erlösen“, was bisher aber durch die Mutter vereitelt werden konnte.

Als eines Tages ein paar Tiere auf der Nachbarfarm getötet werden, was nicht direkt in Verbindung mit Will steht, ist das für den Vater Anlass genug um mit seinem Gewehr in die Scheune zu gehen und Wills Dasein zu beenden. Traver versucht seinem Bruder zu helfen, doch der legt überaus beeindruckende Fähigkeiten ans Tageslicht und rettet sich und seinen Bruder. Anschließend bleibt den beiden nur die Flucht, doch unterwegs machen Will und Traver einen Stopp an einer der benachbarten Farmen. Will meint, hier ein weiteres Kind wie ihn zu spüren und die beiden machen sich auf die Suche nach anderen „Freaks“ und machen dabei erschreckende Entdeckungen.

Nicht neu aber gut

Autor Steve Niles (30 Days of Night) bedient sich in seiner Geschichte der klassischen Stereotypen des alkoholabhängigen Vaters, der misshandelten Mutter und einem Sohn der versucht mit Hilfe seiner Fantasie seinem Zuhause zu entkomme.

Nicht zu vergessen das Monster aus dem Keller. In unzähligen Filmen und Büchern haben wir diese Konstellation schon gesehen und trotzdem hat Niles es geschafft sie erneut zu verwenden und eine spannende und stimmungsvolle Story zu kreieren. Er spielt mit den Stereotypen und mischt sie gekonnt mit seinem eigenen Stil, wodurch glaubwürdige und mitreißende Charaktere geschaffen wurden. Wer bereits Werke von Niles kennt, dürfte sich auch nicht wundern, dass Freaks of the Heartland eine Erklärung für die Herkunft von Will schuldig bleibt und der Leser nicht für alles eine eindeutige Erklärung bekommt.

Die gelungene Story von Steve Niles wird mit den Zeichnungen von Greg Ruth zu einem wirklich beeindruckenden Erlebnis. Ruth zum Teil grober Strich und die düstere Kolorierung schaffen eine passgenaue Atmosphäre zu Niles Story. Die Charaktere sind sehr liebevoll gezeichnet und erzielen beim Leser immer die gewünschte emotionale Reaktion.

Fazit

Ein kunstvoller und spannender Comic, trotz der Verwendung vieler bekannter Klischees. Niles schickt den Leser auf eine interessante Reis ins Herzen der USA. Die Stimmung in Freaks of the Heartland ist sehr düster und erzeugt das Gefühl der Beklommeheit. Im, wie von Cross Cult gewöhnt, tollen redaktionellen Teil des Werkes finden sich neben kommentierten Skizzen auch ein Interview mit dem Autor. Inzwischen gibt es ja schon Pläne für eine filmische Umsetzung von Freaks of the Heartland und man darf gespannt sein, was daraus wird.

Freaks of the Heartland von Steve Niles und Greg Ruth erschienen bei Cross Cult mit 167 Seiten im Hardcover. Preis 19,80 Euro ISBN: 978-3936480894

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