Fernhören

Ein paar Tage in Wien haben allerdings wieder schonungslos zutage gebracht, wie sehr ich offensichtlich vertraut bin mit der jeweils aktuell laufenden Fernsehwerbung. Selbst, wenn ich üblicherweise nicht einmal hinsehe, nur den Sound volumenreduziert laufen lasse. Ein Hintergrundrauschen, mehr nicht. Von wegen! Die Sprecherstimmen, zum Teil mit Akzent, die ungewohnten Jingles und Musiken, die fremden Markennamen. Und wenn ich dann hinsehe, diese vollkommen unbekannten Gesichter, von den Produkten ganz zu schweigen. So ist das in Wien fernzusehen. Die Andersartigkeit der Zwischenberieselung lässt aufhorchen, ob man will oder nicht. Das macht deutlich, dass man das komplette Programm kennt. Das ist Prinzip der Reihung, der Wiederholung. Das ist Werbung, und es funktioniert.

Heute höre ich schon die ganze Zeit ein Streichquartett, immer und immer wieder.  Als ich dann nach einer Weile endlich mal kurz hinsehe, erkenne ich gerade eben noch H&M Modern Classic. (Wo im Übrigen dieselbe Musik läuft.) Ein Anlass, zu Google zu greifen. Das Ergebnis ist nicht das Kronos Quartett, wie ich vorschnell gefolgert hatte. Vielleicht ein bisschen hoch gegriffen, aber andererseits spielen die ja auch Bollywoodsongs, oder? Bei dem H&M-Song handelt es sich allerdings um den alten Depeche Mode Hit „Just Can't Get Enough“, den ich tatsächlich auf Anhieb nicht erkannt habe. Ist aber auch schon lange her. Zugeschrieben wird die Reklame-Version Nathan Larson, einem Filmkomponisten. Oder aber Alexander Balanescu, der sich wiederum an Nathan Larson orientiert haben soll. Unklar bleibt, ob und wann der Ohrwurm in den Handel kommen soll. Ein Download ist aber auf jeden Fall in Planung. (Ich hoffe, die Angaben stimmen so, die stammen nämlich aus der Schweiz. 😉

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