Wowi in der Warteschleife

Das Ergebnis des ersten Wahlgangs: 74 Ja-Stimmen, 73 Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen. Nachdem Walter Momper, der Vorsitzende des Berliner Abgeordnetenhauses, Wowi gefragt hatte, ob er die Wahl annehme und dieser dann bejahte, wollte er ihn dann gleich vereidigen, um die Wiederwahl perfekt zu machen. Doch dann kam jemand und machte Momper darauf aufmerksam, dass die Wahl ja gar nicht entschieden sei. Denn 74 zu 73, das ist zwar einmal mehr Ja als Nein, da Stimmenthaltungen aber als Nein gewertet werden, müsse die Wahl wiederholt werden.

War wohl nix, muss halt ein zweiter Wahlgang her. Den Ruf aus dem Plenum, wer denn diese Wiederholung beantragt habe, beantwortete Momper mit „Die SPD“ und wies zudem auf die Verfassung hin, die einen weiteren Wahlgang vorsieht. Also Wahlkabinen wieder aufstellen, Fernsehkameras wegdrehen und den Damen und Herren von PHOENIX Gelegenheit geben, einigen Experten das Wort zu erteilen. Laber, laber, und schon ging es weiter im Parlament, Auszählung. Wowi bekam 75 von 149 Stimmen und war gewählt, nahm die Wahl an und konnte vereidigt werden.

Was wäre wohl passiert, hätte Wowi eine ähnliche Schlappe erfahren wie im letzten Jahr Heide Simonis, die in ganzen vier Wahlgängen nicht als Ministerpräsidentin wiedergewählt worden war? Die Heide Simonis, die nach ihrer Wahlniederlage unter anderem als Unicef-Botschafterin, vor allem aber als RTL-Hoppel-Heide in Erscheinung getreten war. Hätten wir Wowi bald noch öfter auf der TV-Showbühne begrüßen dürfen? Für seine Party-Eignung ist der Mann ja hinlänglich bekannt. Und: Mit dem Mann kann sogar die Fernsehübertragung einer Parlamentssitzungen zu einem Stück Unterhaltung werden.

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