Viva la Vulva: Die Vulva in Kunst und Mode

Viva la Vulva: Die Vulva in Kunst und Mode

Längst hat sich die Vulva ihren Weg in die Mode und die Popkultur gebahnt. Dabei handelt es sich um weit mehr als reine Provokation. Warum das weibliche Geschlecht immer öfter auf Handtaschen, Kleidern oder in Musikvideos auftaucht und warum das so wichtig ist, erfahren Sie hier! 

Das weibliche Geschlecht als Stilmittel in der Popkultur

Tanzende Vulven und ein Finger, der durch einen Donut stößt. Als i-Tüpfelchen noch ein Eiswürfel, der nicht sinnlicher eine aufgeschnittene Grapefruit hinuntergleiten könnte – die Assoziationskette in Janelle Monáes Single „PYNK“ könnte eindeutiger nicht sein. Doch die Sängerin ist nicht die einzige Künstlerin, die Vulven in der Popkultur etabliert. Auch Sängerin Björk trug für das Cover ihres Albums „Utopia“ eine Vulva auf der Stirn.

It-Piece oder Statement – die Vulva ist in der Modewelt angekommen

Sogar in die Fashion-Welt hat es die Vulva geschafft! Zur Fashion Week 2017 schickte das Berliner Label Namilia gleich eine ganze Vulva-Kollektion auf den Laufsteg. Die beiden Designerinnen Emilia Pfohl und Nan Li spielen bewusst mit der Provokation. Gleichzeitig stellen sie sich aber auch die Frage, warum die Darstellung der Vulva provokativ wirkt. „Wir haben uns gefragt, warum die Pussy versteckt und für etwas Schlechtes gehalten wird, während der Penis überall zu finden ist und ein Symbol der Stärke ist.“ Ein Jahr zuvor stellten die Modemenschen den Phallus in den Mittelpunkt ihrer Kollektion. Die Reaktion war weit weniger kontrovers.

Doch auch abseits von Fashion-Shows findet die Vulva Anklang. Als Fashion-Piece sorgt sie aber nicht nur für Lacher. Bei der „Pussy Hat“ beispielsweise, handelt es sich um eine Protestmütze gegen den „Pussy Grabber in Chief“ des Weißen Hauses. So zierte die Kopfbedeckung mit Message bereits ganze Magazinseiten und wird sogar im „Victoria and Albert Museum“ in London ausgestellt.

Erstes Pussy-Dress stammt aus dem Jahr 1936

Wer denkt, die Darstellung der Vulva in der Mode sei eine Entwickelung der Neuzeit, der irrt. Schon 1936 brachte die Amerikanerin Elisabeth Hawes das erste Pussy-Kleid auf den Markt. Zeitlebens versuchte die Querdenkerin, Frauen darin zu bestärken, sich von den starren Moderegeln zu lösen. Mit dem „Pandora Dress“ kreierte sie eine opulente Robe aus cremefarbener Seide, mit roten Einschüben. Mittels der Darbietung des weiblichen Geschlechts spielte sie auf den Mythos an, die Frau hätte durch das Öffnen der Büchse das Übel auf die Welt gebracht hat.

Vulva: Darum ist ihre Darstellung so wichtig

„Das „Weibliche bleibt oft verborgen,“ so die Kulturwissenschaftlerin Mithu Sanyal. Oft wüssten Frauen selbst nicht, wie ihre Vulva aussähe. Vor knapp zehn Jahren veröffentlichte Sanyal ein Buch zur Geschichte des weiblichen Geschlechts. Dafür bat sie Wissenschaftlerinnen, männliche wie weibliche Geschlechtsorgane zu malen. Überraschend: Mühelos gelang die Darstellung des männlichen Genitals. Eine wiedererkennbare Vulva konnte hingegen kaum jemand zeichnen.

Lange Zeit war die Darstellung der Vulva einzig und allein der Kunst vorbehalten. Inzwischen gibt das weibliche Geschlecht als stilistisches Element den Ton an. Egal ob in Büchern, Comics oder in Musikvideos: Die Vulva ist allgegenwärtig – und das ist auch gut so!


Artikelbild: youtube.com

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