Vor 25 Jahren: Der Berlin-Marathon wird zum Wiedervereinigungslauf

Am 30. September 1990 führt der Berliner Marathonlauf zum ersten Mal durch das Brandenburger Tor und damit durch die beiden Teile Berlins. Der Wiedervereinigungslauf wird zum Medienspektakel, das sogar in Japan live im Fernsehen zu sehen ist!

Der Berlin-Marathon blickt auf eine lange Geschichte zurück, seit 1981 ist er ein regelrechter Stadtmarathon, der durch das City-Gebiet und nicht durch Randbezirke führt. Aufgrund der Jahr für Jahr wachsenden Teilnehmerzahlen verlegen die Veranstalter den Start im Jahr 1987 auf die Straße der 17. Juni. Von dort aus startet das Teilnehmerfeld auch im Jahr 1990 – doch bei dieser 17. Ausgabe des Laufevents ist ansonsten alles anders als gewohnt.

Gestartet wird wie gehabt – aber in umgekehrter Richtung

Die Wiedervereinigung ist beschlossene Sache, als der Lauf beginnt, am 30. September, sind es noch drei Tage bis zum offiziellen Vollzug. Die Welt blickt seit Monaten schon gebannt nach Deutschland und nach Berlin –der Berlin-Marathon wird zum außergewöhnlichen Sport– und Medienereignis. Startpunkt ist wie gehabt die Straße des 17. Juni – doch diesmal starten die Athleten in umgekehrter Richtung als in den Jahren zuvor. Es geht Richtung und durchs Brandenburger Tor, der Berlin-Marathon 1990 wird zum Wiedervereinigungslauf. Und mitmachen wollen so viele wie nie zuvor.

Das Interesse am 1990er Lauf ist gigantisch

Gingen 1989 noch rund 16.400 Läufer an der Start, wollen 1990 weit mehr als die maximal zugelassenen 25.000 Athleten mit von der Partie sein. Die Veranstalter müssen erstmals in der Geschichte des Laufs Anmeldungen ablehnen. Eine weitere Premiere: Der Berlin-Marathon wird live im deutschen Fernsehen übertragen – als ersten Marathonlauf überhaupt. Das Interesse ist auch im Ausland gewaltig, der Wiedervereinigungs-Marathon ist sogar im japanischen TV zu sehen.

Die Organisatoren bewältigen eine Herkulesarbeit

Für die Veranstalter ist die Organisation der Veranstaltung eine wahrhaftige Herkulesarbeit. Bis 1987 wurde der Berlin-Marathon nämlich von einem einzigen fest angestellten Mitarbeiter organisiert, ihm zur Seite standen zahlreiche ehren amtliche Helfer. Drei Jahre später sieht es kaum besser aus. Und diesmal geht es nicht darum, den bis dato bei weitem größten Berlin-Marathon zu stemmen – sondern auch ein umfangreiches Rahmenprogramm. Doch die Veranstalter schaffen das fast Unmögliche, der 17. Berlin-Marathon geht reibungslos über die Bühne – und als Wiedervereinigungslauf in die Geschichte ein.


Fotoquelle: Thinkstock, 179293131, iStock, JordiDelgado

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