Volkes Stimme: Unterwegs im Mercedes E 63 AMG

Jawoll! Der Mercedes E 63 AMG Testwagen steht mir zwei Wochen lang zur Verfügung. Mit AMG Performance Package und AMG Driver“s Kit. Soll heißen: 557 PS und 800 Nm Drehmoment anstelle von 525 PS und 700 Nm sowie 300 km/h Spitze statt der üblichen 250. Hinzu kommen Keramikbremsen zum Preis eines VW Up, die die entfesselte Limousine bei Bedarf kraftvoll verzögern und eine Sperrdifferential, um die Leistung in Vortrieb umzusetzen Dann mal zum E 63-Fahrbericht, der sich in zwei Teile gliedert: Zunächst kutschierte ich den Herrn Kurator zur Vermessung bildhauerlicher Arbeiten durch Berlin und den Speckgürtel, danach drückte ich zwei junge Autofans auf der A29 zwischen Oldenburg und Wilhelmshaven so richtig in die bequem gepolsterten Sitze.

Der E 63 AMG ist eine Wellness-Lounge mit 557 PS

Mürrischen Blickes erreicht der Herr Kurator den kaschmirweißen Mercedes E 63 AMG – und jammert los: „Ouh, ich hab soooo Rücken!“ Könnte am Dauersitzen auf einem historischen Holzstuhl liegen. Das komplette Gegenteil stellen die Aktiven Multikontursitze im Mercedes AMG-Boliden dar: Lordosenstütze, Sitzauflagenverlängerung und vor allem die Massagefunktion der elektrisch in alle möglichen Richtungen verstellbaren Wellnessplätze lösen die Verspannungen des Fahrgastes rasch. „Was für eine Wohltat, ich war drauf und dran, den Termin platzen zu lassen“, seufzt der Kunstkenner zufrieden. Dank der wirkungsvollen Geräuschisolierung kann ich mich im Flüsterton über die zu vermessenden Bildwerke belehren lassen. Wir starten und stoppen durch den Stadtverkehr, Fahrfreude kommt bei einem Schnitt von deutlich unter 30 km/h verständlicherweise nicht auf. Auf dem Rückweg macht es sich für der sein Metier unüblich gekleidete Akademiker Rockstar-mäßig im Fond des E 63 AMG bequem. „Hier ist es ja noch geräumiger zu,“ frohlockt er – kein Wunder, ich bin nicht allzu groß, er hat also jede Menge Beinfreiheit. Vor einer Galerie verlässt er den AMG. Erholt bittet er um die Wagenschlüssel für die Heimfahrt. Nix. Er wird zu Fuß gehen müssen.

Der Mercedes E 63 AMG erreichte für den Fahrbericht fast das Spitzentempo

Szenenwechsel im Fahrbericht: Abenddämmerung, dank Lichtpaket leuchtet der E 63 AMG die Straße perfekt aus. Im Mercedes E-Klasse Topmodell fahren nun zwei junge Chemikanten mit, beide selbst motorisiert. Mit antriebstechnisch nicht verändertem Mercedes 300 CE und Opel Corsa allerdings nicht annähernd so stark wie der E 63. Dämpfung hart und das Sport+ Programm eingestellt, 200 Meter nach der Autobahnauffahrt endet das Tempolimit. Vollgas. Vehement und unaufhaltsam wandert die Tachonadel der 280 zu. Die Fahrgäste sagen nichts und probieren erfolglos, sich gegen die Beschleunigung nach vorne zu lehnen. Erst bei einer Zigarettenpause mit Blick unter die Haube finden sie wieder zu Stimme und sind hellauf begeistert. „Einfach nur krank, wie der Wagen abgeht“ – „Ja völlig. Nur innen kommt es einem überhaupt nicht so schnell vor. Wirkt eher, als wären alle anderen total lahm unterwegs.“ – „Und so viel Platz!“ – „Ich fand immer, der Dreiliter-Sechser in meinem Benz wäre schon ganz ordentlich, aber der E 63 AMG ist ja um Welten wilder Und erst dieser V8-Sound!“ Ganz recht. Der Power-Benz bietet das komplette Programm. Höchst empfehlenswert!

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