Armutsbericht für Deutschland: Mehr als vier Millionen überschuldet

In Deutschland ist die Zahl der überschuldeten Haushalte und Personen gestiegen. 2015 seien insgesamt 4,17 Millionen Personen von Überschuldung betroffen gewesen, berichtet die „Bild“-Zeitung und beruft sich dabei auf den Armuts- und Reichtumsbericht, den die Bundesregierung in Auftrag gegeben hat. Das Kabinett hatte angekündigt, die Zahlen im Frühjahr vorzustellen, einige Informationen sind nun vorab bekannt geworden.

Außerdem hätten 2015 mehr als zwei Millionen Haushalte als überschuldet gegolten. In dem Bericht heißt es weiter: „Ein Trend, nach dem seit 2006 ein stetiger Anstieg zu verzeichnen ist, setzt sich fort.“ Als überschuldet gilt man, wenn man seine Verpflichtungen gegenüber Gläubigern nicht pünktlich erfüllen kann und so zum Beispiel bei der Zahlung von Miet- oder Telefonkosten in Verzug gerät.

Arbeitnehmer profitieren von guter Wirtschaftslage

Gleichzeitig jedoch gebe es eine gegensätzliche Tendenz zu verzeichnen. So seien dem Bericht zufolge die verfügbaren Einkommen aufgrund der guten Wirtschaftslage gestiegen: seit 2012 um durchschnittlich 1,9 Prozent. Der Bericht zeigt aber auch: Vor allem Arbeitnehmern geht es gut. Bei deren Einkommen habe es zwischen 2012 und 2015 ein Plus von 10,7 Prozent gegeben. Auch die Einnahmen aus Vermögen und Unternehmen seien gestiegen, und zwar um neun Prozent.

Anders sieht es für diejenigen aus, die in Deutschland ohne Arbeit leben. Fast acht Millionen Menschen seien 2015 laut dem Bericht auf Mindestversicherung wie zum Hartz IV angewiesen gewesen. Das bedeute einen Anstieg um 800.000 in den vergangenen fünf Jahren. Gestiegen sei auch die Zahl der Wohnungslosen. Seit 2006 hätten 80.000 Menschen mehr ohne festen Wohnsitz leben müssen. 2015 habe die die Gesamtzahl der Wohnungslosen bei 335.000 Wohnungslose gelegen. Dem gegenüber steht eine gestiegen Zahl von Millionären im Deutschland. Insgesamt 16.495 Bundesbürger hätten 2015 ein Jahreseinkommen von mehr als zwei Millionen Euro erzielt. 2009 seien es noch 12.424 gewesen.

Zum zweiten Mal Ergebnisse durchgesickert

Das Bundesarbeitsministerium hatte Anfang Oktober angekündigt, den fünften Armuts- und Reichtumsbericht im Frühjahr 2017 vorstellen zu wollen. Im selben Monat waren bereits Zahlen vorab durchgesickert. Jedes 20. Kind in Deutschland leide unter materieller Not, berichteten mehrere Zeitungen.


Fotonachweis: Thinkstock, 483767355, iStock, tetmc


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