„Freizeit-Monitor 2015“: Deutsche im Stress

Die Studie „Freizeit-Monitor 2015“ zeigt: Die Deutschen waren noch nie gestresster, genervter und gehetzter. Trotz eines großen Drangs mehr unternehmen zu wollen, bleiben elektronische Medien, wie zum Beispiel Fernseher oder Smartphone, im Konsumverhalten weiterhin Spitzenreiter. Statt einfach mal auszuschlafen und nichts zu tun, nimmt sich ein Großteil der Bundesbürger viel mehr vor als sie wahrnehmen können.

Die jüngeren Generationen sind gestresster

Laut „Freizeit-Monitor 2015“ sind vor allem junge Menschen wesentlich gestresster als die älteren Generationen. Dabei fällt gleichzeitig auf, dass Frauen gestresster sind als Männer. Die Studie über das Freizeitverhalten der Deutschen macht deutlich: Es werden viel mehr Freizeitangebote gekauft oder gebucht als tatsächlich nutzbar sind. Daher stapeln sich beispielsweise ungehörte Musik und ungelesene Bücher in Regalen, Smartphones und Tablets. Fernsehen und Radiohören belegen nach wie vor die Spitzenplätze, wenn es um die Gestaltung der eigenen Freizeit geht.

Doch anstatt zu Hause vor dem TV-Gerät zu sitzen, wollen die Bürger eigentlich reisen, um Land und Leute besser kennenzulernen. Statt nur per Kurznachrichten zu kommunizieren und Profile in sozialen Netzwerken zu aktualisieren würden die Konsumenten eigentlich viel lieber echte Menschen treffen. Doch das dauere nach deren Ansicht zu lange – auch das hat die Untersuchung ergeben.

Jede freie Sekunde wird genutzt

Es geht in der derzeitigen Freizeitgestaltung vor allem darum, Zeit zu sparen. Insbesondere das Smartphone sorgt dafür, dass man sich in jeder freien Sekunde mit der Erledigung von angeblich „wichtigen“ Aufgaben befasst. Ob in einer Warteschlange oder während der Busfahrt, überall hat man Zugang zu Informationen jedweder Art. Dabei gerät das gemeinsame Shopping-Erlebnis oder die Zeit für Kinder zunehmend stärker in den Hintergrund. Die vermeintlich gute Idee, durch die Nutzung neuer Medien viel Zeit zu sparen, erreicht mittlerweile genau das Gegenteil: Laut „Freizeit-Monitor 2015“ fühlen die Deutschen sich angespannter als es jemals zuvor der Fall war.

Etwas zu verpassen könnte ein neuer Trend werden

Mittlerweile ist es den Deutschen schlichtweg nicht mehr möglich, alle gewünschten Aktivitäten in der eigenen Freizeit in vollem Umfang wahrzunehmen. Studienleiter Ulrich Reinhardt glaubt deshalb, Menschen orientieren sich bald immer häufiger an dem Leitsatz „weniger ist mehr“: Daraus könnte sich ein neuer Freizeittrend ergeben, bei dem die Menschen einfach mal eine Veranstaltung verpassen. So wären die Deutschen zumindest entspannt und entlastet – was der eigentliche Sinn von Freizeit ist.


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