Verbot von Glyphosat in Deutschland?

Verbot von Glyphosat in Deutschland?

Im Alleingang hat Agrarminister Christian Schmidt (CSU) Anfang dieser Woche überraschend einer Verlängerung des Einsatzes des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat zugestimmt. Das würde bedeuten, dass Landwirte Glyphosat um weitere fünf Jahre auf ihren Feldern einsetzen dürfen und somit vielleicht mehr als nur der Umwelt Schaden zufügen. Mit seiner Entscheidung sorgte Schmidt parteiübergreifend für erhitzte Gemüter. Wie geht’s jetzt weiter?

Druck auf Regierung wächst

Heute findet ein Treffen zwischen Angela Merkel, Martin Schulz und Horst Seehofer beim Bundespräsidenten statt. Dabei geht es eigentlich um Fragen einer möglichen großen Koalition. Im Vorfeld hatte die Nichtregierungsorganisation Compact allerdings schon eine überdimensionierte Flasche des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat und einen Riesen-Maiskolben vor dem Bundespräsidialamt aufgestellt. Mit dieser Aktion will die Organisation Druck machen, damit sich Deutschland doch noch gegen den Einsatz des giftigen Herbizids ausspricht.

Muss Schmidt mit Konsequenzen rechnen?

Christian Schmidt hatte am Montag vielen vor den Kopf gestoßen. Martin Schulz (SPD) soll getobt haben und sprach von einem „skandalösen Alleingang“ und einem „massiven Vertrauensverlust“. Von Regierungschefin Merkel hatte Schmidt außer einem Tadel jedoch nichts zu befürchten.

Seinen Schritt, der große Folgen für die Umwelt haben könnte, begründete Schmidt mit den Worten, dass die EU-Kommission die Zulassung des Herbizids eh verlängert hätte und er mit seiner Zustimmung nur eine Verbesserung hat heraushandeln wollen.

Glyphosat – bedrohlich für Umwelt UND Menschen?

Dass Glyphosat Grünpflanzen den Garaus macht, liegt auf der Hand. Nach Anwendung des Mittels auf Agrarflächen, sterben Grünpflanzen nach rund einer Woche ab. Landwirte lösen so das Problem um das lästige Unkraut zwischen ihrer Ernte. Indes werden Vögel und Insekten so aber auch ihrer Nahrung beraubt. Ein dramatischer Artenrückgang ist die Folge. Ungeklärt ist außerdem, ob die Glyphosat-Mengen, die in die Umwelt gelangen, einen Einfluss auf die Gesundheit des Menschen haben. Während die WHO-Krebsforschungsagentur IARC Glyphosat für „wahrscheinlich“ krebserregend hält, besteht nach Aussage des Bundesinstituts für Risikobewertung, der Europäischen Lebensmittelbehörde Efsa und der EU-Chemiekalienagentur ECHA keine Gefahr für den Menschen.

SPD wünscht sich Ausgleich

Die SPD setzt nun auf Angela Merkel und fordert ein Zeichen des guten Willens der Kanzlerin, das konkret in einem Verbot von Glyphosat läge. CDU und CSU sollten jetzt die Initiative ergreifen, um die geschädigte Vertrauensbasis wiederherstellen.

Bildquelle: Pixabay, technique, 1831943_1280

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