Wochenend-Revue: Sonntags beim FC

Der 1.FC Köln hat ein modernes Stadion. Besonders schön ist es nicht, aber es ist noch ziemlich neu und daher sehr komfortabel. Das wird einem besonders dann gewahr, wenn man tags zuvor auf der Bielefelder Alm in Block 6 stand. Der soll übrigens bald durch eine neue Tribüne ersetzt werden, die mindestens genau so modern wird, wie das RheinEnergie Stadion, das früher mal Müngersdorfer Stadion hieß. Aber das nur am Rande.

Was jedenfalls den Unterschied zwischen der Alm und dem Müngersdorfer Stadion ausmacht, hat mir mein Cousin Martin am Samstag mit einer für ihn etwas unangenehmen Beichte verdeutlicht: Er wäscht sich nie die Hände, nachdem er die Sanitäranlage in Bielefeld benutzt hat, weil er überzeugt ist, dass er sich beim Drehen des Wasserhahns mehr Bakterien zuziehen würde, als wenn er sich einfach ungewaschen davon macht. Verlässt man hingegen in Köln das Klo, wundert man sich höchstens, dass am Ausgang keine Service-Kraft steht, die einem Erfrischungstuch und Drops für den frischen Atem reicht. Sogar die Ordner wirken hier mehr wie Empfangsdamen -und Herren.

Das Drumherum ist also gut organisiert in Köln, es mangelt einem an nichts. Damit bietet der Rahmen des Spiels dem Zuschauer in Köln genau das, was die Mannschaft nicht vermag: Ein modernes, ein homogenes Erscheinungsbild und Sinn für das Detail. Umgekehrt verhält es sich in Bielefeld: So charmant unfertig ihr Stadion noch ist, so souverän spielt die Mannschaft, so improvisiert der Sanitärbereich wirken mag, so hervrorragend organisiert präsentiert sich die Elf auf dem Platz.

Selten konnte man am Sonntag das Gefühl haben, Christoph Daums Spieler würden einem Plan, einer Idee folgen. Natürlich, der FC spielte ab der zwanzigsten Minute nur noch zu zehnt. Doch die Grätsche von Fabrice Ehret, die zum Platzverweis führte, war derart ungeschickt, dass man die Aktion beinahe als Sinnbild für die gesamte Spielzeit der Kölner heranziehen möchte.

Wie schon während der gesamten Saison konnten die Fans das einigermaßen tröstende Ergebnis dem Einzelkönnen ihrer Akteure danken. So ist das 2:2 gegen Offenbach genau das passende Ergebnis für dieses Spiel und der neunte Tabellenplatz der angemessene für diese Mannschaft.

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