Zeitformen in der deutschen Grammatik: Der Gebrauch der Tempora im Überblick

Ich bin satt oder bin ich bin satt gewesen? Bei der Suche nach dem Gebrauch der richtigen Zeitform sollte man immer zwei relevante Faktoren berücksichtigen: Den jeweiligen zeitlichen Aussagegehalt eines Satzes und die dazu passende die Tempusmarkierung des Verbs.  Die grundlegendsten zu unterscheidenden Zeitformen im Deutschen sind das Präsens (Gegenwart) und das Präteritum (einfache Vergangenheit). Die Unterscheidungen der anderen vier Zeitformen lassen sich schwieriger festlegen.

Als Tipp: Klarheit bringt in diesem Fall das Betrachten der Funktionsunterschiede. Beispielsweise erfordert eine im Satz verankerte Zeit- oder Modalkomponente, den Gebrauch des Futur I und II.  Handelt es sich um etwas im Satz bereits Vollzogenes, so sind hier das Perfekt, Plusquamperfekt und Futur II gefragt. Im Folgenden werden sie sechs Tempora im Deutschen erläutert und näher beschrieben.

Präsens

Die erste der Zeitformen im Deutschen ist das Präsens (lat. tempus praesens, „gegenwärtige Zeitform“) wird im Deutschen als „Gegenwart“ bezeichnet. Mittels dieser Zeitform wird das gerade in diesem Moment Passierende sprachlich festgehalten. Ein Beispielsatz „Sie fährt auf Klassenfahrt.“

Vorsicht:  Diese Zeitform kann auch als Ausdruck der Zukunft (Futur I) eingesetzt werden. Das heißt, wenn jetzt gerade etwas mit genauer zeitlicher Angabe vereinbart wird, was aber erst in der Zukunft passieren wird, nimmt man hierfür ebenfalls das Präsens. Als Beispielsatz: „Sie fährt am Montag auf Klassenfahrt.“

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Präteritum

Das Präteritum (lat. praeteritum „das Vorhergegangene“) früher auch als „Imperfekt“ bezeichnet, wird unter den Zeitformen auch „einfache Vergangenheit“ genannt.  Das Präteritum wird so gebildet, dass das Verb eines Satzes je nach Person und nach der Beschaffenheit des jeweiligen Verbs selbst (schwach oder stark) konjugiert wird. Die Handlung ist zu dem Zeitpunkt der Rede bereits abgeschlossenen und hat keinerlei Auswirkung mehr auf die Gegenwart. Unser Beispielsatz lautet: „Sie fuhr auf Klassenfahrt.“

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Perfekt

Die dritte Zeitform ist das Perfekt, (lat. perfectum – „vollendet“) was für die „nicht vollendete Vergangenheit“ steht. Wie der Name es schon ankündigt, handelt es sich hierbei um eine Handlung in der Vergangenheit, die nicht abgeschlossen ist oder noch Auswirkungen auf die Gegenwart hat. Diese Zeitform besteht daher aus einer Kombination aus einem Gegenwartsform eines Hilfsverbs aus „sein“ oder „haben“ und dem Partizip I eines Vollverbs, also der temporalen Vergangenheit. Unser Beispielsatz  heißt nun: „Sie ist auf Klassenfahrt gefahren.“

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Plusquamperfekt

Die oftmals schwierigste Zeitform unter den Tempora ist das Plusquamperfekt (lat. plus quam perfectum „mehr als vollendete Zeit“)  auch „vollendete Vergangenheit“ oder „Vorvergangenheit“.  Doch merke: Das Plusquamperfekt verhält sich zum Präteritum wie das Perfekt zum Präsens!  Das Plusquamperfekt wird ähnlich wie das Perfekt gebildet.  Das Hilfsverb wird hierbei aber in der Präteritumform und dazu wird das Partizip Perfekt II verwendet.  Diese Zeitform wird benutzt, wenn zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Vergangenheit eine Tatsache oder Eigenschaft bereits als gegeben und vergangen feststeht. Unser Beispielsatz lautet: „Sie war auf Klassenfahrt gewesen.“

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Futur I

Das Futur I (lat. Futurum- das Zukünftige) oder auch „einfache Zukunft“ kann sich genau wie das Präsens auf die Zukunft und auf die Gegenwart beziehen. Das Futur I wird normalerweise mit dem konjugierten Hilfsverb von werden und einem Infinitiv gebildet. Als Beispiel: „Sie wird zur Klassenfahrt fahren.“ Um eine gegenwärtige Situation mittels Futur I auszudrücken, werden häufig Modalverben verwendet. Ein Beispiel hierfür: „Morgen wird sie wohl auf Klassenfahrt fahren müssen.“ Dem Hilfsverb folgt in diesem Fall ein doppelter Infinitiv.

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Futur II

Das Futur II oder auch „vollendete Zukunft“ wird nach dem Perfektstamm dieser Zeitform Perfekt Futur genannt. Diese Form des Futur II wird oftmals zum Ausdruck von Möglichkeiten verwendet. Diese Vermutung, die durch diese Tempusform angestellt wird, ist aber bereits abgeschlossen oder wird zu einem bestimmten Zeitpunkt abgeschlossen sein. Diesen Tempus bildet man, indem man die finite Form von „werden“, das Partizip II und das Hilfsverb sein/haben verwendet. Für unseren Beispielsatz heißt das: “ Sie wird morgen schon im Urlaubsort eingetroffen sein.“

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