Coronavirus: Erster Fall in Deutschland nachgewiesen

Die neue Virusart 2019-nCoV hat jetzt auch Deutschland erreicht: Ein Mann ist in Bayern erkrankt. Wahrscheinlich hat er sich während einer Schulung bei einer Kollegin aus Shanghai angesteckt.

Es ist der erste Fall einer Mensch-zu-Mensch-Ansteckung außerhalb Asiens.

Kontakt mit eingereister Kollegin aus Shanghai

Bei dem Coronavirus-Patienten handelt es sich um einen 33-jährigen aus dem Kreis Starnberg. Der Mitarbeiter des Automobilzulieferers Webasto hatte am 21. Januar an einer Schulung am Unternehmensstandort Stockdorf teilgenommen, die von einer Kollegin aus Shanghai durchgeführt wurde – das Unternehmen hat mehrere Standorte in China.

Die Kollegin hatte kürzlich Besuch aus der chinesischen Stadt Wuhan, von ihren Eltern. Die Stadt gilt als Ausbruchsort der Krankheit. Nachdem die Kollegin symptomfrei eingereist war, fühlte sie sich auf ihrer Rückreise unwohl. Kurz danach wurde der Virus bei ihr diagnostiziert.

Der Kollege aus Landsberg fühlte sich am Wochenende mit grippeähnlichen Symptomen krank, ging aber am Montag zunächst wieder seiner Tätigkeit nach. Das Unternehmen beschloss dennoch, ihn vorsichtshalber testen zu lassen. Beide Mitarbeiter sind nun in Behandlung.

Aufnahme ins Klinikum Schwabing

Die Übertragung des Krankheitserregers gilt als erste Mensch-zu-Mensch-Infektion außerhalb des asiatischen Kontinents. Der Patient liegt zurzeit isoliert im Münchener Klinikum Schwabing. Laut Aussagen der Ärzte geht es ihm gut, er sei wach, ansprechbar und fieberfrei. Auch die Atemwege würden keine Krankheitssymptome mehr zeigen. Für andere Patienten im Haus besteht aufgrund der Sicherheitsvorkehrungen keinerlei Ansteckungsgefahr.

Außerdem wird das soziale und berufliche Umfeld des Patienten aus Landsberg auf Ansteckungen hin überprüft. Die Gesundheitsbehörden stehen mit insgesamt 40 Personen in Kontakt, wobei die Anzahl noch ansteigen kann. Die Überprüfung geschieht vor dem Hintergrund, dass die eingereiste Chinesin bereits vom Virus kontaminiert war, als sie noch symptomfrei ihre Schulung abhielt.

Auch ein Kindergarten in Landsberg wird derzeit untersucht, den die Kinder des Patienten regelmäßig besuchen.

Mehr als 4.000 Infektionen in aller Welt

Das 2019-nCoV-Virus hat sich in den letzten Tagen rasant in China verbreitet. Inzwischen sind insgesamt über 4.500 Menschen erkrankt, Tendenz steigend. Die Anzahl der Toten wird mit 106 angegeben.

Im Kampf gegen die Ausbreitung der neuartigen Lungenkrankheit hat die chinesische Regierung eine ganze Reihe radikaler Maßnahmen umgesetzt. Mehrere Städte wurden abgeriegelt, der Nah- und Fernverkehr ist in der besonders betroffenen Provinz Hubei nahezu vollständig zum Erliegen gekommen. Um die 45 Millionen Chinesen stehen aufgrund der staatlichen Vorkehrungen praktisch unter Quarantäne.

Bildnachweis: Pixabay, 4787018, geralt


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