WWF schlägt Alarm: Erde droht bis 2030 riesiger Waldverlust

Der Erde droht in den kommenden 15 Jahren ein riesiger Waldverlust, hat eine WWF-Studie ermittelt. Allein im Amazonas wird knapp ein Drittel des Regenwalds verschwinden. Die globale Hauptursache ist klar – und Europa mitverantwortlich.

170 Millionen Hektar Wald werden in den kommenden 15 Jahren zerstört, sagt eine neue Studie der Umweltorganisation WWF voraus. Eine kaum fassbar hohe Zahl: Verloren geht demnach eine Waldfläche, die fast fünf Mal so groß ist wie Deutschland.
Besonders verheerend fällt der Studie zufolge die systematische Waldrodung in den Tropen aus: in Borneo, in der Mekong-Region und im Amazonas-Gebiet.
Allein das größte Regenwaldgebiet der Erde, der Amazonas in Südamerika, könnte innerhalb von 15 Jahren ein Drittel seines Baumbestands verlieren. In Zahlen sind das 48 Millionen Hektar Wald.

WWF: „Handeln, bevor die letzten großen Waldgebiete zerstört sind“

In einer Stellungnahme zur Studie warnt Jörg-Andreas Krüger, Leiter Biodiversität beim WWF Deutschland: „Wenn wir nicht handeln, werden die letzten großen intakten Waldgebiete einem gigantischen Raubbau zum Opfer fallen.“
Als Folge der Waldzerstörung werde der Klimawandel angeheizt und der Artenreichtum der Pflanzen– und Tierwelt auf der Erde unwiederbringlich zerstört.
Auch die globale Hauptursache des Raubbaus haben die Umweltschützer in ihrer Untersuchung identifiziert: die industrielle Landwirtschaft. Weltweit verschwinden Waldflächen, um Platz für Viehhaltung und für den Anbau von Monokulturen wie Soja und Ölpalmen zu schaffen.
Aber auch die nicht-nachhaltige Abholzung von Wäldern für die Holz- und Papierindustrie, der Abbau von Bodenschätzen und Infrastrukturgroßprojekte in noch nicht erschlossenen Waldregionen sind verantwortlich.
Nachfrage aus Europa und Deutschland heizt den Raubbau an
Der kolossale Raubbau geht auch auf die europäische Nachfrage zurück: zu einem großen Teil gelangen die Produkte, die durch die Entwaldung hergestellt werden, in Deutschland und Europa, sagt WWF-Experte Krüger.
Ein Beispiel: Mehr als die Hälfte aller nach Deutschland importierten Mineralien würden aus Brasilien stammen.
Und wie lässt sich diese desaströse Entwicklung umkehren? Da hilft laut WWF nur ein radikales Umdenken. Experte Krüger: „Wälder versorgen uns mit sauberem Wasser, schützen uns vor Erosion und Fluten und stabilisieren unser Klima. Setzen wir das aufs Spiel, verlieren wir mehr als ein paar Prozente Wirtschaftswachstum.“

Fotonachweis: Thinkstock, 451616651, iStock, Piotr Krzeslak

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