Filmpremiere von Marley & Ich

Um 11 Uhr 30 fand ich mich im Kölner „Filmpalast“ ein, wo mit der Pressevorführung der herzergreifenden Komödie das Spektakel begann. Die Organisation war gelungen, sämtliche Beteiligten kümmerten sich liebevoll um mich und die Belange der anwesenden Presse – eine professionelle und sympathische Herangehensweise, die sich auch im Verlauf des weiteren Tages nicht ändern sollte und die mich sofort beeindruckte.

Der Film selbst ist eine wirklich gelungene Mischung aus Romantic Comedy, Familiendrama und Bio-Pic. Auf den wahren Erlebnissen des Journalisten John Grogan und seiner Frau Jenny basierend, erzählt „Marley & Ich“ die Geschichte des jungen Ehepaars, das sich einen Hund zulegt, um auszutesten, wie es wäre, ein Kind zu haben. Dummerweise ist der Labrador Marley aber derart schwer erziehbar, dass sich täglich die skurilsten Unfälle ergeben, wodurch die Grogans an den Rand des Nervenzusammenbruchs geraten.

Wer nun aber „Familie Beethoven Reloaded“ oder eine ähnlich drollige Hundekomödie erwartet dürfte sich sehr wundern. In der Tat sind es gerade die leisen Töne des Films, die ihn großartig machen. John und Jenny kämpfen mit den alltäglichen Schwierigkeiten, Familie, Job und Lebensplanung unter einen Hut zu bringen und raufen sich über Jahre zusammen, Marley wird dabei von einem Rabauken zu einem echten Teil der Familie. Man könnte sagen, dass „Marley & Ich“ zeigt, was mit einem Hollywood-Pärchen nach dem Abspann passiert. Ich war tatsächlich gerührt, was mir im Kino selten passiert.

Dabei ist der Film aber auch nicht völlig ohne Probleme. Regisseur David Frankel kann nicht aus seiner aus „Der Teufel trägt Prada“ bekannten Haut und zeigt zumindest in den ersten 20 Minuten wahlweise schöne Menschen am Strand zu wummernder Feel-Good-Musik oder riesengroße Plastik-Schneeflocken, so dass ich fast die Glöckchen am weihnachtlichen Schlitten hören könnte. Kurz: Der Kitsch-Faktor ist zu Beginn recht groß. Glücklicherweise findet der Film recht schnell zu einem eigenen Ton, der um Klassen subtiler ist, als es der Trailer vermuten ließ. Das liegt unter anderem auch an den zwei hervorragenden, wenn auch zu kurz auftauchenden Schauspielern in Nebenrollen: Kathleen Turner, die zugegeben auch schon einmal besser aussah, spielt eine Hundetrainerin so herrlich burschikos, dass selbst Kathy Bates es nicht hätte besser machen können und der ebenfalls erstaunlich alt gewordene Alan Arkin ist ein mürrischer aber herzensguter Redakteur, der John mit den einen oder anderen Weisheiten versorgt. Tatsächlich liefert Arkin die überzeugendste Darstellung ab und ohne ihn und seine Rolle wäre der Film ärmer.

Nach der Pressevorführung musste ich mich beeilen, um es noch pünktlich zum Photocall ins Hyatt zu schaffen. Aufgeregt kam ich an und stellte freudig überracht fest, mit welcher Engelsgeduld die Damen die versammelten Vertreter der Presse akreditierten. Ich war begeistert, dass ich nach der Pressevorführung sofort wiedererkannt wurde und nachdem ich mich anmeldete, ging ich schon einmal in den Raum, in dem das Blitzlichtgewitter um 15 Uhr losgehen sollte. Die Fotografen überbrückten die lange Wartezeit auf Jennifer Aniston und Owen Wilson durch muntere Gespräche über die neuesten Kameramodelle und durch freundliches Gedrängel um die vermeintlich besten Plätze. Ich selbst fieberte dem spannendsten Moment des Tages entgegen – die Gelegenheit, Stars aus der Nähe zu sehen, bietet sich mir ja nicht täglich. Als um 15 Uhr 45 endlich die ersehnten Stars durch die Tür schritten, waren natürlich sämtliche Platz-Aufteilungen hinfällig und jeder Fotograf war sich selbst der Nächste. Ein fröhliches und lautes Gerangel – ich mittendrin, mit dem Versuch gleichzeitig ebenfalls gute Fotos zu schießen und nicht vom Podest zu fallen – um die Aufmerksamkeit der beiden Kinostars begann, dass mit freundlichem Lächeln und professionellem Abschreiten der Reihen kreditiert wurde. Jennifer Aniston und Owen Wilson begaben sich auf das eigens zu diesem Zweck errichtete Podest drehten sich hierhin und dorthin, scherzten untereinander und vor allem die mit „Friends“ bekannt gewordene Schauspielerin versuchte auch auf die Zurufe der Fotografen einzugehen.

Nachdem die Beiden den Foto-Raum wieder verließen, suchte ich in Windeseile den Saal auf, in dem die Pressekonferenz stattfinden sollte. Um etwa 16 Uhr stellten beide sich den Fragen der Journalisten. Auch hier lag der Fokus eindeutig auf Jennifer Aniston, wobei Owen Wilson sich mit witzigen Anekdoten einbrachte. So erfuhr man einiges über die privaten Erfahrungen der beiden mit Hunden: Jennifer Aniston Hund Norman beispielsweise sei ein „escape artist“ und Owen Wilson ist mit Hunden groß geworden. Bei der Arbeit mit den 22 verschiedenen Hunden, die Marley spielen, waren die Welpen zwar gut zu bändigen, aber die großen Labradore seien erschreckend groß und stark gewesen. Die Hunde waren darauf abgerichtet, sich auf Kommando schlecht zu benehmen, doch gerade die nicht einstudierten „Unfälle“ seien David Frankel ans Herz gewachsen.

Jennifer Aniston, die wie ihre bekannteste Rolle als Kellnerin in New York angefangen hat, brachte für mich den Film hervorragend auf den Punkt, als sie sagte, dass er soviel mehr als „nur ein Hunde-Film“ ist, dass es im Grunde um die Höhen und Tiefen einer Beziehung geht. In „Marley & Me“ geht es um buchstäblich echte Charaktere (die wahren Grogans sind sogar in einer Szene zu sehen), um echte Belange, und das stellt den Film in einen Kontrast zu anderen Romantic Comedies. Zum Abschluss der Pressekonferenz eröffnete Owen Wilson, dass die beiden sehr gerne einmal gemeinsam in einem Action-Film à la „Bonnie & Clyde“ spielen würden – ich bin schon sehr gespannt.

Nun aber steht erst einmal am 05.03. der offizielle Kinostart von „Marley & Ich“ an. Die beiden grundsympathischen Schauspieler Jennifer Aniston und Owen Wilson haben sich mächtig ins Zeug gelegt, um dem Film die nötige Wärme zu verleihen und somit ist die Story des Chaotenhundes und seiner Familie nicht nur ein Film für Hundeliebhaber geworden.

Es hat sich wirklich gelohnt, die Reise nach Köln anzutreten. Ich bin immer noch total begeistert von diesem anstrengenden, aber unglaublichen Tag: Ein Adrenalinschub folgte dem Anderen, am Ende war ich einigermaßen ausgepowert, aber happy. Die Chance, einmal bei einer so großartigen und spannenden Aktion dabei zu sein, bietet sich schließlich nicht alle Tage.

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