“Komasaufen“ bei Jugendlichen wieder auf dem Vormarsch

Trinken bis man umfällt – nach zuletzt rückläufigen Zahlen bei Jugendlichen spricht die Krankenkasse DAK jetzt von einer Trendwende. Im vergangenen Jahr wurden mehr als 22.300 junge Menschen zwischen zehn und zwanzig Jahren mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert. Das sind zwei Prozent mehr als im Jahr zuvor. Bei den 10 bis 15-jährigen gab es 2630 Fälle von sogenanntem „Komasaufen“. Doch wieso ist Alkohol so leicht zugänglich und wer haftet dafür, wenn das Kind volltrunken ist? Wir klären auf.


Eigentlich ist für die meisten Gastronomen und Wirte klar: Alkohol für Kinder und Jugendliche ist tabu! Dennoch scheint es für viele Minderjährige einfach zu sein, selbst an hochprozentige Alkoholika zu kommen. Aber eigentlich sind hochprozentige Alkoholika wie Korn, Schnaps und Co. erst ab 18 Jahren erlaubt. Wein und Bier bereits ab 16 Jahren, in Begleitung der Eltern sogar ab 14 Jahren. Trotzdem: Schon auf vielen privaten Jugendpartys fließt hochprozentiger Alkohol.

Wer ist haftbar?

Aber machen sich Eltern durch den Alkoholkonsum ihrer Kinder strafbar? Nein, denn es reicht grundsätzlich, die Kinder auf das Gefahrenpotenzial durch Alkohol hinzuweisen, selbst wenn die private Party in der eigenen Wohnung stattfindet und die Jugendlichen den dort vorrätigen Alkohol verzehren. Bei Verdacht auf Missbrauch müssen Eltern allerdings eingreifen. Hier greift das Jugendschutzgesetz. Wer über 18 Jahren alt ist, und seinen minderjährigen Freunden Alkohol kauft, dem drohen übrigens hohe Bußgelder genau wie Diskotheken, die an Minderjährige Alkohol ausschenken. Genau aus diesem Grund müssen sich Supermärkte, Bars, Diskotheken und Co. den Ausweis jungaussehender Personen zeigen lassen.

Die Alkoholkontrollen von Jugendlichen sind allerdings häufig unzureichend. Nach dem aktuellen Anstieg der Alkoholvergiftungen fordern Experten jetzt mehr Prävention. So muss das Thema Gesundheit auf den Lehrplan deutscher Schulen wandern und dabei gleichzeitig auch die Alkohol-Prävention.

Jedoch: Neue Probleme drohen bereits durch das Internet. Viele Jugendliche besorgen sich den Alkohol online und umgehen damit die Altersbeschränkungen.

Foto: Thinkstockphotos, iStock, 185139982, Shaiith

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