Unternehmenskultur ?Made in Germany? – Einfach mal den Hammer zeigen…

(Foto: PixelQuelle.de/A.Siegel)
In einem sogenannten Anbietungsverfahren müssen die Beschäftigten nun gegenüber dem T-Com Management ihre berufliche Existenz berechtigen. Wem das nicht gelingt, dem droht die Überführung in eine Auffanggesellschaft, also der Weg in die Warteschleife zur Arbeitslosigkeit.

In schönstem Technokratendeutsch wird der Vorgang von Vorstandschef Kai-Uwe Ricke als eine zur Reorganisation der Konzernstrukturen notwendige Neudefinition der Arbeitsplatz- beschreibungen bezeichnet. Tatsächlich muss nun jeder der 110.000 T-Com-Mitarbeiter um seinen Arbeitsplatz fürchten [Diskussion bei Heise-online….].

Waren in den 90er Jahren noch kooperative Führungsmodelle und Ideen zur positiven Mitarbeitermotivation en vogue, kehren die deutschen „Wirtschaftsführer" nun zur Grundlage der Personalführung zurück: „Angst macht Beine".

Von dem im Unternehmen propagierten "T-Spirit" wird nicht viel übrigbleiben, bzw. dieser Geist wandelt sich in ein Schreckgespenst. Selbstverständlich bleiben die Konzernvorstände von solchen Rechtfertigungsübungen ausgenommen, immerhin sprechen doch die Ergebnisse für die Herrschaften oder auch nicht. In der Festnetzsparte verliert das „T-Spirit"-Team derzeit ca. 500.000 Kunden pro Quartal und für das Gesamtkonzernergebnis wurde erst kürzlich eine Gewinnwarnung gegeben.

Mit diesem Arbeitsergebnis sollte sich die gesamte Geschäftsleitung bei den Mitbewerbern vorstellen. Bei der Gestaltung der Vorstandsgehälter wird regelmäßig eine Anpassung an das internationale Niveau gefordert. Sollten die Bewerbungen nicht zu hochdotierten Jobangeboten führen, kann die Vergütung auf eine der Nachfrage angemessenere Höhe angepasst werden. Wettbewerb belebt das Geschäft, da kann die Vorstandsetage doch nicht mehr ausgenommen bleiben, schließlich möchten die Aktionäre steigende Dividenden sehen.

Die Aktien des Konzerns befinden sich übrigens zu 32,5 Prozent im Staatsbesitz und wer ist der Staat? Richtig, der Staat sind wir. Solche Revolutionen werden allgemein als freie Marktwirtschaft bezeichnet und da ist bekanntlich jeder ersetzbar…

Die Chefarztfrau

Eine Meinung

  1. Unternehmen werden allerdings trotz oder gerade wegen der (kurzen) Mißstimmung in der Bevölkerung bzw. der Kunden solche Praktiken weiter verfolgen – Hauptsache die Aktien steigen. Zum Thema Unternehmenskultur finden sich inzwischen aber auch wieder positive Meldungen aus Deutschland.

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