Das Topspiel der Woche: FSV Mainz 05 gegen FC Schalke 04

Das Topspiel des dritten Bundesliga-Spieltags findet diesmal am Sonntag statt, wenn im neuen Stadion am Bruchweg der Spitzenreiter FSV Mainz 05 den FC Schalke 04 empfängt. Diese Partie wurde ursprünglich so spät angesetzt, weil beide Mannschaften in diesem Jahr international die deutschen Farben vertreten und die Europa-League-Spiele stets an einem Donnerstag stattfinden. Nun sieht es so aus, als wenn dieser Zustand nur von kurzer Dauer sein wird. Die Mainzer haben ihr Europacupabenteuer bereits hinter sich. Völlig überraschend zogen die Rheinhessen schon vor zwei Wochen gegen die unbekannte rumänische Mannschaft Gaz Median den Kürzeren und blamierten sich dabei bis auf die Knochen. All diejenigen Experten, die ihnen die internationale Tauglichkeit abgesprochen hatten, bekamen dadurch natürlich Oberwasser. Nicht weniger peinlich verlief das kürzliche Schalker Gastspiel beim finnischen Meister HJK Helsinki. Nach dem 0:2 müssen die Knappen im Rückspiel am nächsten Donnerstag eine große Aufholjagd starten.

Der FSV Mainz unterstreicht seinen Ruf als gefährlicher Underdog

Geht man also nach der Pflichtspielbelastung, hat Mainz durch die spielfreie Woche einen Vorteil gegenüber Schalke. Aber wieso ist das Ganze überhaupt ein Topspiel? Das erklärt die tabellarische Ausgangssituation. Diese spricht für die Heimmannschaft und das darf durchaus überraschen! Denn nach dem angesprochenen Europa-League-Aus prophezeite man dem FSV Mainz eine ganz schwere Saison. Drei große Leistungsträger der letzten Saison, André Schürrle, Lewis Holtby und Christian Fuchs sind allesamt abgewandert und konnten vermeintlich nur unzureichend ersetzt werden. Der namhafteste Neuzugang ist noch der Ex-Aachener Offensivspieler Zoltan Stieber, der bislang aber nicht besonders auffällig gespielt hat. Und dennoch hat Mainz einen Traumstart hingelegt: Gegen Titelfavorit Bayer Leverkusen gelang ein sensationelles 2:0 und auch im Südwestduell beim SC Freiburg behielt man durch eine starke zweite Halbzeit mit 2:1 die Oberhand. Es zeigt sich, dass Spieler, die im letzten Jahr noch im Schatten der drei abgewanderten Stars standen, jetzt aufblühen, wie beispielsweise Stürmer Sami Allagui oder der Österreicher Andreas Ivanschitz. Bei Fortführung der guten Teamleistung könnte die Truppe von Motivator Thomas Tuchel weiterhin eine gute Rolle spielen.

Der FC Schalke sucht noch die notwendige Konstanz

Der FC Schalke 04 strebt nach der mageren letzten Saison nach Höherem. Platz 14 war natürlich völlig indiskutabel, der Wirbel um die Entlassung Felix Magaths brachte zusätzlich Unfrieden in den Verein und nur der Pokalsieg sowie die starken Leistungen in der Champions League mochten die Fans einigermaßen besänftigen. Für Ralf Rangnick waren die Pokalerfolge allerdings ein hervorragender Einstand, der dafür sorgen sollte, dass er in seiner zweiten Amtszeit in Gelsenkirchen zunächst einmal ruhig arbeiten darf. Immerhin dürften die königsblauen Anhänger mit attraktiverem Spiel rechnen, denn die von Rangnick trainierten Teams sind für ihren Offensivschwung und Tordrang bekannt, auch wenn die Abwehr darunter ab und an zu leiden hat. Die bisherigen Ergebnisse scheinen dies zu bestätigen. Einem lockeren 11:1-Aufgalopp im Pokal in Teningen folgte eine deutliche 0:3-Pleite beim VfB Stuttgart sowie ein glanzvolles 5:1 über den 1. FC Köln und nun das ernüchternde 0:2 in Helsinki. Die Partie in Mainz könnte also schon einmal richtungsweisend für den weiteren Weg des FC Schalke 04 sein. Mit entscheidend ist dabei, ob die beiden namhaftesten Neuzugänge – die Ex-Mainzer Holtby und Fuchs – gegen ihren früheren Klub besonders motiviert sind oder sich deswegen eher unwohl fühlen.

Prognose: Die Mainzer gehen mit breiter Brust ins Spiel, Schalke hatte dagegen einen herben Nackenschlag zu verkraften. Dennoch werden die Königsblauen als knapper 2:1-Sieger vom Platz gehen. Grund: Ralf Rangnicks Mannschaft ist derzeit eine Wundertüte, die mal für Welt-, mal für Kreisklasse gut ist, wodurch die bisherige Saison einer Achterbahnfahrt gleicht. Mainz wird ein wenig auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt, obwohl sie während des Spiels jederzeit mithalten können und nur durch einen individuellen Fehler unglücklich verlieren.

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