Der Tod als Buchthema

Sehr einfühlsam, aber auch sehr unterschiedlich gehen zwei neue Kinderbücher mit dem Thema um. Da ist einmal das Bilderbuch mit dem Titel ‚Ein Himmel für Oma‘, in dem die Kinder langsam herangeführt werden ans Thema, indem sie miterleben wie Lena und Valentin eine Beziehung zu ihrer Oma aufbauen, die gerade erst mit ihrem Kanari bei ihnen eingezogen ist. Und wie dann erst der Vogel sie verlässt und wenig später die Oma. Das Schöne an diesem Buch ist, dass die Kinder viel Zeit haben, sich von ihrer Großmutter zu verabschieden, ihr Tod schleichend kommt und sie ihn sich selbst herbeisehnt. Gelungen auch die sowohl im Buch verarbeiteten, als auch die im Anhang angeführten Tipps vom Umgang mit dem Tod: Vom Schatzkästlein, in das man Erinnerungsstücke legen kann, über das Heft, in dem man einfach von seinen Gefühlen erzählt oder Bilder hineinmalt bis hin  zur regelmäßigen ‚Gedächtnisstunde‘, in der alle zusammen sitzen und sich über ihre Erinnerungen austauschen. Alles mit dem Ziel, den Kindern klar zu machen, dass jemand erst dann wirklich tot ist, wenn man ihn vergisst.

Vergessen wird auch Liv ihre Oma nie. Braucht sie auch gar nicht, denn die taucht allabendlich als Geist an ihrem Fenster auf und nimmt sie mit auf interessante Reisen: ins Weltall genauso wie in den Mikrokosmos eines Wassertropfens, in die Vergangenheit und sogar einmal in die Zukunft. So hilft sie ihrer Enkelin, mit den Veränderungen klarzukommen, die ihr Tod mit sich gebracht hat. Schließlich zieht jetzt Mamas Freundin Bettina gemeinsam mit ihrer Tochter ins Haus ein, um sich um Liv zu kümmern, wenn deren Mutter mal wieder als Reiseleiterin ihr Geld verdient. Es dauert eine Weile, bis das Mädchen loslassen kann, aber es gelingt ihr, langsam Abschied zu nehmen.

Beide Bücher gehen sehr feinfühlig, aber auch sehr unterschiedlich mit dem Thema um. Während das erste in Bilderbuchform gehalten ist (übrigens sehr schön gezeichnet von Betina Gotzen-Beek), ist das andere rund 200 Seiten stark (mit sehr verwirrenden Traumzeichnungen von Stefanie Harjes), eignet sich aber ebenfalls gut zum Vorlesen. Bei so einem Thema vielleicht auch sinnvoll, dann können Überlegungen, Ängste und Gedanken gleich besprochen werden.

Antonie Schneider: „Ein Himmel für Oma – Ein Bilderbuch über das Sterben und den Tod“, erschienen bei Coppenrath im Januar 2010, Preis 11,95.

Gudrun Pausewang: „Omi, liebe Omi“, erschienen bei Ravensburger im Februar 2010, zu haben für 12,95 Euro und nicht geeignet für Kinder unter sieben Jahren.

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