Instrumente im Mittelalter: Damit spielte man an Arthurs Hof auf

Instrumente im Mittelalter wurden vor allem von Spielleuten, Kirchenmusikern und Barden gespielt. Die Musik des Mittelalters wurde teilweise seit dem 9. Jahrhundert aufgezeichnet, allerdings ist vieles auch mündlich überliefert worden und dementsprechend verloren gegangen im Laufe der Jahrhunderte. Das gilt vor allem für die Musik der unteren Schichten und Stände. Allerdings sind viele Abbildungen von mittelalterlichen Musikern und Instrumenten bis heute erhalten geblieben. Der folgende Text beschreibt einige der bekanntesten Instrumente im Mittelalter.

Instrumente im Mittelalter: Eine Übersicht!

1

Laute

Die Laute gehört zu den gitarrenähnlichen Instrumenten und stammt ursprünglich aus Arabien. Sie besteht aus einem birnenförmigen Resonanzkörper, einem angesetzten „Hals“ und Darm- oder Metallsaiten. In der Renaissance war die Laute besonders beliebt, man nannte sie auch „Königin der Instrumente“. Meistens wurde ein Federkiel als Plektrum verwendet, damit konnte man entweder Einzeltöne spielen oder Akkorden auf nebeneinanderliegenden Saiten. Die sogenannte „Quinterne“ ist eine kleinere Form der Laute, die ab dem 13. Jahrhundert aufkam.
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2

Fidel

Die Fidel ist ein Vorläufer der Violine und stammt wahrscheinlich aus Mittelasien. Erste Bilder von ihr gibt es ungefähr 1000 n. Chr. Es gab sie in verschiedenen Formen. Entweder wurde sie beim Spielen an Schulter oder Brust gelehnt oder zwischen den Knien gehalten. Manche Musiker konnten sogar gleichzeitig die Fidel spielen, singen und tanzen.

3

Harfe

Die Harfe gibt es in Europa ungefähr seit dem 9. Jahrhundert; in recht unterschiedlichen Größen und Formen. Die ersten Harfen hatten bis zu neun Saiten, später bis zu 24 – aus Tierdärmen. Die irischen Harfen bildeten eine Sonderform, hier gab es bis zu 30 Saiten aus Metall. Zusammen mit der Fidel, zählt die Harfe zu den beliebtesten Instrumenten des Mittelalters. Im Spätmittelalter wurde das Instrument immer weiter verfeinert, auch um das Klangvolumen zu vergrößern.
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Psalterium

Das Psalterium erinnert an eine Zither und hat kein Griffbrett. Auch bei diesem Instrument sind ganz unterschiedliche Formen gebaut worden, zum Beispiel trapezförmige Varianten. Die Saiten waren entweder aus Metall oder Därmen. In der Renaissance schwand die Beliebtheit des Psalteriums, es galt schließlich eher als Instrument für „arme Leute“.
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Orgel

Die Orgel ist für die Instrumente im Mittelalter insofern von besonderer Bedeutung, da sie unverzichtbar für die Kirchenmusik war. Sie wurde bereits in der römischen Antike entwickelt. Zunächst galt sie als Statussymbol von Herrschern, nicht zuletzt aufgrund ihrer Größe und der komplizierten Bauart. Ab dem 13. Jahrhundert wurden Orgeln dann auch in Kirchen und Klöstern verwendet und in Gottesdiensten eingesetzt. Später wurde die Tastatur verändert, so dass man die Orgel leichter spielen konnte. Mit ihr verwandt ist das wesentlich kleinere Instrument „Portativ“, das man sich zum spielen auf den Schoß setzen konnte. Mit einer Hand spielte man auf den Tasten, mit der anderen bediente man den Balg. Außerdem gab es noch das ebenfalls orgelähnliche „Positiv“, das ähnlich gebaut war wie das Portativ, allerdings über zwei Bälge verfügte.
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Horn

Im Mittelalter verwendete man zunächst häufig Stierhörner als Blasinstrument. Später wurden Hörner auch aus Metall angefertigt. Hörner wurden vor allem für Signale verwendet, zum Beispiel das Heerhorn, das so hoch wie ein Mann sein konnte. Signalhörner waren meistens kleiner. Darüber hinaus waren beim Adel silberne Hörner beliebt oder der sogenannte „Olifant“, der aus einem Elefantenstoßzahn angefertigt wurde.

7

Schalmei

Die Schalmei gehört zu den Doppelrohrblattinstrumenten und ist damit ein Vorläufer der heutigen Oboe. Sie stammt vermutlich aus dem Orient und kam etwa im 9. Jahrhundert nach Europa. Beliebt wurde sie ab dem 12. Jahrhundert. Die Schalmei hat einen lauten hellen Klang, während die verwandte „Pommer“ tiefere Töne in Altlage hervorbringt.

8

Trompeteninstrumente

Auch im Mittelalter gab es bereits verschiedene Arten der Trompete, zunächst nur in gerader Form, später auch s-förmig oder mit Bügeln. Die Spieltechnik war allerdings noch nicht so ausgereift wie heute und der spielbare Tonumfang dementsprechend begrenzt. Um 1400 kam die sogenannte Zugtrompete auf, die später zur Posaune weitereintwickelt wurde.

9

Dudelsack

Dudelsäcke gab es im Mittelalter mit unterschiedlichen Mengen an Pfeifen und in verschiedenen Bauweisen. Vor allem die Arten der Spielpfeifen waren sehr unterschiedlich. Erst seit dem 15. Jahrhundert haben Dudelsäcke mehr als eine Bordunpfeife, wie Abbildungen zeigen. Auch heute noch ist der Dudelsack sehr beliebt, nicht nur in der irischen und schottische Folkloremusik, sondern auch in der Szene der Mittelalterbands und -märkte.
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Drehleier

Es ist umstritten, woher die Drehleier stammt, die im 12. Jahrhundert bekannt wurde. Sie verfügte über drei Saiten, die durch ein drehendes Rad angestrichen wurden. Die Melodiesaite wurde außerdem durch Tasten abgegriffen. Die Drehleier gab es in zwei verschiedenen Größen: Die sogenannte „Sinfonia“ wurde von einem Musiker gespielt, während das wesentlich größere „Organistrum“ zwei Musiker benötigte. Im Spätmittelalter wurde die Beliebtheit der Drehleier immer geringer, schließlich galt sie nur noch als Bettlerinstrument. Heute ist sie bei manchen Mittelalterbands wieder zu hören.
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