Wenn das Kind ins Krankenhaus muss: Wie die Eltern den Aufenthalt angenehm machen

„Wie lange ist Morgen“? „Warum tun die mir weh“? Es sind typische Fragen unserer Kinder, welche uns Eltern beim Thema „Kind im Krankenhaus“ in Unruhe und auch in Angst versetzt. Eltern sollten bedenken, dass unsere Kinder sensible Antennen für die Unruhe und Angst der Erwachsenen haben und diese auch übernehmen.

Es sollte für Eltern eine wichtige wie auch schöne Aufgabe sein, dass wir uns unsere eigene Unruhe und eigene Angst nehmen, um unser Kind nicht noch zusätzlich zu belasten. Ohnehin ist unser Kind im Krankenhaus, trotz aller liebevoller und fachgerechter Bemühungen von Ärzten und Personal, besonderen Belastungen ausgesetzt. Hinzu kommen meist Schmerzen, mit welchen Kinder zudem schwer umgehen können sowie eine fremde und ungewohnte Umgebung.

Das Kind im Krankenhaus an die Umgebung gewöhnen

Viele Kinderkrankenhäuser machen unseren Kindern die Anpassung an die fremde Umgebung so einfach wie nur möglich. Eine Vielzahl der Kliniken haben verstanden, dass Kinder durch die Trennung von den Eltern ein „Verlust-Trauma“ erleiden. Daher werden Ärzte und auch das Pflegepersonal meist nicht nur in medizinischer sondern auch in psychologischer Sicht kompetent ausgebildet.

Wenn es denn soweit ist, sollten Sie frühzeitig das Klinikpersonal ansprechen und Ihre speziellen Wünsche äußern. Informieren Sie sich vorab darüber, welche Kinderkliniken auf die besonderen Bedürfnisse und Probleme ihrer Kleinen eingestellt sind. Oft gibt es andere Eltern, welche hierzu Erfahrungen haben. Auch Hebammen sind hier gut Ratgeber. Und es sollte auch Aufgabe sein, dass Sie als Eltern, mit Ihren Kindern vorab in der Klinik auf Entdeckungsreise gehen.
Wie auch bei einer Urlaubsreise sollten Sie sich mit Ihrem Kind sehr umfangreich auf die „ganz besondere Reise“ vorbereiten. Im Buchhandel gibt es reichlich Auswahl an Kinderbüchern zum Thema „Krankenhaus und Ärzte“, die Sie mit Ihrem Kind lesen sollten.

Beim Spiel mit dem „Arztkoffer“ aus dem Spielwarenhandel lernt Ihr Kind medizinische Handlungen verstehen. Und ausgerechnet Papi freut sich heute ganz besonders auf die süsse Spritze mit den „Medizinis“. Ein Kind begreift über das aufmerksame Spiel die Welt und verliert so auch die Angst.
Versuchen Sie vor und auch während einer medizinische Untersuchung, Ihrem Kind zu erklären, was gerade geschieht und nehmen Sie somit Ihrem Kind die Angst. Vermeiden Sie jegliches Schimpfen oder erzieherische Drohung.

Eltern werden in den Krankenhausalltag eingebunden

Fachliche Gespräche mit dem Arzt sollten Sie in Gegenwart des Kindes unbedingt meiden.
Es ist ganz, ganz wichtig, dass Ihr Kind nicht allein im Krankenhaus bleibt. Die meisten Kinderkliniken sind auf Eltern eingerichtet und planen diese in die Krankenhausroutine ein. So ist es meist eine Selbstverständlichkeit, dass Eltern morgens zu ihrem Kind ins Krankenhaus kommen, mit ihm in den Tag hinein und am Abend aus den Tag herausgehen und es im Beisein der Eltern oder auch einer wichtigen Bezugsperson einschläft. Eltern sollten am Erlebnis und Abenteuer Krankenhaus teilnehmen und Behandlungen sowie Untersuchungen mit dem Kind durchstehen.

Sie sollten Ihrem Kind auch sagen, dass Sie bei ihm bleiben werden und es nicht alleine lassen. Dies gibt Ihrem Nachwuchs Stabilität und Vertrauen. Natürlich müssen Sie auch mal weg oder etwas erledigen. Lassen Sie Ihr Kind dann genau wissen, wohin Sie gehen und wann Sie wiederkommen.
Einige Kliniken bieten zudem eine „Mutter-Kind-Station“ mit Übernachtung an. Aus psychologischer Sicht ist es besonders zu empfehlen, dass ein Elternteil gemeinsam mit dem Kind im Krankenhaus lebt. Somit lässt sich die Trennung von ungewohnter Umgebung einfacher verarbeiten.

Entdeckungsreisen

Eltern sollten auch bedenken, dass ihr Schützling im Krankenhaus auf viele unbekannte Menschen, fremde Handlungen und auf fremde „Landschaften“ trifft, daher sollten Sie für den Klinikaufenthalt vertraute Dinge einpacken. Erstellen Sie hierfür frühzeitig eine Packliste die Dinge enthält, mit welchen sich Ihr Kind täglich beschäftigt. Spielzeug, Bücher, Bilder oder Geschirr gehören ins Klinik-Reisegepäck. So helfen Sie Ihrem Kind sich relativ rasch an die fremde Welt zu gewöhnen.

Da Sie nun mit Ihrem Kind auf einer „Reise“ sind, sollten Sie diese Reise auch mit Erlebnissen füllen. Spielen und Lesen Sie mit Ihrem Kind und gehen Sie mit Ihrem Schützling auf Entdeckungsreise durch die Klinik. Der Hubschrauberlandeplatz ist ebenso spannend, wie medizinische Geräte. Aus Sicht der Kinderpsychologie weiss man, dass Kinder ruhiger werden, wenn ihnen die Orte bekannt sind. So bekommen sie ein Gefühl von Kontrolle und Sicherheit.

Und laden Sie Kinder aus Kindergarten oder Schule zum Besuch ein. Viele Krankenhäuser bieten Spezielle „Kindertage“ an. Sicher wird Ihnen das Klinikpersonal hier sehr hilfreich zur Seite stehen und u.a. auch mal eine Führung organisieren.

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