Zusammenfassung der 2. Runde im DFB-Pokal

Die 2. Runde im DFB-Pokal 2011/2012 bestach nicht gerade durch eine Fülle spannender Partien. Insbesondere fehlten die großen Überraschungen, die diesem Wettbewerb nun mal die besondere Würze verleihen. Einmal schaffte es dann aber doch ein unterklassiger Verein, einem höher gehandelten Kandidaten ein Bein zu stellen.

Der letztjährige Pokalfinalist MSV Duisburg ging völlig verdient im Kieler Holstein-Stadion mit 0:2 baden. Kazior nach einem kuriosen Patzer von MSV-Torwart Fromlowitz und Sykora machten die Treffer für die Holsteiner, die durchaus noch höher hätten gewinnen können und nun von größeren Gegnern träumen dürfen.

Zusammenfassung der David-gegen-Goliath-Duelle der 2. Runde im DFB-Pokal 

Aus ist der Traum hingegen für Rasensport Leipzig gegen den FC Augsburg. Trotz in der Schlussphase drückender Überlegenheit gelang den Sachsen kein Treffer mehr. Dieser war dem Bundesligisten in der 62. Minute durch Brinkmann geglückt. Ansonsten hatten die Augsburger aber nicht viel zu bieten und gewannen unverdient. Der Hamburger SV musste beim Pokalschreck aus Trier gar in die Verlängerung. Die Moselstädter hatten in der ersten Halbzeit frisch begonnen und durch Kulabas das 1:0 erzielt. Marcus Berg machte in Minute 63 den Ausgleich. Fortan kontrollierte Hamburg das Geschehen, da dem Viertligisten auch so langsam die Puste ausging. Doch erst in der Extraspielzeit fiel der entscheidende Treffer durch Aogo nach einer Freistoßhereingabe.

Noch spannender machte es Borussia Mönchengladbach beim 1. FC Heidenheim. Die Württemberger, die in der 1. Runde schon den SV Werder Bremen ausgeschaltet hatten, erwiesen sich als der erwartet hartnäckige Gegner und schafften es mit viel Kampf bis ins Elfmeterschießen. Mehr war zwar nicht drin, da sich die Gastgeber im Gegensatz zu den Borussen praktisch keine echte Torchance erspielten, doch in der Strafstoßlotterie ist bekanntlich alles möglich. Schließlich versagten den tapferen Drittligisten aber doch zweimal die Nerven, während die Gladbacher allesamt sicher verwandelten und das Achtelfinale sicher stellten.

Der FC Schalke 04 hatte ebenfalls große Mühe mit seiner Auswärtsaufgabe beim abstiegsbedrohten Karlsruher SC. Doch effizient nutzen die Knappen zwei Gelegenheiten in den letzten 10 Minuten und siegten durch Huntelaar und Matip glücklich mit 2:0. Zuvor hatten die Karlsruher mehrfach knapp vor der Führung gestanden. Auch in Aue blieb der Favorit am Ende knapp Sieger. Der 1. FC Nürnberg brauchte nur wenige Torgelegenheiten, um nach einer feinen Einzelleistung von Alexander Esswein und einen platzierten Schuss von Julian Wießmeier eine 2:0-Führung herauszuschießen. Der Anschlusstreffer durch König kam zu spät, um das Erzgebirge in Verzückung zu bringen.

Doch es gab auch sehr souveräne Auftritte einzelner favorisierter Teams. Bayern München hatte im heimischen Stadion naturgemäß wenig Mühe mit dem Tabellenletzten der zweiten Liga und überfuhr die Schanzer leicht und locker mit 6:0. Dabei durfte auch einmal der zweite Anzug der Bayern glänzen. Contento, Pranjic, Alaba oder Petersen standen in der Startelf und fügten sich gut ins Teamgefüge ein. Der Zweitliga-Torschützenkönig Nils Petersen traf denn auch zweimal. Die übrigen Treffer erzielten Müller, Alaba, der eingewechselte Usami und der Ingolstädter Matip ins eigene Netz.

Auch beim VfB Stuttgart durften sich gegen den FSV Frankfurt ein paar weitgehend unbekannte Gesichter präsentieren. Hemlein und Traore konnten dabei sogar jeweils einen Treffer für sich verbuchen. Das übrige Tor erzielte Cacau, so dass die Stuttgarter problemlos mit einem 3:0 die nächste Runde erreichten. Borussia Dortmund hatte im Heimspiel gegen Dynamo Dresden wohl mehr Probleme mit den Gästefans als mit den gegnerischen Spielern. Dreimal musste Schiedsrichter Gagelmann die Partie unterbrechen, weil einige Chaoten unter den Dynamo-Anhängern bengalische Feuer angezündet und Knallkörper aktiviert hatten. Der Zweitligist muss nach dem 0:2 nun nicht nur den Traum von einer langen DFB-Pokal-Zukunft begraben, sondern sehr wahrscheinlich eine harte Strafe durch den Deutschen Fußball-Bund hinnehmen.

Auch Hertha BSC gab sich beim Gastspiel in Essen keine Blöße und brachte dem Viertligisten eine deutliche 3:0-Niederlage bei. Ähnlich deutlich zog ein Zweitligatrio in das Achtelfinale ein. Der VfL Bochum kam beim 4:1 in Unterhaching ebenso wenig in Verlegenheit wie die beiden Topmannschaften des Bundesliga-Unterhauses: Fortuna Düsseldorf schickte 1860 München mit 3:0, die SpVgg Greuther Fürth den SC Paderborn gar mit 4:0 nach Hause.

Knappe Partien auf Augenhöhe in der 2. Runde im DFB-Pokal

Sehr spannende Duelle gab es bei den direkten Bundesligaduellen. Der 1. FC Köln zeigte sich beim Auswärtsspiel in Hoffenheim im Vergleich zum Spiel in Dortmund am letzten Wochenende wie verwandelt und unterlag nur unglücklich mit 1:2. Die Kraichgauer drehten die durch Jajalo in der 8. Minute erzielte Führung kurz vor und nach der Pause noch zum Sieg. Damit sind die Hoffenheimer trotz ihrer bislang kurzen Pokalgeschichte bereits zum fünften Mal in einem DFB-Pokal-Achtelfinale.

Hannover 96 brachte nach dem begeisternden Sieg über die Bayern am vergangenen Sonntag nun gegen den FSV Mainz 05 nur eine sehr müde Leistung auf den Rasen. Folgerichtig unterlagen die Hannoveraner auch mit 0:1 nach Verlängerung. Andreas Ivanschitz war der glückliche Torschütze für die clever verteidigenden Rheinhessen, während für Hannover in der Nachspielzeit Didier Ya Konan die Riesenchance zum Ausgleich per Elfmeter liegen ließ, als er an Christia Wetklo scheiterte.

Denselben Spielausgang sahen 46.000 Zuschauer in der Commerzbankarena zu Frankfurt. Der 1. FC Kaiserslautern siegte bei der Eintracht nach Verlängerung mit 1:0. Allerdings wussten in diesem Spiel die zweitklassigen Gastgeber weitaus mehr zu gefallen. Doch fast mit dem Schlusspfiff der Verlängerung verlängerte Sukuta-Pasu einen abgefälschten Schuss von Kouemaha zum Siegtreffer ins Netz. Leider war auch dieses Spiel durch Randale und pyrotechnische Utensilien, welche von Lauterer Fans mitgebracht wurden, überschattet. Zuvor hatten Frankfurter Fans die Gäste auf Internetforen stark provoziert, so dass dieses Südwestderby von Vornherein eine hohe Sicherheitsstufe zugeteilt bekam. Unschöne Szenen gab es trotzdem, die das aktuelle Verhältnis zwischen Anhängern, DFB und Vereinsführungen wohl nicht unbedingt verbessern werden.

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