Audi R8 Test 2015: Le Mans-Feeling mit 610 PS

Komm, kein halben Sachen, gleich rein in den neuen Audi R8 V10 Plus. Der brillierte mit unkompliziertem Handling und enormer Drehfreude, wie wir kürzlich unter der Sonne Portugals feststellen durften. Der neue Audi R8 V10 Plus ist schneller im Begrenzer als das Lesen dieses Satzes dauert.

Ja, ist wirklich so. Und der setzt erst bei 9.000 Touren ein. Wer nur entschlossen genug aufs Gaspedal eintritt, bekommt zunächst von der so unwirsch wie rasant zurückschaltenden Siebengang S tronic einen Tritt in den Rücken und kann anschließend der roten Nadel im virtul Cockpit mit dem 12,3-Zoll-Bildschirm kaum folgen. Sollte der Fahrer auch nicht, denn sehr wahrscheinlich hat die derzeit stärkste Version des R8 V10 dann ein deutlich dreistelliges Tempo drauf, und da ist der Blick besser auf die Straße oder wie in unserem Fall auf den enorm kurvigen Asphalt des Autodromo International dos Algarves im Süden Portugals gerichtet.

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Feiste Stopper im Audi R8 V10 plus

Dabei legt der Audi Sportwagen enorm an Geschwindigkeit zu – die 3,2 Sekunden für den Standardsprint fesseln, die weiteren 6,7 für die Verdoppelung des Tempos erfordern höchste Konzentration und bisweilen auch einen nicht minder festen Tritt auf die Bremse. Die im Audi R8 V10 plus serienmäßigen Carbon-Ceramic-Scheiben im Format einer XXL-Pizza verzögern bissig und ohne Fading, so kann zum Angriff auf die nächste Kurve geblasen werden. Selbstverständlich nur nach Aktivierung des Sportsounds, so donnert der Auspuff erst richtig wüst und rundet das Drama ab. Adrenalin? Kommt im R8 V10 plus dank Krawall und spürbarer Beschleunigung von selbst in Massen. Falls nicht, ist ein Termin beim Arzt fällig.

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Kurven waren beim Audi R8 Test die reinste Freude

Neben der direkten und überaus präzise Lenkung des Audi R8 V10 plus trug auch das wie die Trockensumpfschmierung zur niedrigen Positionierung des Saugmotors vom Motorsport inspirierte Fahrwerk mit doppelten Aluquerlenkern rundum bei. Straff abgestimmt und mit den verstellbaren Dämpfern „Audi magnetic ride“ versehen, beugte es in Verbindung mit den elektronischen Fahrhilfen dem Übermut geschuldeten Abflügen vor. Traktion gab es dank des quattro-Antriebs mit variabler Drehmomentverteilung stets genug, doch etwas Ehrfurcht war vonnöten – ansonsten stand der Audi R8 spätestens bei abgeschaltetem ESP und übertriebenen Lenkeingriffen rascher quer, als es dem von Seitenführung reichen Sitzen verwöhnten Piloten lieb sein konnte.

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Der Audi R8 Preis des V10 plus beginnt bei 187.400 Euro

In engen Gassen begeisterte der arablaue R8 ebenfalls – sowohl die Insassen mit tadellosen Bummelqualitäten, stimmgewaltigem Bang&Oluffsen Soundsystem und wirkungsvoller Klimatisierung als auch die Passanten, wie schmachtende Blicke an jeder Ecke verrieten. Er ist eben einfach ein Beau, der neue Audi R8, mit all den Echtcarbon-Teilen, der markanten Formgebung sowie der opulenten Lederausstattung. Da darf man ruhig auch mal einen Blick beim Audi Händler riskieren. Mängel fanden sich beim Audi R8 Test keine, was angesichts eines Einstandspreises von 187.400 Euro beim V10 plus auch erwartet werden darf. Richtig lange Kerls, so zeigte sich aber auch, haben womöglich Schwierigkeiten, ihre Beine auszustrecken.

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Bilder: ©Arild Eichbaum, AUDI AG (1)

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