Defiance – zu viel Epik für eine gute Story

Die Brüder Tuvia, Asael und Zusya Bielski fliehen aus dem Ghetto Nowogródek, nachdem ihre Familie von den Nazis ausgelöscht wurde. Im Wald von Naliboki organisieren sie eine Gruppe, die gegen die Besatzer erbitterten Widerstand leistet.

Mit der Zeit nehmen sie immer mehr Verfolgte auf, bis sich im Wald über 1.000 jüdische Flüchtlinge aufhalten. Eine immense Infrastruktur entsteht, die von Tuvia (Daniel Craig) und seinen Brüdern (Liev Schreiber und Jamie Bell) beschützt wird. Die Partisanen gehen gegen die Deutschen und auch gegen weißrussische Kollaborateure vor und können ihre Unabhängigkeit sogar gegen die Sowjetarmee behaupten.

In „Defiance“ erlebt der Zuschauer die mutige und dramatische Geschichte der größten jüdischen Widerstandsgruppe des Zweiten Weltkriegs und wie die Gemeinschaft immer wieder auf harte Proben gestellt wird.

Die Kritiken bestätigen in etwa das, was man nach dem Trailer des Films erwartet hat: Hier weicht eine wahre Geschichte des Holocausts, des Widerstands gegen die Nazis und eines – wie die Filmwerbung richtig ankündigt – bisher unerzählten Kapitels des Zweiten Weltkriegs einem Action-Drama, dass sich nicht recht entscheiden kann. Auf der einen Seite sind berührende Szenen, die den Schmerz der Überlebenden verdeutlichen, auf der anderen Seite wird die halbe Wehrmacht von einer Handvoll Männer zu einem epischen Soundtrack niedergemacht, während die Nazis in gewohnter Hollywood-Manier nicht viel mehr zu sein scheinen als die ultimativen „Cowboys mit den schwarzen Hüten“.

Daniel Craig, Liev Schreiber und Jamie Bell bemühen sich redlich und können in ihren Rollen einige positive Punkte verzeichnen, der Film selbst bleibt dabei aber konventionell. Die ergreifende, echte Geschichte hätte keiner Hollywood-Politur bedurft, so dass leider in „Defiance“ die Chance in gewisser Weise verpasst wurde, eine wichtige, neue Seite des Widerstandes gegen die Nazis zu beleuchten.

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