Vlogs: Die 10 wichtigsten Tipps für den erfolgreichen Videoblog-Auftritt

Broadcast yourself! Tolle Videoblogs (oder auch: Vlogs, V-logs, Video-Podcasts) gibt es längst wie Sand am Meer. Sie surfen auf der Welle der Zeit, weil sie über einen relativ unabhängigen Informationskanal quer über den Äther geschickt werden. Nie gab es so viele aktive Vlogs wie heute. Jeder, der etwas zu sagen hat, kann direkt von zuhause aus auf Sendung gehen, während zugleich das Interesse an gut gemachten Videoblogs steigt…
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Du möchtest auch einen eigenen Vlog starten und fragst dich: Wie geht das überhaupt? Wie macht man einen Vlog? Und kann man mit einem Videoblog Geld verdienen? Hier findest du die 10 wichtige Regeln, die du beim Vlogging beachten solltest.

Vlogs: Die Top 10

1

Look awesome! (Putz dich heraus.)

Einer der berühmtesten Youtube-Stars ist aktuell Jenna Marbles. Manche Clips der US-Amerikanerin wurden bislang über 27 Millionen mal angesehen. Auf ihre wöchentlichen Videobeiträge kommen im Schnitt um die 5 Millionen Klicks. Wenn man sich den Erfolg von Jenna Marbles nun etwas genauer anschaut, wird eines offensichtlich: Die Vloggerin verfügt nicht nur über eine solide Meise, sondern vor allem über ein attraktives und einnehmendes Äußeres. Keine Frage, ihre Beiträge sind zweifellos unterhaltsam; sie sind witzig und gar nicht so dumm. Das wohl größte Plus der zierlichen Blondine ist aber ihr Identifikationspotential als herausgeputztes Mädel von nebenan. Weil wir attraktive Menschen gerne ansehen, so einfach ist das. Funfact: Über Nacht zum Internetstar wurde Jenna Marbles passenderweise mit dem Clip „How to trick people into thinking you're good looking “ (Wie man die Leute glauben macht, dass man schön sei.)
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2

Tease them! (Zuschauer clever anködern.)

Qualitätsmerkmal einer jeden vernünftigen Präsentation ist ein spannender Anfang. Du musst die Leute anködern. Dafür solltest du die Zuschauer direkt ansprechen und erstmal sagen, worum's heute geht. Fasse in zwei bis drei Sätzen zusammen, worüber du diesmal berichten wirst. Dadurch gewinnt dein Beitrag an Struktur, Dialog und Verlässlichkeit und du gewinnst am schnellsten das Vertrauen deiner Zuschauer. Um überhaupt erst einmal Aufmerksamkeit zu erregen, denk dir am besten einen heißen Hook (Köder) aus. Ein auffälliger Video-Titel und ein guter Teaser sind die halbe Miete. Dabei kannst du ruhig hochstapeln: zum Beispiel mit einer merkwürdigen und kontroversen Eingangsthese, über die man zweimal stolpert und die du später aufklärst. Der Youtube-Star Jon Lajoie zeigt, wie das geht:
[youtube qqXi8WmQ_WM]

3

Get to the fucking point. (Komm auf den Punkt.)

Möglicherweise scheiden sich an diesem Punkt die Geister. Doch nicht jeder hat im Alltag die Zeit, sich deine 17-minütige Erörterung zum neuen Bond (bzw. Beyoncé-Clip bzw. Blablabla) zu Gemüte zu führen. Deshalb: Versuch's unter fünf Minuten. Behalte dieses Zeitlimit als Zielvorgabe stets im Auge. Damit sei nicht gesagt, dass dein Video nicht auch mal länger sein dürfte, aber im Zweifelsfall: Get to the fucking point.

4

Keep it simple. (Mach's nicht so kompliziert.)

Der Nerd ist der frisch entstaubte Antiheld des 21. Jahrhunderts. Danke, liebes Internet: Selten waren freakiges Außenseitertum und verschwurbeltes Nischenwissen so angesagt wie heute. Dennoch solltest du dir gründlich überlegen, für wen du deinen Vlog machen willst. Nicht jeder kann dir folgen, wenn du Insiderbegriffe und Fachjargon verwendest. Es ist klüger, deine Zuschauer nicht mit abgehobener Branchensprache zu verprellen. Drück dich klar und verständlich aus. Komplexere Zusammenhänge solltest du zumindest erklären. So bleibst du unterhaltsam, schließt niemanden aus und erreichst ein möglichst breites Publikum. MrTrashpack macht's vor: Hier erklärt er sehr anschaulich, was ein Youtube-Netzwerk ist und wie man mit einem Videoblog Geld verdienen kann:
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5

Create happy endings. (Ende gut, alles gut.)

Böser Fehler: Alles hat ein Ende, nur leider nicht immer ein gutes. Das wiederum ist aus Follower-Sicht ganz ungünstig. Wer seinen Videoblog ständig mit negativen Gedanken von Weltschmerz, unangemessenem Understatement oder Depression im Allgemeinen beendet, dem werden die Zuschauer reihenweise abspringen. Wir brauchen Licht am Ende des Tunnelblicks. Darum: Beende deinen Vlog grundsätzlich positiv. Toll ist ein Ausblick auf die nächste Folge, der Neugier und Vorfreude weckt.

6

Schnitt. Palaver. Schnitt. Action. Schnitt. Palaver.

An einer kreativen und ordentlichen Video-Nachbearbeitung geht kein Weg vorbei. Die meisten Vlogs folgen inzwischen einer bestimmten Ästhetik mit häufig wechselnden Schnitten, Texteinblendungen und wiedererkennbaren Jingles: irgendwo zwischen Originalität und „Authentizität“, Infotainment und Schnelligkeit. Die Zuschauererwartung dürfte sich dem weitestgehend angepasst haben. Ein ewig langer One-Take-Shot mit null Bewegung wirkt tendenziell langweilig und abschreckend. Setze darum auf Bewegung, Farben und Abwechslung. Es gibt tolle Videoschnittprogramme auch als Freeware, mit denen du deine Videos selbst schneiden und direkt auf Youtube oder Vimeo hochladen kannst. Die unverwechselbare Grace Helbig hat den Dreh schon ziemlich gut raus:
[youtube EjSzVmAjoo4]

7

High Definition! (Nutze HD.)

Du fragst dich, ob du deinen Vlog in HD liefern solltest? Die Empfehlung: definititiv ja. Und zwar aus zwei Gründen. Erstens werden HD-Videos auf Youtube wesentlich höher gerankt als old-schoolige 480p Videos. Und zweitens, weil die User das heute einfach erwarten. Darum werfe demnächst die Nostalgie über Bord und besorge dir eine ordentliche Webcam bzw. einen guten HD-Camcorder. Tipp: Schaue dich um nach günstigen Alternativen! Manche sind schon für ca. 100 Euro erschwinglich und erfüllen voll und ganz ihren Zweck. Tipp: Beachten solltest du, dass die eingebauten Mikros in Kameras nicht immer tollen Sound aufnehmen. Gegebenenfalls verwende zusätzlich ein externes Mikro.

8

Have a message! (Vermittle eine Botschaft.)

Du solltest schon etwas zu sagen haben. Selbstdarstellerische Egoshows ohne Inhalt sind auf Dauer für jeden Follower ermüdend. Finde dein Thema, setze es um und hole dir Feedback darüber, wie es bei den Zuschauern ankommt. Bleib wachsam und offen für Inputs von außen, und höre nicht auf, dich zu fragen, was du wirklich mitteilen willst. Vlogging passiert in einer interaktiven Sphäre – ohne die Zuschauer läuft gar nix, und ein Vlog ganz ohne inhaltliche Substanz (oder der ausschließlich als selbsttherapeutisches Online-Tagebuch angelegt ist), wird sich über kurz oder lang im Sande verlaufen. Darum: Überlege dir, was du der Welt wirklich mitteilen willst. Was liegt dir am Herzen?

9

Blogge nie zu spät! (Sei pünktlich, sei pünktlich.)

Ganz wichtig: Sei zuverlässig. Wenn du deinen Vlog mit dem Attribut „Jeden Donnerstag eine neue Folge!“ ankündigst, dann musst du das auch einhalten. Lieferst du unpünktlich, wirst du das Vertrauen deiner Zuschauer über kurz oder lang verlieren. Deshalb plane realistisch. Versprich nur, was du auch halten kannst. Und liefere punktgenau.

10

Hello your fans! (Ehre deine Abbonnenten.)

Du willst so viele Abonnenten wie möglich für deinen Vlog gewinnen? Dann kümmere dich nach bestem Gewissen um deine Zuschauer! Das fängt schon mal damit an, dass du die Kommentarfunktion für deine Videos freischaltest. Dieser Bereich hat in der Vlogger-Sphäre eine riesige Bedeutung. Die Zuschauer sollten am Ende jedes Beitrags möglichst explizit aufgefordert werden, dort Kritik und Feedback zu hinterlassen. Riesenpluspunkt: So bist du als Vlogger ganz nah dran an deinen Followern. Und du kannst das, was dein Publikum bewegt und interessiert, direkt umsetzen. Diese Unmittelbarkeit und der überspringende Funke zwischen Vlogger und Publikum macht zu einem wesentlichen Teil den Reiz eines spannenden Vlogs aus. Im Idealfall entsteht so ein lebendiger Austausch und deine Zuschauer bleiben dir lange treu.

[youtube CxO9H8IMiK0] Youtube-Star Hannah Hart („My Drunk Kittchen„) hat gerade einen Wahnsinnserfolg verzeichnet. Über die Crowdfunding-Plattform Indiegogo startete die Vloggerin einen ehrgeizigen Aufruf, um an Geld für ihre erste Youtube-Tournee zu kommen. Der Hammer: Innerhalb von zwei Stunden haben die Fans insgesamt 20.000 Dollar gespendet. Nach weiteren vier Stunden hat sich diese Summe bereits verdoppelt und inzwischen liegt sie bei knapp 150.000 Dollar. Wer sich den Vlog der ständig angeschickerten Hobbyköchin einmal anschaut, versteht auch warum: Hannah Hart liebt ihre Fans. Genau darin liegt ihr Erfolg begründet. Wer das verstanden hat, für den kann beim Videoblog-Auftritt eigentlich nichts Wesentliches mehr schief gehen.

3 Meinungen

  1. Hey,

    sehr cooler Beitrag. Hast dir echt Mühe gegeben. „Du willst so viele Abonnenten wie möglich für deinen Vlog gewinnen? Dann kümmere dich nach bestem Gewissen um deine Zuschauer!“ Ja das ist so wichtig, die Community ist einfach alles und sollte immer an erster Stelle stehen! Eigentlich logisch, wird aber zu häufig missachtet…

    Gruß

    David

  2. Vielen Dank für den hilfreichen Artikel. Eine gute Videoqualität ist bei Vlogs auf jeden Fall entscheidend. Full HD Videos werden natürlich viel lieber angeschaut. Gerade auf großen Bildschirmen macht das wirklich was aus.

  3. Was viel wichtiger als gute Qualtiät ist, ist der Content. Ohne Vernünftigen Mehrwert, kann man nicht Erfolgreich werden!

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