(Aus)gezeichnet: ?Simpsons? gewinnen Öko-Preis

Seit 1991 verleiht die Environmental Media Association ihren Öko-Preis an Filme, Serien und Medienmenschen, die sich aktiv mit Problemen des Naturschutzes befassen und/oder Kritik an der Konsum- und Wegwerfgesellschaft äußern. Gleich im ersten Jahr ging der Preis in der Kategorie TV Comedy an „Die Simpsons“, und zwar für die Folge Frische Fische mit drei Augen” (Der Originaltitel “Two Cars In Every Garage and Three Eyes On Every Fish” ist noch etwas aussagekräftiger, weil er Wohlstand und Umweltprobleme gleich in einen Zusammenhang bringt). Nach 1994 („Bart gewinnt Elefant!“) und 1996 (“Lisa die Vegetarierin”) konnten die „Simpsons“ auch 2006 das Rennen für sich entscheiden. In der prämierten ersten Folge der 17. Staffel („Es lebe die Seekuh“), die in Deutschland am 3. September ausgestrahlt wurde, beschützt Homer Seekühe vor angriffslustigen Jetski-Fahrern.

Maßgeblichen Anteil daran, dass die Serie in fast jeder Folge Themen wie Energie- und Geldverschwendung (herrlich z. B. auch die Rolltreppe, die ins Nichts führt) behandelt, hat natürlich ihr Erfinder Matt Groening (2002 auch für die Futurama-Episode “Kennen sie Popplers” ausgezeichnet). Dieser hatte am Evergreen State College in Olympia, Washington studiert, bevor er nach L. A. ging und die „Simpsons“ erfand. Vielleicht wurde während seiner Zeit an der Hippie-Uni auch Matts ökologisches Bewusstsein geschärft, in jedem Fall aber wohnen die Simpsons wohl nicht ganz zufällig an der „Evergreen Terrace“. Nur ein Beispiel dafür, dass Groening viele persönliche Elemente in die Serie hat einfließen lassen, so wie auch etwa den schönen Vornamen seines eigenen Vaters. Der heißt nämlich Homer.

Doch nicht nur mit vier TV Comedy-EMAs können „Die Simpsons“ sich brüsten. 2001 zeichnete die Association Lisa Simpson außerdem mit dem “Ongoing Commitment Award“ aus, also sozusagen mit dem Preis für unermüdliches Engagement. Als Trägerin dieses Preises, den Erfinder Matt Groening und Sprecherin Yeardley Smith stellvertretend entgegennahmen, ist Lisa die einzige gezeichnete Vertretern in einer Reihe mit Promis wie Pierce Brosnan, Daryl Hannah, Edward Norton und John Travolta, die schon längere Zeit offiziell als gute Vorbilder durch die Medienlandschaft geistern.

Gegenüber „Variety“ erklärt Groening die Rolle der Vegetarierin Lisa Simpson so: "Lisa has a very simple philosophy. Whatever you see her father Homer do, eat, or drink — don't try this at home.” Außerdem habe er Homer bewusst einen Job im Atomkraftwerk besorgt, gewissermaßen als nie versiegender Quell von Umwelt-Themen: “I made sure that Homer worked in a nuclear power plant, because then we can keep returning to that and making a point about the environment."

Und auch im „Simpsons Movie“, der am 27. Juli 2007 weltweit anlaufen wird, spielen Atomenergie und Umwelt eine zentrale Rolle: Wie man hört wird es darum gehen, dass Homer ein Leck im Kraftwerk verursacht, woraufhin die Bewohner Springfields evakuiert werden müssen. Na, wenn das mal nicht nach einer Menge Spaß und einer ordentlichen Portion Engagement riecht. Und natürlich einem weiteren EMA.

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