Die Fussball WM 2011: Der Sturm der deutschen Frauen

Eine Fussball WM 2011 in Deutschland – und das ohne Birgit Prinz? Unvorstellbar. Die dreifache Weltfußballerin des Jahres und seit 2003 Kapitän des Teams war absolut gesetzt und so ist es keine Überraschung, dass Silvia Neid Prinz nicht nur in den vorläufigen, sondern auch den abschließenden Kader für die Weltmeisterschaft berufen hat. Nur einige Zahlen, um den Stellenwert der Stürmerin zu unterstreichen: Über 200 Länderspiele (Rekordspielerin), 2003 und 2007 Weltmeisterin, fünffache Europameisterin. Zudem: neun mal deutsche Meisterin, zehn mal gar holte sie den DFB-Pokal und dreimal ist sie UEFA-Cup-Siegerin geworden. Prinz ist mit 14 Treffern WM-Rekordtorschützin. Noch Fragen?

Ja: Wer wird bei der Fussball WM 2011 an ihrer Seite spielen?

Diese Frage stellt sich, hängt aber auch mit dem bevorzugten Spielsystem der Trainerin zusammen. Aber ein Platz wird wohl sicher frei sein. Vielleicht für Alexandra Popp?
Sie ist der Shootingstar des deutschen Frauenfussballs. Eines der größten Talente – ja, es ist eine Phrase aber diesmal stimmt es -, das es hierzulande in den letzten Jahren gegeben hat. 1991 geboren, spielte Popp für alle Juniorennationalteams seit der U-17, wenngleich sie nach dem Weltmeisterschaftsgewinn in dieser Altersklasse recht zeitig in die U-20 berufen und auch dort (2010) Weltmeisterin wurde, zudem zur besten Spielerin und Torschützin ausgezeichnet worden ist. Anfang 2010 feierte sie zudem ihr Debüt in der A-Nationalmannschaft. Schnell, wendig, torgefährlich – alles, was eine Stürmerin braucht. Man darf gespannt sein, wie viel Einsatzzeit Popp bekommen wird – und wie sie diese nutzen kann. Seit 2008 spielt sie für die FCR Duisburg.

Bleiben noch zwei weitere Kandidatinnen

Popps Mannschaftskollegin in Duisburg, Inka Grings, hat ungleich mehr Erfahrung im Trikot der Nationalmannschaft, ist aber auch gut 10 Jahre älter. Seit 1996 im Nationalteam, wurde sie erstmals 1999 Torschützenkönigin in der Bundesliga. Ein Jahr später stellte sie sogar einen bis dato unerreichten Rekord auf: 38 Tore in einer Saison! Nach einigen niederschmetternden Verletzungen und Unstimmigkeiten im Verein, ist Grings erst seit 2007 wieder so richtig im Geschäft zurück. 2009 wurde sie Torschützenkönigin beim EM-Triumpf, inzwischen ist sie die erfolgreichste Torschützin im deutschen Vereinsfußballs. Unverzichtbar also auf dem Weg zur doppelten Titelverteidigung bei der Fussball WM 2011.

Bleibt noch Martina Müller vom VFL Wolfsburg. In beiden vergangenen Weltmeisterschaften war sie dabei, kennt also Turnieratmosphäre. Inzwischen knabbert Müller zudem am der 100-Spiele-Marke. So übergroße Erfolge wie die zuvor genannten konnte sie bis dato indes nicht feiern, da Wolfsburg nicht zu den Top 3 (Frankfurt, Potsdam, Duisburg) der Frauenbundesliga zählt. Abwarten, wie Neid mit ihr plant.

Fußnote: Nicht mit dabei sein wird Conny Pohlers. Verwunderlich ist dies vor allem deshalb, da sie im abgelaufenen Jahr mit 25 Treffern Torschützenkönigin in der Bundesliga wurde. Umso bemerkenswerter, dass ihr dies meist von der Bank aus gelang – sie war auch in Frankfurt nicht mehr Stammspielerin.

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