Der Spiegel erklärt die Welt ? Heute: Was ist ein guter Film

Den Grund für die meist kritischen Stimmen über die „Parfüm“-Verfilmung, glaubt Der Spiegel in einer grundsätzlichen Aversion gegenüber Bernd Eichinger erkannt zu haben. Der produziert schließlich nicht nur kleine, künstlerisch besonders wertvolle Filme voller sozialer Relevanz, sondern wagt es des Öfteren auch reine Unterhaltungsfilme auf den Markt zu bringen. Und mit solch einer Mischung aus Kunst und Kommerz kann der deutsche Kritiker natürlich überhaupt nichts anfangen. Man missgönnt Eichinger geradezu den Erfolg und hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, dessen Filme vollkommen unabhängig von ihrer Qualität zu verreißen. Schließlich ist ein erfolgreicher Film, noch dazu aus Deutschland, dem Kritiker einfach nur zuwider. Wenn er also ahnt, dass da ein deutscher Film auf ihn zukommt, der ein Kassenerfolg zu werden scheint oder sollte man sagen, droht, dann gehen, laut Spiegel, „die Kritiker reflexartig auf möglichst weiten Abstand zum gemeinen Volk.“ All das nur, weil der deutsche Kritiker – abgesehen selbstverständlich von Angestellten des Spiegels und seinem omnipotenten Kulturchef Matthias Mattusek – zutiefst missgünstig und der Meinung ist, dass sich Kunst und Kommerz per se ausschließen. Soweit die intellektuell ganz offensichtlich hochkomplexe Position des Spiegels, die, denkt man sie weiter, zu einem interessanten neuen Bewertungssystem führt, das artikulierte Kritik zukünftig überflüssig machen wird. Die Qualität eines Kunstwerkes bemisst sich, folgt man der Denkweise des Spiegels, in ausschließlicher Weise an dessen kommerziellem Erfolg. Je mehr Menschen also einen Film sehen (oder ein Buch kaufen oder eine Ausstellung besuchen), desto besser ist er! Ist das nicht wunderbar? Endlich gibt es ein vollkommen objektives Kriterium, dass all die komplexen Versuche, den Wert eines Kunstwerkes mit analytischen Methoden einzuordnen, es in einen historischen Zusammenhang zu stellen, seine ästhetischen Qualitäten zu beurteilen, seine gesellschaftliche Relevanz zu bewerten, vollkommen überflüssig macht. Vermutlich sollte man diesen Maßstab auch auf andere Bereiche anwenden: Bild wäre dann die beste Zeitung der Republik, RTL der beste Sender, Johannes B. Kerner Bundeskanzler und Günter Jauch Präsident und, ach ja, Focus wäre über Jahre das bessere Nachrichtenmagazin gewesen.

5 Meinungen

  1. Ich widerspreche un-, dafür verstehe ich gern. Wo, bitte, steht bzw. woraus schlussfolgerst du, dass der Journalist sagt, dass der kommerzielle Erfolg über den künstlerischen Wert entscheidet. Steht das wo? Die Logik „Leute, fresst Scheiße! Milliarden von Fliegen können nicht irren!“ steht da nicht, wäre aber, sagte man dies zu Fliegen, nicht falsch. Der Umkehrschluss, dass das, was schlecht besucht würde oder nur von wenigen gelsen/gehört etc., sei minderwertig, wäre und ist ja genauso falsch. Es gibt einfach keine „beste“ Zeitung, Verfilmung, was auch immer. OK, megabanal, aber wenn man das zugrundelegt, dann könnte man sich doch mal auf das Werk fokussieren, darüber sprechen und dabei bitte schön auf jeden Fall, vor allem in puncto „Kultur“ subjektiv bleiben. Das aber scheint gewissen Menschen, und von denen hat es der Artikel, zu miss-, zumindest schwerzufallen. Denn sie müssten ihre Meinung reduziere auf das, was sie ist: eine Meinung – eine von vielen, die im Wettstreit steht mit anderen, z. B. der des Spiegels. Mehr isses nicht. Kein „höhnisches Traktat“, sondern ein „ironischer Seitenhieb“, vielleicht ein wenig Nestbeschmutzung, aber kein Grund, zu falschen Schlüsseln zu kommen. (finde ich :-))

  2. Ist nicht irgendwie Islamische Hetze in dem Streifen…sodas man Ihn absetzen könnte….diese Verhehrlichung eines Massenmörders….Gibt es nicht jeden Tag genug gekillte im TV zu sehen…? Muss man solchen Menschen auch noch mit Zelluloid würden….was für eine Welt.

  3. Hallo Himbi,sind in Ihrem Kommentar nicht zu viele grammatikalische und orthografische Fehler, als dass man so einen Beitrag hier stehen lassen müsste?Sie motzen hier auf allen Kanälen, dann tun Sie es wenigstens richtig. So lässt sich das Lesen Ihrer Kommentare noch schwerer ertragen.

  4. Wenn ein Artikel schon mit „Geld stinkt nicht“ betitelt ist, liegt der Schluß nun mal nah, dass es dem Autor genau darum geht. Und von Ironie kann in dem kurzen Stück nun wahrlich keine Rede sein, eher von Genugtuung, dass ein Film, den Kritiker nicht mochten, dennoch Erfolg hat. Dass das eine nichts mit dem anderen zu tun hat, was eigentlich selbstverständlich ist, kommt im Text nicht vor.

  5. Naja, aber der Kultur- und Feulilletonbetrieb ist schon sehr selbstgefällig und da kann es gar nichts schaden , ihn auch mal so zu behandeln, was weitaus besser ist, als er z.B. Frau Pooth, Elvershagen etc. behandelt.

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