Close Menu
    What's Hot

    Was Heilpflanzen wirklich leisten können: Mögliche Vorteile und Grenzen im Check

    21. Oktober 2026

    Safari und Strand in Tansania: So verteilt man die Reisetage zwischen Festland und Sansibar

    21. Oktober 2026

    Was Knorpel und Gelenke wirklich brauchen

    30. Juli 2026
    germanblogs.degermanblogs.de
    • Familie
      • Älter werden
      • Kinder & Erziehung
      • Partnerschaft
      • Geld & Versicherungen
      • Feiertage
    • Freizeit&Hobby
      • Freizeitaktivitäten
      • Glaube & Aberglaube
      • Spiele
    • Gesundheit
      • Besser Leben
      • Ernährung
      • Diagnose
      • Psychologie
    • Haus&Garten
      • Essen & Trinken
      • Gartenarbeit
      • Einrichtung
      • DIY
    • Kunst&Kultur
      • Bücher
      • Design & Architektur
      • Film & TV
      • Musik
    • Mode&Lifestyle
      • Damenmode
      • Frisuren
      • Herrenmode
      • Kindermode
      • Beauty & Kosmetik
    • Politik & Wirtschaft
      • Finanzen & Handel
      • Krisen & Konflikte
      • Politik Inland
      • Politik Ausland
    • Reise
      • Deutschland
      • Europa
      • Unterkunft
      • Weltweit
    • Sport
      • Fussball
      • Golf
      • Motorsport
      • weitere Sportarten
    • Wissen
      • Auto Blog
      • Bildung & Beruf
      • Recht & Gesetz
      • Wörter
      • Natur & Umwelt
      • Technik
    germanblogs.degermanblogs.de
    Start » Vom Missbrauch der Disziplin
    Bücher

    Vom Missbrauch der Disziplin

    30. April 20073 Minuten Lesezeit

    Besonders gelungen und interessant ist der Beitrag von Manfred Spitzer, Professor für Psychiatrie an der Universität Ulm, der das Erforschen des Lernens an sich in den Mittelpunkt seiner Arbeit stellt. Er betrachtet den Sachverhalt aus rein neurobiologischer Sicht und schließt daraus, was Kinder und Jugendliche wirklich brauchen. Und was das Lernen komplett hemmt. Verschulte Kindergärten, Angst in der Schule und die Uneinsichtigkeit darüber, dass es beim Lernen nicht um Fakten geht, sondern um Einstellungen und Haltungen, Fertigkeiten und Fähigkeiten, Werte und Ausdauer. Aber auch Freude und eine gewisse Disziplin gehören dazu und vor allem: schließen sich nicht gegenseitig aus – wenn man es richtig anfässt und genau da setzt Spitzers Kritik an Bueb an.

    Um eines gleich mal vorweg zu nehmen: In diesem Buch wird nicht sinnlos auf Bernhard Bueb eingehackt und es wird auch nicht mit platten Thesen um sich geschmissen. Im Gegenteil, die Autoren weisen immer wieder darauf hin, dass sie nicht grundsätzlich gegen Buebs Thesen im Allgemeinen sind, sondern dass einfach Einzelfolgerungen aus dem Buch  „Lob der Disziplin", die vor allem durch bestimmte Medien noch gewaltig unterstrichen wurden, komplett daneben sind und mit wissenschaftlichen Erkenntnissen und auch der pädagogischen Erfahrung an sich nichts am Hut haben. Durch das genaue Hinweisen und Widerlegen der Textstellen in Buebs Buch garantieren die Autoren auch dem Nichtkenner von „Lob der Disziplin" einen neutralen Einblick in die Problematik.

    Bernhard Bueb wirkt wie ein Hardliner, scheint aber doch eher soft zu sein und oft aus Angst und Unwissen heraus zu handeln – so zumindest Wolfgang Bergmann, Leiter des Instituts für Kinderpsychologie und integrative Lerntherapie in Hannover. Er ist der Ansicht, Bueb habe „keinen Schimmer von entwicklungspsychologischen Einsichten". Trotzdem: „Dieser Bernhard Bueb ist eigentlich kein unsympathischer Mensch, ein wenig weich vielleicht (…) fast schüchtern, ein bisschen altmodisch-unbeholfen. (…) Buebs Problem, vermute ich, besteht nicht nur darin, dass er diese modernen Kinder einfach nicht begreift, nein, er spricht ihre Sprache nicht. (…) Er konfrontiert Kinder nicht mit seiner Person, seinen Werten, seinen Gefühlen oder sonst was, nein, er will sie in eine entpersonalisierte, bürokratisch festgeschriebene Ordnung zwingen, gegebenenfalls mit Strafen, aus denen jede Spur von Emotion gewichen ist. Anonym und technokratisch, auf ‚Vollzug' einer nicht hinterfragbaren Ordnung ist dieser Mann eingestellt. Sollte sich bestätigen, dass große Teile einer modernen Pädagogengeneration ähnlich empfinden, dann Gnade uns Gott."

    Der erstaunliche Medienerfolg von „Lob der Disziplin" kann der Wissenschaft nicht gleichgültig bleiben. Professor Micha Brumlik, der Herausgeber des Buches, weist darauf hin, dass die Beiträge darauf zielen „Bueb und seine Thesen ernst zu nehmen, seine Meinungen genau zu lesen und sich der Tragweite der Folgen bewusst zu werden." Jetzt kann man nur hoffen, dass auch dieses Buch Gehör findet und somit die andere Seite auch in der Öffentlichkeit ausführlich beleuchtet wird. Ich fürchte aber, dass das nicht der Fall sein wird. Denn es ist deutlich einfacher, sich mit einer vorgefertigten Meinung in seiner Rigorosität bestätigt zu fühlen als sich auseinanderzusetzen.

    Micha Brumlik (Hrsg.): „Vom Missbrauch der Disziplin – Antworten der Wissenschaft auf Bernhard Bueb", erschienen im Februar 2007 als Taschenbuch bei Beltz, zu haben für EUR 12,90.

    Interessantes

    Marc-Uwe Klings Roman „Views“: Ein düsterer Blick auf unsere Gesellschaft

    24. Oktober 2024

    Bildband „Hamburg Vinyl“: Die Hansestadt als Cover-Kulisse

    30. Oktober 2019

    Kann ein Algorithmus Bestseller erkennen?

    6. April 2018
    Aktuelles
    Besser Leben

    Was Heilpflanzen wirklich leisten können: Mögliche Vorteile und Grenzen im Check

    21. Oktober 2026

    Ein Kräutertee gegen das Kratzen im Hals, ein paar Tropfen Baldrian vor einer erwartet unruhigen…

    Safari und Strand in Tansania: So verteilt man die Reisetage zwischen Festland und Sansibar

    21. Oktober 2026

    Was Knorpel und Gelenke wirklich brauchen

    30. Juli 2026

    Der neue Familienhund – ein besonderer Moment für alle

    28. Juli 2026

    Impressum | Datenschutzerklärung |Cookie Richtlinie

    Type above and press Enter to search. Press Esc to cancel.