Verbraucherzentrale meldet 6.500 Beschwerden über Paketdienste

Vor einem Jahr hat die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen die Seite „Paket-Ärger“ eingerichtet. 6.500 Beschwerden über Paketzusteller sind seitdem dort eingegangen. Gemessen an etwa drei Milliarden Paketsendungen, die laut Branchenberichten im Jahr 2015 quer durch Deutschland verschickt wurden, ist das zwar nicht viel. Zumal sich die Zahl im Jahr 2016 noch erhöht haben sollte. Doch es bestätigt: Die letzten Meter zum Kunden sind und bleiben das Problem bei der Paketzustellung.

Problem: Die letzten Meter zum Kunden

In der Vorweihnachtszeit herrscht Hochbetrieb bei den Zustellern. So hat die Post 10.000 Aushilfen eingestellt, um das gesteigerte Paketaufkommen zu meistern. Kein leichtes Unterfangen, zumal auch die Ansprüche der Kunden wachsen: Express-Lieferungen, kurz vor Eintreffen des Paktes noch einmal den Bestimmungsort ändern – die Wünsche der Kunden stellen die Zusteller vor immer mehr Herausforderungen.

Die letzten 1,5 Kilometer einer Warensendung sind laut Branchenreports die teuersten. Auch, weil es dort zu den meisten Problemen kommt. Waren müssen zwischengelagert, in den schlimmsten Fällen sogar zurück zum Versender geschickt werden. Und der Zettel „Sie waren nicht anzutreffen“ verärgert wiederum die Kunden. 93,8 Prozent aller Online-Bestellungen erreichen direkt ihren Empfänger. Das zeigt eine Umfrage des Instituts für Handelsforschung in Köln. Umgerechnet auf alle Paketsendungen bedeutet das: Im Jahr gibt es fast 183 Millionen Problemfälle.

Paketbranche sucht nach Zustellalternativen

Die Zusteller werden diesem Ärger gerecht, mit Twitter-Kanälen beispielsweise, die ausschließlich Kundenbeschwerden vorbehalten sind. Auch immer mehr unabhängige Portale gibt es. Für die Post ist das die Bundesnetzagentur. Die Verbraucherzentrale NRW hat paket-aerger.de vor einem Jahr ins Internet gestellt.
Die Paketbranche arbeitet derweil an Lösungen. So hat Hermes im Herbst in Hamburg Zustellroboter getestet, die Pakete direkt zum Kunden liefern, egal, wo der sich gerade befindet. Die Post denkt über Kofferraumzustellung nach und testete diese bereits im Herbst. Per Code kann ein Bote den Kofferraum eines Autos öffnen und das Paket auf Wunsch des Kunden hereinlegen. Das Startup Pakx nimmt in München Pakete für die Kunden an und bringt sie zur gewünschten Zeit vorbei. Gratis ist das alles natürlich nicht. Pakx nimmt 4,90 pro Zustellung. Das eigene Auto auf Kofferraumzustellung umzurüsten, würde derzeit 100 Euro kosten.

Fotocredit: 182303934, Thinkstock, iStock, chat9780

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