Zuckersucht: Gibt es sie wirklich?

Zuckersucht: Gibt es sie wirklich?

„Zucker wirkt stärker als Kokain“, heißt es. Gibt man Zuckersucht bei Google ein, bekommt man seitenlange Ergebnisse von Ratgebern. Es geht darin um Tipps, wie sich Zuckersucht bekämpfen lässt. Doch eine wissenschaftliche Basis für den Hype gibt es nicht.
 
 
 
 
 
 
Wer den Konsum von Süßigkeiten und Gebäck nicht kontrollieren kann und zu viel davon isst, schadet seinem Körper. Denn Zucker kann zu Übergewicht führen und Diabetes verursachen. Viele Menschen wissen, dass ihnen maßloser Zuckerkonsum nicht gut tut, trotzdem können sie ihr Essverhalten nicht ändern.

Im Prinzip steckt dahinter die klassische Definition von Sucht: Der erste Schritt ist die Einsicht, dass ein Verhalten oder Stoff nicht gut tut. Daraufhin folgt im zweiten  Schritt der Versuch etwas einzuschränken oder gar ganz zu lassen. Wer daran scheitert, leidet an einer Suchterkrankung. Er kann sich nicht frei entscheiden, ob er will oder nicht, er erleidet Rückschläge und übt das Verhalten unfreiwillig aus oder konsumiert den Stoff gegen seinen Willen.

Sucht bedeutet Kontrollverlust

Sucht bedeutet den Verlust von Freiheit und Autonomie. Wer das realisiert und weitermacht, fühlt sich umso kümmerlicher. Klassisches Beispiel ist das Rauchen. Nikotin ist per wissenschaftlicher Definition ein Gift und Suchtstoff. Es schadet dem Körper immens und macht hochgradig abhängig. Wer mit dem Rauchen aufhört, spürt neben einem psychischen Entzug auch körperliche Symptome. Letztere sind ausschlaggebend dafür, dass ein Stoff als Suchtstoff gilt. Er löst körperliche Veränderungen aus.

Zucker ist deshalb keine klassische Droge, er kann lediglich Verhaltensabhängigkeiten auslösen. Das liegt daran, dass Zucker das Belohnungssystem des Körpers aktiviert. Wer Zucker zu sich nimmt, schüttet vermehrt Endorphin und Dopamin aus. Zwei Botenstoffe, die für gute Laune und allgemeines Wohlbefinden sorgen. Nach Süßem zu gieren, ist also ganz natürlich und absolut menschlich. So entlockt man kleinen Babys ein Lächeln, wenn sie etwas Süßes aus der Flasche bekommen.

Genussmittel in Maßen

Abschließend sei noch angemerkt: Genuss bereichert das Leben und entspannt. Wer ganz darauf verzichtet, tut sich nichts Gutes. Ständige Selbstgeißelung und -kontrolle zehren an den Kräften. Auf lange Sicht kann das der Psyche und Gesundheit schaden. Alkohol, Schokolade und Zucker darf man in Maßen zu sich nehmen. Und wenn man einmal über die Stränge schlägt, nicht wütend mit sich selbst sein! Das ist ganz menschlich! Bedenklich ist nur der Kontrollverlust, der verhindert mit etwas aufzuhören, obwohl der Konsum einem psychisch oder körperlich nicht gut tut.

Hier lesen Sie alles über die Suchtwirkung von Alkohol, Koffein und Schokolade.

Bildquelle: Pixabay, donuts, 2969490_1280

 

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