Voyeur: das neue Buch von Simon Beckett

Auch wenn das Buch ‚Voyeur‚ Becketts Anfänge als Autor darstellt und er mittlerweile vielleicht einen erfahreneren Schreibstil aufweist, so ist der Thriller trotzdem nichts für schwache Nerven und zeigt auf, welche schwerwiegenden Folgen emotionale Isolation haben können.

‚Voyeur‘ – Simon Beckett

Simon Beckett wurde 1968 in Sheffield, England, geboren und lebt auch heute noch mit seiner Familie dort. Er ist ein britischer Journalist und Autor von Kriminalromanen und Thriller, die weltweit Erfolge verbuchen.

Nach seinem Abschluss ‚Master of Arts‚ in Anglistik durchlief er mehrere Berufe, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete. Als freiberuflicher Journalist der ‚The Times‘, ‚The Independent on Sunday‘, ‚The Daily Telegraph‘, ‚The Observer‘ oder anderen Publikationen beschäftigte er sich auch mit Polizeiarbeit und verarbeitete sein erlerntes Wissen in seinen Romanen.

Beckett hat bereits zahlreiche Bücher verfasst, wovon zwei ausgezeichnet wurden. 1996 verlieh ihm die deutsche ‚Raymond Chandler Gesellschaft e.V.‚ den Marlowe in der Kategorie ‚International‚ für sein Buch ‚Animals‚. Zehn Jahre später wurde sein Roman ‚Die Chemie des Todes‚ für den ‚Dagger Award‚ nominiert.

‚Voyeur‘ – Handlung

Auf 380 Seiten erzählt Beckett, wie schnell Besessenheit zum Mord führen kann. Sein Hauptcharakter Donald Ramsey ist ein leidenschaftsloser Mensch, der in einer selbst gewählten, emotionalen Isolation lebt. Erotik ist für den Londoner Galeristen nur dann gegeben, wenn er Sex beobachten kann.

Erst das laszive Posieren seiner Assistentin Anna erweckt sein ungeahntes und lange verborgenes Interesse. Als er erfährt, dass Anna zu ihrem Freund nach Amerika auswandern will, verspürt er den Drang, sie daran zu hindern, ist sich jedoch gleichzeitig bewusst, dass er dies nicht alleine durchführen kann.

Er setzt alles daran, das Paar auseinander zu bringen und engagiert dafür den skrupellosen Zeppo. Er ist so von seiner Besessenheit geblendet, dass er den Bezug zur Realität völlig aus den Augen verliert und gar nicht begreift, welches Unheil er damit heraufbeschwört.

‚Voyeur‘ – Kritik

Leser, die Werke des Altmeisters Beckett bereits gelesen haben, werden vielleicht ein wenig enttäuscht sein, denn sein Debütwerk enthält noch nicht die von ihm gewohnten Überraschungseffekte, sondern es hangelt sich vielmehr an vorhersehbaren Handlungssträngen entlang.

Trotz allem steigt an einigen Stellen des Romans der Gruselfaktor, erstrecht, wenn man sich vor Augen führt, welche Auswirkungen eine solche Besessenheit haben kann. Beckett gibt Einblicke in die dunklen Abgründe der Seele eines Menschen und bewirkt damit den typischen Gänsehauteffekt.

2 Meinungen

  1. Ich fand den Charakter des Zeppo unheimlich faszinierend, zumindest im Kontrast zu Donald Ramsey. Seine sarkastische Ader verleiht der Geschichte Witz und lockert sie etwas auf.

    Aber wie schon im Hauptartikel steht, „Voyeur“ kommt nicht an die David Hunter-Triologie ran. Vielleicht ist auch genau das das Problem, nämlich das Becketts Bücher immer mit der Hunter-Triologie verglichen werden. Ich hatte ene gewisse Erwartungshaltung, als ich begann das Buch zu lesen. Diese Erwartungen stützten sich natürlich auf die Hunter-Bücher, die ausgesprochen fesselnd waren.
    Als meine hohen Erwartungen nur teilweise erfüllt wurden, war ich doch etwas enttäuscht.
    Dennoch ein sehr gutes Buch, dass wieder einmal in die menschliche Psyche blicken lässt.

  2. Leider ist die obige Erläuterung zu dem Roman schlicht falsch! Erotik ist für Donald nicht gegeben, wenn er Sex beobachten kann! Genau dort liegt der Schlüssel! Er glaubt die ganze Zeit, dass das Zuschauen beim Akt selbst, die gleiche Befriedigung erzeugt, wie das Anschauen der Bilder oder das Beobachten der entkleideten Anna. Genau aus diesem Grund ist das Ende auch nicht vorhersehbar! Es rechnet nämlich niemand damit, dass die Erfüllung des lange geplanten Abend, gar keine Erfüllung ist!
    Das Buch ist nicht spannend im Sinne von abgeknabberten Fingernägeln und schlaflosen Nächsten. Es ist spannend einen so intimen Einblicke in die Psyche eines Irren zu erlangen und gleichzeitig festzustellen, dass man für ihn nicht nur Abneigung empfindet.

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