Die achte Karte von Kate Mosse

Eigentlich recherchiert Meredith zum Thema Debussy. Sie will ein Buch über ihn schreiben und damit es nicht eines von vielen wird, möglichst etwas herausfinden, was vor ihr noch keiner aufgedeckt hat. Aus diesem Grund hat sie sich von Amerika aus auf den Weg nach Frankreich gemacht. Offiziell zumindest. Denn inoffiziell ist sie eigentlich auf der Suche nach ihren eigenen Wurzeln. Um dann festzustellen, dass es hier – ganz zufällig – Verbindungen gibt.

Alles beginnt mit einem Satz Tarotkarten, die Meredith – eigentlich ein eher nüchterner Mensch – nicht mehr aus ihrem Bann lassen. Denn eine der Karten ist ihr zum Verwechseln ähnlich. Sie geht der Sache auf den Grund und stößt auf eine Geschichte aus den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts, mit der sie selbst eng verbunden ist.

Hauptperson des zweiten Erzählstranges ist Léonie Vernier, die Zeichnerin des seltenen Kartensets. Das Tarotdeck erzählt ihre Geschichte. Ihre und damit die ihres Bruders Anatole, dessen Liebe zu seiner Tante Isolde von einem Nebenbuhler blutig verfolgt wird. Und grausam endet. Denn Léonie selbst ist es, die unwissentlich den Mörder zu seinen Opfern führt. Und die Meredith durch die Zeiten anfleht, das Gewirr zu entschlüsseln…

Grundsätzliche Ähnlichkeiten mit „Das verlorene Labyrinth“, dem Roman, mit dem Kate Mosse einige Erolge feierte, sind sicherlich vorhanden. Die Geschichte ist allerdings nicht ganz so spannend wie die erste. Doch auch hier springt sie zwischen den Zeitebenen hin und her, auch hier achtet sie darauf, mit ihren Worten Atmosphäre zu schaffen und auch hier gelingt es ihr nicht ganz, ihre Geschichte absolut nachvollziehbar bis ins Detail zu gestalten.

Man wechselt beim Lesen zum großen Teil zwischen den Jahren 1891 und 2007. Hier wie da gibt es die obligatorische Liebesgeschichte, hier wie da gibt es blutrünstige und hinterhältige Morde, hier wie da ist nicht klar, wem man Vertrauen schenken darf und wem nicht. Mehr als 700 Seiten lang verstricken sich die Geschichten der beiden Protagonistinnen und die Autorin hätte sicher an manchen Stellen die Gelegenheit gehabt, dem Ganzen etwas mehr Schwung zu geben. Doch trotzdem ist es ein Buch, das fesselt. Die Bedeutung des Tarotdecks, die unheimlichen und für den gesunden Menschenverstand unerklärlichen Vorkommnisse rund um die geheimnisvolle Grabkapelle, die Rolle eines alten Mannes, die nie ganz aufgedeckt wird und die Rachsucht von Isoldes früherem Liebhaber Victor Constant erhalten die Spannung.

Kate Mosse: „Die achte Karte“, übersetzt von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann. Auf deutsch erschienen im Oktober 2008, gebunden und zu haben für 22,95 Euro. Im November erscheint das Buch übrigens auch als Hörbuch.

2 Meinungen

  1. Ich habe das Buch gestern Nacht zu Ende gelesen und gedacht: Schade, schon fertig. Und ich habe mir richtig Zeit gelassen und das Buch nicht hastig verschlungen. Ich habe es regelrecht genossen, diese tolle Geschichte auf mich einwirken zu lassen. „Das verlorene Labyrinth“ hatte mir damals gut gefallen (obwohl ich kein Fan von historischen Büchern bin), aber „Die achte Karte“ ist noch um Längen besser. Da kommt keine Langeweile auf. Gleich zwei spannende Plots mit unwahrscheinlich sympathischen Figuren, sprich Léonie und Meredith, und auf der Gegenseite richtige Fieslinge. Wunderschöne Landschaftsbeschreibungen – ich kenne die Gegend gut – und dazu noch Hochspannung pur. Kate Mosse kann ich nur empfehlen. Für die „Achte Karte“ sind 5 Sterne zu wenig. Lesen und genießen!

  2. Ich habe „Das verlorene Labyrith“ gelesen und fand es wirklich gut. Wenn das Buch nun in ähnlichem Stil ist und sogar noch besser sein soll, werd ich es auch lesen. mein Märchen zur Adventzeit sozusagen 🙂

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