Facebook im Nahost Konflikt: Wie das Social Network den Betroffenen eine neue Stimme verleiht

Der potenzielle Nahost Konflikt zwischen Iran und Israel, welcher die Welt in einen weiteren Weltkrieg führen könnte, wird in den Medien immer bedrohlicher dargestellt.

Doch der Hintergrund des Konflikts ist sehr komplex: es geht nicht, wie Israeli Premier Netanyahu und eine gesunde Portion der US Republikaner behauptet, um den Krieg zwischen Gut und Böse.

Es geht nicht einmal um das ausgediente Konzept des Krieges zwischen Religionen; den „heiligen“ Krieg.

Es geht vielmehr darum, dass die Führung eines Landes, welches selbst im Besitz illegaler nuklearer Sprengköpfe ist, um seine Monopol-Stellung im mittleren Osten fürchtet. Sollte Iran in den Besitz von nuklearen Waffen kommen, würde eine Situation entstehen wie sie im Kalten Krieg zwischen der UdSSR und den USA existierte: Die gesicherte gegenseitige Destruktion würde beide Länder eventuell dazu zwingen abzurüsten. Dadurch würde Israel dann seine Machtposition einbüßen müssen. Vom Machtwahn besessen und durch die erhoffte Unterstützung der USA gepolstert stellt Netanyahu sich auf Kriegsfuß. Israelische Kriegsschiffe wurden bereits im Suez Kanal vor Ägypten gesichtet, vermutlich auf dem Weg ins Rote Meer vor den Iran im Falle eines erneuten Ausbruchs des Nahost Konflikts.

Erschwerend kommt hinzu, dass all dies zu einem Zeitpunkt geschieht, an dem der Konflikt mit Palästina wieder aufzuflammen droht und Israel finstere Drohungen wahr werden lässt, wie beispielsweise der Abriss der, auch von Deutschland gesponserten, Solar-Energie Projekte. Zu allem Überfluss traten auch Berichte an die Öffentlichkeit, in denen es heißt, dass palästinensische Kinder vom israelischen Militär, im Verstoß gegen jegliche Menschenrechte, wegen des „Steinewerfens“ inhaftiert wurden.

Noch ist nicht alles verloren im Nahost Konflikt

Aber selbst im Angesicht dieses Schwalls an negativen Nachrichten, gibt es doch Positives zu berichten: Israelische Bürger haben eine Facebook Gruppe gestartet, namens Israel-loves-Iran. Auf dieser Seite wurden zahllose Bilder und Nachrichten von Israelis, denen das Prospekt des Krieges nicht gefällt, gepostet. Freundliche Nachrichten, direkt an das Iranische Volk gerichtet, erreichen zunehmend die Seite. Es beteiligen sich auch nicht mehr nur Israelis, auch Nachrichten von Amerikanern und anderen Nationalitäten wurden bereits auf der Seite gesichtet. So viele, dass auch schon eine eigene Homepage gegründet wurde.

Doch diese faszinierende, inoffizielle politische Kommunikation nimmt eine weitere Diemension an: Es kommen nach und nach Antworten aus der Islamischen Republik. Von Iranern, oft vermummt aus Furcht vor Bestrafung durch die totalitäre Regierung, heißt es dann Iran loves Israel, too. So beginnt der Dialog zwischen zwei Ländern, von denen man vor kurzem nur gegenseitigen Hass kannte.

Andere Stimmen aus der Gegend

Der Israelische Geheimdienst Mossad hat sich auch schon öffentlich dazu bekannt, dass der Iran keine Massenvernichtungswaffen besitzt, und ein militärischer Eingriff unnötig sei. Was bedeutet das nun für die Zukunft? Unter anderem, dass politische Extremisten aus israelischer, amerikanischer und iranischer Führung nicht die bedingungslose Unterstützung ihres Volkes haben, in einen unnötigen und sinnlosen Krieg zu ziehen. Der Nahost Konflikt sowie politische Auseinandersetzungen generell können nicht so einfach propagiert werden, wie es in der Vergangenheit möglich war. Das Konzept des „Manufactured Consent“, welches die amerikanische Antwort auf die deutsche Propaganda im Zweiten Weltkrieg war und in der Politik und Ökonomie tiefe Spuren hinterließ, kommt an sein Ende.

Ermöglicht wurde das alles erst durch die Benutzerfreundlichkeit des Internets, welche mittlerweile Menschen aus aller Welt die Möglichkeit bietet miteinander zu kommunizieren, ohne auf traditionelle Nachrichtenübertragung wie Fernsehen, Radio oder gar Post, welche viel einfacher Zensiert werden kann als eine Website, zurückgreifen zu müssen.

Facebook in der Politik

Die politische Rolle von Diensten wie Facebook und Twitter hat sich in den letzten Jahren sehr stark erweitert. Bereits bei der Präsidentschaftskampagne 2008 in den USA, verlagerte die Obama Administration einen Großteil ihrer Kommunikation ins Internet, um jüngere Wähler zu erreichen. Viele Menschen sind heute (zurecht) kritisch gegenüber dem was im Fernsehen gesagt wird. Im Internet lässt sich viel schneller, effizienter und realer Kommunizieren. Vor allen Dingen ist eins wichtig: Man kann antworten, und die Gegenseite bekommt die Antwort mit.

Jedoch wurden auch im Internet die Bürger- und Privatsphäre-Rechte eingeschränkt, wie zum Beispiel im Falle des britischen Teenagers, der jetzt für Regierungs- und Kriegskritische Aussagen auf Facebook vor Gericht steht. Über die allseits bekannte Zensur von Google in China brauchen wir gar nicht erst zu sprechen und man denke an Mubaraks mittlerweile berühmten Fehler das Internet auszuschalten, um so Kommunikation zu kontrollieren, was sehr stark nach hinten losging.

Letztendlich bietet das Internet ein viel größeres Podium als vielen von uns bewusst ist. Man kann die ganze Welt erreichen, egal wer man ist, und für wie wichtig man die Nachricht hält. Ob es nun ein beiläufiger skandalöser Kommentar eines Politikers ist, oder eine wichtige politische Botschaft, wie im Falle Israel-loves-Iran und Vice-versa, hört die ganze Welt mit. Bürgerliche Stimmen können nun so laut reden wie die eines Präsidenten. Nun müssen wir nur noch lernen dieses Potenzial voll auszunutzen und nicht zu vergeuden.

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Eine Meinung

  1. Klasse Beitrag!!!! weiter so 🙂

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