Qualität jenseits aller Trends: Harris Tweed

Qualität jenseits aller Trends: Harris Tweed

Er stammt von den Schafen der Äußeren Hebriden Schottlands – und seine Haltbarkeit ist legendär: Harris Tweed. Seine Wolle wärmt und ist so rau wie die Landschaft seiner Ursprungsregion. Jenseits saisonaler Moden ist Harris Tweed spätestens seit Ende des 19. Jahrhunderts der Stoff, aus dem klassische britische Herrenmode gemacht wird.
 
 

Gesetzlich geschützter Stoff

Harris Tweed wir seit jeher an Webmaschinen von Hand gewebt und darf laut Gesetz nur auf den Äußeren Hebriden produziert werden. Um dies abzusichern, gibt es einen „Harris Tweed Act“, der seit 1993 definiert, welche Inseleinwohner die Schafswolle der Region verarbeiten dürfen. Die aus Harris Tweed gefertigte Kleidung ist mit einem Echtheitsetikett versehen, das einen Reichsapfel (den „Orb“), das Malteser Kreuz und dazu oft eine Seriennummer trägt.

Der Harris Tweed Act und das Etikett haben ihren Grund: Der seit Jahrhunderten gefertigte Tweed-Stoff wurde im 19. Jahrhundert zusehends in England vermarktet und hatte aufgrund seiner hohen Qualität einen guten Ruf. Schnell folgten immer mal wieder Nachahmer, die auf den Zug aufspringen wollten – allerdings blieb die Qualität der von ihnen gefertigten Tweed-Stoffe oft weit hinter den Originalen zurück. Das hatte zur Folge, dass der Ruf des Original-Harris Tweeds zu leiden drohte. Seit dem Jahr 1910 ist Harris Tweed daher als Marke geschützt.

Zusätzlich gibt es seit dem Inkrafttreten des Harris Tweed Acts in den Neunzigern eine Instanz, die über die Einhaltung dieses Gesetzes wacht: Die Harris Tweed Authority im schottischen Stornoway auf der Insel Lewis and Harris.

Modischer Evergreen

Die Sakkos, Westen und Mützen und mit ihren erdbraunen, grünlichen oder grauen Streifen- oder Fischgrätmustern waren zunächst bei Jägern, Fischern und Reitersleuten sehr beliebt. Kein Wunder, denn der Stoff ist nicht nur wärmend, sondern – Schafswolle halt – auch sehr gut wasserabweisend.

Später fand das Harris Tweed-Sakko als Teil der Schuluniform seinen Weg in viele Schulen und Universitäten Englands. In den Fünfzigerjahren schließlich entdeckte die Werberszene in den USA das Harris Tweed-Jacket für sich, und im London der Swinging Sixties trug der eine oder andere Mod Ausführungen mit Ellenbogenschonern aus Leder. So wurde Harris Tweed zwischendurch sogar ein Signet rebellischen Jugendkults – heute gehören die langlebigen Sakkos, Jacketts und Accessoires aus diesem Stoff für viele zum Standard-Outfit.

Bildquelle: Unsplash, clem-onojeghuo, 178229

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