Fashion History: der Trenchcoat

Fashion History: der Trenchcoat

Spätestens seit Humphrey Bogart ihn im Filmklassiker „Casablanca“ trug, ist der Trenchcoat zur Fashion-Ikone geworden: Seit vielen Jahrzehnten taucht das praktische Kleidungsstück immer wieder auf den Laufstegen in Paris, Mailand und Co auf. Seinen Ursprung hingegen kennen allerdings nur wenige.

Kulturelles Mode-Icon

Der „Trench“ ist nicht nur im Kino, sondern auch auf den Seiten zahlloser Zeitschriften und Modemagazine zu seinem Ruf als zeitloses Mode-Must-have gekommen. Alle Jahre wieder sieht man den Trenchcoat auf den Schultern der Models großer Modemarken – so richtig out ist der Trench eigentlich nie. Dabei war die Ur-Idee hinter dem langen Mantel kein glamouröser Auftritt, sondern eher das Bedürfnis nach Schutz vor Schmutz, den Elementen – und den Blicken des Feindes: Der Trenchcoat hat seine Form und seine Funktion dem Krieg zu verdanken.

Vom Uniformstück zum Mode-Accessoire

Als der Trenchcoat erfunden wurde, befand sich Europa inmitten der ersten großen Katastrophe des 20. Jahrhunderts: im Ersten Weltkrieg. Nachdem die Gegner sich nach den ersten Bewegungsschlachten in einer Pattsituation in den Schützengräben gegenüberlagen, wurde ihre Lebenssituation immer unerträglicher. Das Leben in den Gräben war auch deshalb so schlimm, weil neben dem Beschuss durch den Feind Feuchtigkeit, Schmutz und Ungeziefer viele Opfer forderten. Das lag nicht zuletzt an der Ausrüstung der Soldaten, die nicht für das Leben in der Erde erdacht worden war.

Bei der britischen Army machte besonders der Armeemantel für kalte Witterung den Soldaten zu schaffen. Der lange, wollene Übermantel stammte noch aus der Zeit des Krimkriegs und sog sich voll Wasser. Dadurch wurde er schwer und zog Dreck und Schlamm nur so an. Eine Alternative musste her, die das Frontleben etwas erträglicher machte.

Zwei Unternehmen, ein Mantel

Als Geburtshelfer des Trenchcoats (zu Deutsch: „Grabenmantel“) gelten zwei Firmen – welche der eigentliche Urheber des Designs ist, lässt sich heute nicht mehr mit Bestimmtheit sagen.

Einerseits nimmt Burberry für sich in Anspruch, das Material der ersten Trenchcoats – Gabardine – entwickelt zu haben: Thomas Burberry soll es bereits 1879 erfunden haben. Im Gegensatz zu den vorher verwendeten Stoffen und Imprägnierungen war Gabardine wesentlich leichter, wasserabweisender und luftdurchlässiger.

Andererseits nimmt das Londoner Unternehmen Aquascutum für sich in Anspruch, bereits seit den 1850-er-Jahren Mäntel kreiert zu haben, die vom Schnitt und von der Funktionalität her die Basis für den Trenchcoat lieferten.

For Officers and Gentlemen only

Wer auch immer der Urheber des Trenchcoats war: Sein Produkt war in erster Linie den Offizieren vorbehalten. Grund hierfür war, dass es nur ihnen erlaubt war, ihre Uniformteile zu Selbstkosten anschaffen zu dürfen – so fanden die ersten Trenchcoats ihren Weg an die Front.

Dabei hatten die ersten Grabenmäntel bereits die Funktionen, die den praktischen Regenschutz bis heute ausmachen: Dazu gehören D-Ringe an den Gürtelschlaufen zur Aufnahme einer Kartentasche oder anderen Ausrüstungsstücken, Schulterklappen für Dienstgradabzeichen, eine Rückenklappe als Verstärkung gegen den Regen, ein zuknöpfbarer Kragen sowie die „Gun Flap“ auf der linken Schulterseite.

Bild: unsplash, 13623, Alexandru Tudorache

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