Die Schalker Chaostage gehen weiter

Was wurde nach der Niederlage in Nancy nicht alles gesagt und getan? Der Manager appelierte an die Mannschaft, endlich wie Männer zu spielen. In der Sendung "Doppelpass" im DSF diskutierte Andreas Müller am Telefon in ungewohnt harter Gangart mit den Journalisten, dass die Mannschaft verstanden hat, um was es jetzt geht und das alle Brandherde erstmal erloschen sind.

Knapp sechs Stunden nach diesem Auftritt begann das Spiel in Leverkusen. Nach dem 1:0 durch Marcelo Bordon in der 7. Minute und den ersten 25 Minuten konnte man noch Hoffnung schöpfen, dass die ganze Rederei von Manager und Trainer ihre Wirkung nicht verfehlt haben. Doch dann kam das 1:1 und die komplette Unsicherheit wurde wieder sichtbar. Kaum ein Zuspiel fand sein Ziel. Einzig Marcelo Bordon konnte noch dagegen halten. Was war mit den anderen sogenannten Führungsspielern? Ein dezentes Aufbäumen bei Fabian Ernst war zumindest zu erkennen. Aber was war mit Kuranyi, Lincoln und der Petze Halil Altintop? Auch ein Levan Kobiashvili, der normalerweise sehr zuverlässig ist, war komplett neben der Spur. Mitleid hatte man am meisten mit den Fans. Zum Glück ist es von Leverkusen nach Gelsenkirchen nur eine gute halbe Stunde.

Jetzt sind zwei Wochen Pause in der höchsten deutschen Spielklasse. Zeit, etwas an der Situation zu verändern. Nur was? Geredet wurde schon vor dem Spieltag. Ohne Erfolg. Ein Mental-Trainer wurde in der Vorbereitung eingestellt um den Teamgeist zu fördern. Auch dies blieb ohne Erfolg. Psycho-Tricks a la Jürgen Klinsmann ("Totale Dominanz") beherrschten die Vorbereitung und den Start in der Liga. Richtig gezeigt wurde dies allerdings nur im Spiel gegen Werder Bremen. Alles andere war, wie ein Großteil der Rückrunde, durchwachsen.

Also bleibt nur noch die Standard-Diskussion um den Trainer. Einen Novizen als sportlichen Leiter auf die Bank eines zumindest national sehr ambitionierten und selbsternannten Meisterschaftskandidaten zu setzen, war sehr riskant. Der Eindruck, dass dieser Versuch scheitert, wieder immer konkreter. Seine Aufmunterunsgversuche an der Seitenlinie ähneln eher einem Vater, der seinem vom Fahrrad gefallenen Kind sagt, nocheinmal aufzusteigen und weiter versuchen soll.

Der Name Daum schwirrt schon seit Monaten auf Schalke herum. Mal sehen, wie lange die Vereinsführung dem selbst auferlegten Leistungsdruck noch Stand halten kann. Ein möglicher Trennungstermin ist nach den letzten beiden Pleiten und der anstehenden Bundesliga-Pause kaum besser zu bekommen.

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